Trekking in Nepal – Teil 2

Tag 78: Von Deurali zum Annapurna Base Camp

Gut gelaunt starten wir unsere Tour zum Annapurna Base Camp

Gut gelaunt starten wir unsere Tour zum Annapurna Base Camp

Heute ist der große Tag! Das Wetter ist klar und die Sonne scheint, als wir am Morgen zum Annapurna Base Camp (ABC) aufbrechen. Wir trinken sehr viel und lassen uns sehr viel Zeit und scheinbar geht die Strategie auf, denn zu Beginn haben wir keine Probleme mit der Höhe. Je höher wir kommen, desto beeindruckender wird auch die Landschaft. Neben uns fließt ein Gletscherbach, der regelmäßig durch kleine Bäche aus den riesigen Bergmassiven rechts und links genährt wird und der Ausblick auf die Gipfel beeindruckt uns schon jetzt.

Mittagspause mit Knoblauchsuppe und Ingwertee

Mittagspause mit Knoblauchsuppe und Ingwertee

Nach etwa zwei Stunden erreichen wir das Machapuchare Basecamp (MBC), dass auf etwa 3.700 Meter Höhe auf halber Strecke zum ABC liegt. Der Begriff „Basecamp“ ist hier vielleicht etwas missverständlich, denn den steilen Gipfel des Macha Puchhre hat tatsächlich noch niemand bestiegen bzw. ist lebendig zurückgekehrt. Der Berg wurde schließlich als heilig erklärt, was zur Folge hatte, dass ihn niemand mehr besteigen darf und somit vielleicht ein paar Extrembergsteigern das Leben gerettet wurde. Wir kommen heil im MBC an und stärken uns mit einer Knoblauchsuppe und einem Ginger-Lemon-Tee, die ebenfalls gut für die Bewältigung der Höhe sein sollen.

Jetzt geht's weiter bergauf

Jetzt geht’s weiter bergauf

Auf dem Weg zum ABC wird die Höhe dann bemerkbar. Ab und zu fühlen wir uns ein wenig schummrig und wir bekommen leichte Kopfschmerzen. Die Schritte werden immer langsamer und die Pausen häufiger. Ich bin mit unserem Guide Hem einen kleinen Umweg gelaufen und wir haben so die Chance, Nicole und Yvonne bei ihrem Anstieg von oben zu beobachten. Im Gegensatz zum normalen Aufstieg laufen wir an der Kante zum Gletscher. Es ist beeindruckend, aber verdammt anstrengend und als ich nach zwei Stunden am ABC ankomme, bin ich ordentlich geschafft. Nicole und Yvonne geht es ähnlich, wir sind alle sehr erschöpft und ein starker Druck im Kopf breitet sich aus. Die  Aussicht und Atmosphäre sind aber mehr als eine Belohnung dafür, auch wenn wir uns zunächst in unserer Lodge hinlegen müssen, bevor wir es genießen können.

Das Annapurna Basecamp - wir haben es geschafft!

Das Annapurna Basecamp – wir haben es geschafft!

Das Basecamp befindet sich auf 4.130 Meter Höhe und ist umgeben von den Gipfeln des Himalayas. Man könnte meinen wir wären im Tal, denn fast alle Gipfel liegen trotz unserer Höhe noch 3.000 Meter höher. Das Gefühl inmitten dieser Giganten, die Luft, die Stille (bis auf das gelegentliche Knacken des Gletschers) und die Gesamtatmosphäre lassen sich nicht in Worte fassen. Wahnsinn! Jeder Meter des Anstiegs hat sich gelohnt.

Sonnenuntergang am Macha Puchhre

Sonnenuntergang am Machapuchare

Nach einer Stunde Erholung gönnen wir uns ein leckeres Mittagessen, damit wir uns gestärkt im Basecamp umschauen können. Gegen Abend sehen wir noch die letzten Sonnenstrahlen auf dem Machapuchare und dann wird es Nacht und damit auch ziemlich kalt. Zum Glück können wir uns im Aufenthaltsraum einen Heater (ein Gasbrenner, der unterm Tisch aufgestellt wird) leihen und so unsere Füße und Beine warm halten. Kurz vor dem Schlafengehen machen wir dann noch eine kurze Nachtwanderung. Die Nacht ist klar und der Sternenhimmel unglaublich schön! Die Schatten der Berge, die Milchstraße, tausende von Sternen und zahlreiche Sternschnuppen verzaubern uns in absoluter Stille – bis uns kalt wird und wir uns in unsere Schlafsäcke zurückziehen. Einen solchen Moment können wir leider nicht auf einem Foto festhalten. Sorry!

