Zwischenstopp in Kuala Lumpur

Tag 156: Ankunft in Kuala Lumpur

Gerald und seine Mom laden uns zum Essen ein

Gerald und seine Mom laden uns zum Essen ein

Kuala Lumpur dürfte Vielen ein Begriff sein, denn viele Flüge nach Asien und Australien laufen über dessen internationalen Flughafen. Wir sind auf dem Weg nach Vietnam vor über 2 Monaten auch schon einmal zwischengelandet, hatten aber damals keine Zeit uns die Stadt näher anzuschauen. Das holen wir dieses Mal nach und haben dafür beste Voraussetzungen: Yvonnes Freundin Cesi aus Amerika kommt ursprünglich aus Malaysia, ihre Familie lebt in Kuala Lumpur und ihr Bruder Gerald hat sich extra freigenommen und wird uns die Stadt in den nächsten zwei Tagen zeigen.

Wir werden schon am Flughafen abgeholt und von Gerald und seiner Mutter freundlich empfangen. Die Beiden lassen es sich auch nicht nehmen, uns erst einmal zum Essen in ein chinesisches Restaurant einzuladen, wo wir einen köstlichen Fisch genießen. Nach dem Essen fahren wir zum Haus der Familie, wo wir zweimal kostenlos übernachten dürfen. Wir haben keinerlei Erwartungen (eine einfache Holzhütte hätte es auch getan) und das ist oft die beste Einstellung um positiv überrascht zu werden. Wir erreichen wenig später ein Pförtnerhäuschen und fahren in eine kleine Wohnsiedlung, wo wir vor einem schicken Reihenhaus parken. Von Innen ist es sogar noch viel schicker als von außen (Designermöbel, große offene Küche, begehbare Kleiderschränke etc.) und Gerald überlässt uns großzügig sein riesiges Schlafzimmer mit eigenem Bad. Luxus pur! Die Nacht wird allerdings etwas unruhig, da eine der vielen malaysischen Bevölkerungsgruppen heute chinesisches Neujahr feiert und offensichtlich gibt es hier weniger Restriktionen was den Verkauf von großkalibrigen Feuerwerkskörpern angeht.

Tag 157: Sehenswürdigkeiten in Kuala Lumpur

Während des gestrigen Abendessens haben wir mit Gerald schon über mögliche Ausflugsziele gesprochen und dabei hat sich herausgestellt, dass Gerald genauso gerne wandert wie wir. Wir stehen daher bereits um 5:30 Uhr auf und wollen einen Felsen etwas außerhalb der Stadt besteigen. Wie wir auf Fotos gesehen haben, kann man von hier sowohl einen Nationalpark, als auch die ganze Stadt überblicken und die Aussicht bei Sonnenaufgang ist gigantisch. Leider haben wir Pech und stellen am Einstieg fest, dass man seit knapp einer Woche eine vorherige Genehmigung braucht, weil ein Kletterer tödlich verunglück ist.

Ein interessantes Frühstück

Ein interessantes Frühstück

Stattdessen gehen wir erst einmal in Ruhe frühstücken und führen dabei ein höchst interessantes Gespräch über Malaysia. Korruption ist hier ein großes Thema. Das Land hat ein gutes Klima und ist reich an Bodenschätzen, aber das bedeutet hier nicht Wohlstand für die Gesamtbevölkerung, sondern extremes Reichtum für die Regierungschefs. Mit den Steuergeldern werden Produkte der eigenen Firmen für völlig überteuerte Preise gekauft und so fließt ein großer Teil der Gelder in private Taschen. Dieses Problem ist der aufgeklärten Bevölkerung hinreichend bekannt, aber solange die Regierung wiedergewählt wird, lässt sich dagegen nichts tun. Aufgrund der großen Macht (Kontrolle aller öffentlichen Medien) und der finanziellen Stärke (zum „überzeugen“ der weniger aufgeklärten Bevölkerung) wird die Partei aber seit nunmehr über 50 Jahren wiedergewählt und hat ein riesiges Firmen- und Korruptionsnetzwerk aufgebaut.

Die Batu-Caves

Die Batu-Caves

Eine schwierige Situation, in die Dank dem Internet und unabhängigen Blogs (Blogs sind in Malaysia sehr populär, da die öffentlichen Medien kontrolliert und zensiert werden) in den letzten Jahren zumindest in Punkto Aufklärung etwas Bewegung gekommen ist.Während des Gesprächs fällt uns wieder auf, wie hoch das allgemeine politische Interesse in den asiatischen Ländern ist.

Nach dem langen und interessanten Frühstück fahren wir mit Gerald zu den Batu-Caves, die als eine der Hauptsehenswürdigkeiten in Kuala Lumpur gelten.

