Wilde Katzen, Wandern und chillen am Strand

Tag 32: Plettenberg Bay und eine traumhafte Wanderung

Ein Leopard aus nächster Nähe

Ein Leopard aus nächster Nähe

Nicht ganz ausgeschlafen, aber trotzdem guter Dinge machen wir uns auf nach Plettenberg Bay. Dank unserer Planungssession am Vorabend wissen wir auch genau, wo wir hinwollen. Unser erster Stopp ist Tanikwa, ein Park zum Schutz von Wildkatzen, die in der freien Natur verletzungs- oder krankheitsbedingt nicht mehr überleben konnten. Hier sehen wir einige seltene Katzenarten, die wir in  den großzügigen Gehegen bewundern und sogar auch betreten dürfen. Im Gehege können wir aus allernächster Nähe auch zwei Geparden bewundern, die nur einen Meter neben uns im Schatten liegen.

Im Gehege mit Geparden - bei der Jagd über 90 km/h schnell

Im Gehege mit Geparden: Weglaufen zwecklos, die beiden sind bei der Jagd über 90 km/h schnell

Wir bekommen eine Menge Informationen über die Jagd- und Lebenseigenschaften von Leoparden, Löwen und Geparden und bekommen auf der Tour die „wilde“ Version unserer Hauskatze Rusty zu sehen. Unser Guide erklärt uns genau, welche Rolle die Wildkatzen in der Natur und deren Balance spielen. Festzuhalten ist, dass das  füttern von wilden Affen in der Nähe von Siedlungen und das jagen von Wildkatzen schlecht sind, da sie sich hierdurch aus ihrer natürlichen Umgebung entfernen. Der Mensch ist ein außer Rand und Band gebrachtes Ungetüm, dass das natürliche Gleichgewicht überall zum Wanken bringt. Leider ist diese These nicht ganz falsch…

Bekannt aus TV und Rundfunk - das Erdmännchen

Bekannt aus TV und Rundfunk – das Erdmännchen

Gegen Ende unserer Führung sehen wir dann auch noch als Zugabe ein paar Erdmännchen und Schildkröten. Ein guter Vormittag.

Am Nachmittag fahren wir zum Robberg, einem Nationalpark in der Nähe von Plettenberg Bay. Wir können zwischen einer zwei oder- vierstündigen Wanderroute wählen. Auf der Karte ist die große Runde mit nur ca. 7 Kilometer angeben, was uns nicht ganz so viel erscheint. Somit gehen wir davon aus, dass wir es schneller schaffen und entscheiden uns für die große Runde.

Die Wanderung ist wunderschön! Wir entscheiden uns die Wanderung rückwärts zu laufen (entgegen der Pfeile auf dem Wegplan, nicht wortwörtlich rückwärts!), da wir so auf dem Hin- und Rückweg auf der Sonnenseite sind. Von oben haben wir eine schöne Aussicht und folgen dem Weg bis zu einem schönen Sandstrand. Danach geht es über Felsen direkt am Meer vorbei. Für ein Foto geht Yvonne ein bisschen näher ans Wasser und ZACK, eine große Welle kommt pünktlich und sie ist nass. Das Foto habe ich aber noch vorher geschossen.

Trotz der nassen Klamotten genießen wir die Wanderung weiterhin. Es ist durchaus anspruchsvoll und wir müssen ein paar Mal richtig klettern.

Plettenberg Bay von oben

Plettenberg Bay von oben

Auf halber Strecke entdecke ich ein paar Robben, die durch die Wellen tauchen und versuche ein Foto zu machen, was aber bei dem wilden Meer schwierig ist. Auf der anderen Seite des Robbergs ist es dann aber einfacher. Hier ist das Meer ruhig und wir sehen viele Robben durchs Meer schwimmen. Wenig später sehen wir auch einen Felsen, auf dem sich hunderte von Robben tummeln.

Da der Park offiziell um 18:00 Uhr schließt und wir nur noch etwas mehr als eine Stunde haben, machen wir uns zügig auf den Rückweg und erreichen den Ausgang des Parks rechtzeitig. Am Abend können wir unseren Ausflug dann direkt im Hostel weiterempfehlen und damit die Vorfreude einiger Reisender steigern.

Tag 33: Tsitsikamma und der Ottertrail

Nature Valley - hier endet der Ottertrail

Nature Valley – hier endet der Ottertrail

Am nächsten Tag reisen wir weiter Richtung Stromsriver. Ursprünglich hatten wir eine Wildwassertour mit Wasserfallklettern, Klippenspringen und einer Wanderung durch den Nationalpark gebucht. Eine Stunde vorher erfahren wir telefonisch, dass die Tour aufgrund der heftigen Regenfälle der letzten Tage ausfällt und müssen umdisponieren. Stattdessen fahren wir nun zum „Nature Valley Nationalpark“ und machen einen kleinen Strandspaziergang. Hier endet der „Otterttrail“, eine fünftägige Wanderroute, die als die schönste Südafrikas zählt.

Unsere Flip Flops am Strand

Unsere Flip Flops am Strand

Leider haben wir weder Zeit, noch eine Buchung (die man mindestens ein halbes Jahr vorher machen sollte), aber wir fahren immerhin zur ca. 60km entfernten Einstiegsstelle (die auch auf unserem Weg liegt) und erwandern wenigstens die ersten 3 Kilometer bis zu einem Wasserfall, da diese Strecke für Tagesausflüge freigegeben ist. Der Wasserfall liegt direkt am Meer und wir machen unsere Pause zwischen tosenden Wellen und runter stürzendem Wasser auf einem Felsen. Auch diese Wanderung ist recht anspruchsvoll (einmal rutsche ich ein wenig weg und hole mir ein paar Schürfwunden) und dauert länger als angenommen.

Auf dem Weg zu unserem Hostel passieren wir die Storm River Bridge, wo der höchste Brückenbungeejump der Welt (so wird es zumindest beworben) angeboten wird. Die Kulisse ist beeindruckend und wir kommen fast in Versuchung, verzichten aber dann auf einen Sprung und reisen weiter.

Das Doppelzimmer in unserem nächsten Hostel ist hell und geräumig und könnte auch ein Hotelzimmer sein. Wir freuen uns sehr darüber, da wir die letzten Tage in Mehrbettzimmern übernachtet haben, um Geld zu sparen.

Tag 34: Jeffrey’s Bay und die Surferkommune

Entspannt am Strand

Entspannt am Strand

Die letzten Tage in Afrika wollen wir ein bisschen ruhiger angehen und Energie für die Weiterreise nach Indien tanken. Aus diesem Grund haben wir uns für einen Strandtag in Jeffrey’s Bay entschieden. Wir übernachten im „Afrika Ubuntu“, einem Hostel wo fast ausschließlich Surfer übernachten. Die Surferkommune entspricht fast allen Klischees. Ein junger Surfer mit freiem durchtrainierten Oberkörper und Dreadlocks führt uns durch das Hostel. Die Räume sind mit allerlei afrikanischen Accessoires dekoriert und überall findet sich ein schöner Platz zum chillen. Im Gegensatz zu den anderen Hostels gibt es keine Bar, sondern einen Kühlschrank der nach dem „Trustsystem“ bewirtet wird – jeder schreibt auf was er getrunken hat und zahlt beim auschecken.

Wir verbringen den Tag am Strand, beobachten die Surfer, ich lese ein Buch und wir entspannen ein wenig. Am Abend kochen wir dann gemeinsam und spielen danach eine Runde Pool. Die Surfergemeinde sitzt derweil auf dem Balkon und teilt sich eine Zigarette. Klischee?!

Tag 35: Der letzte Tag in AfrikaWatch Full Movie Online Streaming Online and Download

Port Elisabeth

Port Elisabeth

Heute Abend geht unser Flieger von Port Elisabeth nach Johannesburg, oder wie man hier sagt „von PE nach Johburg“. Wir brechen entspannt auf und fahren die letzten 80 Kilometer bis zu unserem Ziel. Nachdem wir an der Küste hauptsächlich in kleineren Städten übernachtet haben, ist die Ankunft dieses Mal etwas unübersichtlich. Wir fahren zu früh vom Highway ab und können dafür aber ein wenig vom „Arbeiterviertel“ der Stadt sehen. Hier ist es laut, dreckig und die Straßen sind voll – ein krasser Unterschied zu den aufgeräumten wohlhabenden Gegenden an der Küste.