Die Batu-Caves sind nach oben hin offen

Die Batu-Caves sind nach oben hin offen

Überraschenderweise müssen wir nur ein Parkticket ziehen und der Eintritt ist kostenlos. Schon von weitem sehen wir die riesige goldene hinduistische Statur, die vor nicht einmal zehn Jahren neben der Höhle errichtet wurde. Über eine große Treppe mit über hundert Stufen erreichen wir den Eingang der riesigen Höhle. In den Batu-Caves befinden sich ein hinduistischer Tempel und einige Schreine. Im hinteren Bereich ist die Höhle nach oben hin offen und einige Affen nutzen diesen natürlichen Eingang um ein- und auszugehen.

China-Town in Kuala Lumpur

China-Town in Kuala Lumpur

Nach den Batu-Caves geht unsere Reise weiter nach Chinatown. Wir schlendern durch die Straßen und lassen uns von den vielen feilbietenden Händlern nicht beeindrucken. Hier gibt es zahlreiche „Markenprodukte“ zum kleinen Preis, aber wir wollen lediglich einen neuen Auslandsadapter (unser Alter wurde gegrillt) und einen USB-Autoadapter für unsere Weiterreise organisieren. Nachdem uns Gerald an einem kleinen Getränkestand ein typisch malaysisches Erfrischungsgetränk gekauft hat (irgendwas mit Beeren, ich kann den Geschmack nicht wirklich beschreiben) fahren wir zu einer der zahlreichen Malls. Die riesigen Einkaufszentren sind in Kuala Lumpur ziemlich populär, da es in Malaysia ganzjährig sehr schwül ist und man in den Zentren seine Freizeit im klimatisieren Raum verbringen kann. Wir fahren zu einer Mall, in der auf 5 Etagen ausschließlich Elektronikartikel verkauft werden und werden ziemlich schnell fündig.

Die nationale Moschee

Die nationale Moschee

Auf dem Rückweg machen wir einen Stopp bei der nationalen Moschee, die einzige Moschee, die wir als nicht-Moslems in Kuala Lumpur betreten dürfen. Yvonne wird aber trotzdem mit einem Kopftuch geschmückt, das farblich ausgezeichnet zum Kleidungsstil passt. Während unseres Besuches findet dort nichts besonders statt, so dass wir nur das beeindruckende Gebäude in Augenschein nehmen können.

Nach einer kleinen Erholungspause fahren wir mit Gerald Abendessen. Natürlich kennt er die besten lokalen Restaurants und wir fahren zu einem Chinesen, der für seine riesigen Garnelen (die Yvonne so liebt) und besonders angebratenem Schweinefleisch bekannt ist. Das Essen ist wieder ausgezeichnet und während des Essens steigen wir wieder in das Thema „unterschiedliche Kulturen“ ein.

Ein wichtiger Hinweis, der in Asian nicht überall selbstverständlich ist

Ein wichtiger Hinweis, der in Asian nicht überall selbstverständlich ist

In Malaysia treffen unterschiedliche Religionen und Herkunftsländer aufeinander. Auch die Sprachvielfalt ist hier extrem. Gerald selbst spricht neben Englisch auch fließend Malai, Mandrian und Hokien. Ich habe mich schon immer gefragt, nach welchem System die chinesische Schrift erstellt wird und frage nach. Gerald erklärt uns, dass es durchaus ein System gibt und manchen Schriftzeichen aus verschiedenen Begriffen zusammengesetzt werden, dass es auf der anderen Seite aber auch extrem viele unterschiedliche Zeichen gibt, so dass selbst Muttersprachler gelegentlich ins Wörterbuch schauen müssen.

Der Blick aus der Skybar

Der Blick aus der Skybar

Wir schauen uns ein praktisches Beispiel an und bekommen zumindest eine Idee, wie das System der chinesischen Schriftzeichen funktioniert. Das vierte Schriftzeichen von links bedeutet: Viereck = Mund und Kreuz auf Hügel = Erde heißt Spucken.

Am Abend fahren wir zu den Petronas Towern. Das über 400 Meter hohe Gebäude ist das Wahrzeichen der Stadt und sieht gerade in der Dunkelheit noch beeindruckender aus. Wir finden einen super Spot und machen ein paar Fotos.

Teure Drinks in der Skybar

Teure Drinks in der Skybar

Gerald hat noch eine weitere Überraschung auf Lager und fährt mit uns in die Tiefgarage des „Traders Hotel“. Wir steigen im 32ten Stock aus und befinden uns in einer Skybar mit Blick auf die Skyline von Kuala Lumpur. Yeah! Der Blick ist hervorragend und die Atmosphäre cool. Trotz Gegenwehr besteht Gerald auch noch darauf, uns die ziemlich teuren Drinks zu spendieren. Vielen Dank!

 

Tag 158: Trekking zum „Santuari Ikan Sungai Chiling“

Wir wandern mal wieder :-)

Wir wandern mal wieder 🙂

Nachdem unsere Wanderung am Vortag ausgefallen ist, haben wir uns für heute eine andere Route vorgenommen. Wir fahren mit dem Auto aus der Stadt und befinden uns nach nur dreißig Minuten im Grünen. Nach einer weiteren Stunde erreichen wir einen Straßenabschnitt, wo schon zahlreiche Autos parken. Hier befindet sich der Eingang zum „Santuari Ikan Sungai Chiling“, einem Wasserfall, der nur unter Einheimischen bekannt ist. Man kann keine Touren hierher buchen oder öffentliche Verkehrsmittel nutzen. Gut das wir einen ortskundigen und äußerst netten Fahrer haben.

Ein zu groß geratendes Blatt

Ein zu groß geratendes Blatt

Die Wanderung macht trotz des schwülen Klimas viel Spaß. Wir durchqueren die Wälder und finden auf dem Boden zahlreiche Blätter, die unseren deutschen Laubblättern gleichen, wären sie nicht so gigantisch groß. Auf dem Weg zum Wasserfall müssen wir den Fluss mehrfach (ohne Brücke) überqueren. Eine erfrischende Abkühlung ist uns zwischendrin sehr recht. Die ultimative Abkühlung gibt es dann am Ziel und ich gönne mir ein Bad unter dem eiskalten Wasserfall. Herrlich!

Vor der Abreise werden wir von Geralds Vater köstlich bekocht

Vor der Abreise werden wir von Geralds Vater köstlich bekocht

Nach einer kurzen Mittagspause machen wir uns dann auch schon auf den Rückweg. Heute Abend geht schon der nächste Flug und das nächste Abenteuer wird beginnen. Bevor wir weiterfliegen gehen wir noch ein letztes Mal Abendessen. Geralds Eltern betreiben ein eigenes Restaurant und wir bekommen ein Menü, das die bisherigen malaysischen (schon ziemlich leckeren) Essen in den Schatten stellt. Besonders der Fisch in einer Honigmarinade hat uns überzeugt. Kein Wunder, dass die Malaysia so stolz auf ihr Essen sind. Frisch gestärkt bringen uns Gerald und seine Mutter wieder zum Flughafen und wir verabschieden uns. Die unermessliche Gastfreundschaft und die vielen interessanten Gespräche haben diesen kurzen Stopp zu einer sehr tollen Erfahrung für uns gemacht.

Tag 159: Aktion am Flughafen in Melbourne

Wir fliegen mit der Billigairline „Airasia“ von Kuala Lumpur nach Melbourne. Wir sind zum Glück müde und können trotz der vielen schreienden Kleinkinder in den Reihen um uns herum ein bisschen schlafen. Da fällt es auch nicht so stark ins Gewicht, das man hier für jeden Service (Entertainment, Essen, sogar Wasser) extra zahlen muss. Viel schlimmer ist die leichte Verspätung, denn wir haben einen Anschlussflug und unsere Zeit ist mit 90 Minuten knapp bemessen. Wir müssen in Australien immigrieren, unser Gepäck abholen und pünktlich wieder einchecken.

Fliegen kann ganz schön stressig sein

Fliegen kann ganz schön stressig sein

Kurz nach der verspäteten Landung rennen wir zur Immigration, wo bereits über 100 Leute in der Schlange stehen. Mit der Gewissheit es sonst nicht rechtzeitig zu schaffen, überholen wir die Schlange und stoßen zum Glück auf großes Verständnis. Nach weniger als 5 Minuten haben wir unseren Stempel. Wir atmen auf, denn jetzt haben wir noch über 30 Minuten um unser Gepäck abzuholen und einzuchecken. Kurz nach der Ankunft fängt das Band an zu laufen und die ersten Gepäckstücke purzeln aufs Band. Unser Gepäck lässt leider auf sich warten und das Band wird immer voller. Klar, denn die anderen Leute aus unserem Flieger stehen alle noch in der Immigration. Irgendwann ist das Band so voll, das nichts mehr nachkommt. Wir haben erst einen Rucksack und die Uhr tickt. Yvonne ist schon vorgegangen um ihre Schwester zu begrüßen und ich stehe nervös am Gepäckband. Nur noch 10 Minuten und am Band tut sich nichts… Fünf Minuten vor Ende des neuen Check-Ins kommt endlich der zweite Rucksack und ich düse los. Natürlich muss ich auch noch durch die Drogenkontrolle und nur wenige Minuten vor Deadline erreiche ich endlich den Check-In-Schalter. In Zukunft werden wir wieder mehr Zeit einplanen und lieber ein paar Stunden am Flughafen sitzen. Nach einer kurzen Nacht ist das echt zu viel Stress…

Wir laufen zum Gate, wo das Boarding gerade beginnt. Wenig später sitzen wir im Flieger nach Tasmanien und können uns endlich entspannen.