Nature Pool - Hier lässt es sich aushalten

Nature Pool – Hier lässt es sich aushalten

Nach diesem kleinen Ausflug finden wir aber nach einigen Anläufen einen schönen Strand, wo wir unser letztes südafrikanisches Bad im Meer nehmen. Passend hierzu finden wir einen kleinen natürlichen Pool hinter ein paar Felsen mit frischer Meerwasserbeflutung.

Dann gibt es noch ein unerwartetes Highlight. Schon seit einigen Tagen halten wir an der Küste Ausschau nach Delphinen und obwohl wir die Suche schon aufgegeben hatten, haben wir heute Glück. Eine riesige Familie (bestimmt 30 Delphine) schwimmt in einiger Entfernung an uns vorbei.

Delphine in Sichtweite direkt am Strand

Delphine in Sichtweite direkt am Strand

Am späten Nachmittag fahren wir zum Flughafen und geben unseren Mietwagen zurück. Unsere Vollkaskoversicherung ohne Selbstbeteiligung zahlt sich zum ersten Mal aus, da ich am ersten Tag die linke Felge bei einer Wendung am Bordstein zerkratzt habe. Linksverkehr braucht halt auch ein bisschen Übung. Nachdem wir vergebens nach einem Restaurant in PE gesucht haben, begnügen wir uns mit einem Flughafenrestaurant, dass bis auf die typische Flughafenatmosphäre ganz gut ist.

Nach dem einchecken warten wir entspannt auf das Boarding und wundern uns ein bisschen, dass es so lange dauert. Fünf Minuten vor der Abflugzeit bekommen wir dann endlich mit, dass sich unser Gate verändert hat und das Boarding schon fast beendet ist. Die undeutlichen Ansagen hatten wir falsch verstanden und es gibt auch kein Display. Wir rennen über das Rollfeld und erwischen den richtigen Flieger. Am Abend checken wir in unser Hotel ein und gehen schnell schlafen. Morgen fliegen wir nach Indien!

Fazit unserer Reise durch Südafrika

Die Gardenroute (Quelle: urlaub-suedafrika.de)

Die Gardenroute (Quelle: urlaub-suedafrika.de)

Die ersten fünf Wochen unserer Reise sind schnell vergangen, aber wahrscheinlich kommt einem das hinterher immer so vor. Kapstadt hat uns sehr gut gefallen und man hätte durchaus auch noch einige Tage bleiben können. Die Stadt ist vielfältig und bietet zahlreiche Attraktionen und Aktivitäten. Der Weg von Kapstadt nach Port Elisabeth war ebenfalls vielfältig, wenn auch recht touristisch und natürlich bei schönem Wetter deutlich attraktiver als bei Regen… An der Küste wirkt alles immer recht wohlhabend, aber wenn wir mit dem Auto etwas außerhalb fahren, sehen wir immer wieder riesige Townships, in denen viele Afrikaner auf kleinstem Raum in ärmlichen Blechhütten leben. Ich denke „Afrika erleben“ kann man am besten im Inland und weiter nördlich, ein Urlaub mit schönen Stränden und guter Infrastruktur ist auf der Gardenroute garantiert. Für uns war es eine schöne Mischung von Wasserfällen, Deltas, Dünen und Wüsten bis hin zu lebendiger grüner Natur und Bergen. Wir haben afrikansiche Stämme kennen gelernt, deren Lebensweisen erfahren und einen Eindruck bekommen, wie man selbst in der Wüste überleben kann. Afrika ist definitiv sehr vielfältig und beeindruckend und sicherlich immer wieder eine Reise wert.  Man sollte sich nur nicht von den Touristenorten blenden lassen, die einem oftmals nicht das reale Afrika zeigen.  Jetzt wartet aber auch schon das nächste Abenteuer auf uns. Morgen fliegen wir nach Indien!