In der Nacht hat die Höhe weitere Auswirkungen- Yvonne hat starke Kopfschmerzen und fühlt sich unwohl, zudem lässt uns die geringe Sauerstoffzufuhr nur sehr unruhig schlafen.

Tag 79: Vom ABC zurück nach Bamboo

Sonnenaufgang mit Blick auf den Gipfel des Annapruna I (8019)

Sonnenaufgang mit Blick auf den Gipfel des Annapruna I (8019)

Wir stehen schon um viertel nach sechs auf, um den berühmten Sonnenaufgang am Annapurna I (der Annapurna hat insgesamt vier Gipfel, Annapurna I ist der Höchste mit 8019 Metern) nicht zu verpassen. Tatsächlich ist es ein beeindruckendes Naturschauspiel, als die ersten Sonnenstrahlen den Gipfel treffen und die Kuppe des Giganten golden leuchtet.

Eigentlich war heute ein weiterer Anstieg zum Gletscher des Annapurna geplant, aber da unser Guide die von der Agentur geplante Route nicht kennt

Der Abschied aus dem Tal der Giganten

Der Abschied aus dem Tal der Giganten

(falls es eine gibt, denn auch sonst hat niemand mit dem wir sprechen davon gehört) und wir außerdem immer noch starke Kopfschmerzen haben, entscheiden wir uns für den Abstieg. Nachdem die Sonne über die Berggipfel geklettert ist, wird es zum Glück wieder angenehm warm und statt einem dritten Paar Socken brauchen wir wieder Sonnencreme. Der Abstieg geht natürlich deutlich schneller, da es zum Einen bergab geht und wir zum Anderen wieder mehr Luft bekommen. Nach weniger als einer Stunde sind wir am MBC angekommen und müssen uns aus dem Tal der Giganten verabschieden.

Zügig bergab - am Anfang noch bei strahlender Sonne

Zügig bergab – am Anfang noch bei strahlender Sonne

Nach einiger Zeit sind wir sogar froh, als Nebel aufkommt und wir so ein wenig von der Sonne geschützt sind, denn die Morgensonne in der Höhe war ganz schön intensiv. Da wir die Strecke schon kennen und es fast ausschließlich zügig bergab geht, sind wir schnell unterwegs und erreichen am Nachmittag die Lodge „Bamboo“ auf 2.300 Meter. Damit sind wir heute fast 2.000 Meter abgestiegen und entsprechend ordentlich geschlaucht. Kein Wunder das wir nach dem Abendessen  schnell in unser Zimmer verschwinden und mit Freude feststellen, dass es hier jetzt nachts wieder deutlich wärmer ist. Hier in den Bergen gehen wir meist schon zwischen 20:00 und 21:00 Uhr zu Bett. Müdigkeit und Erschöpfung lassen uns nicht länger aufbleiben und offensichtlich sind wir nicht die einzigen, den nach 20:00 Uhr ist es still und der Aufenthaltsraum leer.

Tag 80: Tausend Stufen von Bamboo bis Chomrong

Tausend Stufen in Chomrong

Tausend Stufen in Chomrong

Der Zweitausendmeter-Abstieg vom Vortag ist auch heute noch zu spüren. Das erste Mal haben wir alle drei gehörigen Muskelkater. Da hilft aber nichts, denn der Abstiegt geht natürlich weiter. Das schöne Wetter hat uns leider mittlerweile auch verlassen, denn heute ist es ziemlich bewölkt. Aber bei sechs Tagen Aufstieg bei klarem Himmel und Sonnenschein dürfen wir uns wohl kaum beschweren. Irgendwie hat der mit Nebel umgebene Pfad durch die Wälder auch etwas.

Da wir ohnehin nicht in die Ferne blicken können, schauen wir uns das Dorfleben an und ich mache Bekanntschaft mit einem der Büffel, die hier inmitten der Siedlungen leben. Zunächst schaut mich der Büffel nur verdutzt an, bevor er beschließt den salzigen Schweiß von meinem Arm genüsslich abzuschlecken und mich dabei ordentlich einspeichelt. Lecker!

Da wir gestern weit gelaufen sind und ohnehin schon einen Tag gespart haben, müssen wir heute nur eine kleine Strecke laufen.

Mein Büffel und ich

Mein Büffel und ich

Schon gegen Mittag erreichen wir Chomrong , eins der größten Dörfer in diesem Gebiet mit knapp 300 Hütten. Das Dorf liegt an einem steilen Hang, so dass zwischen der untersten und der höchstgelegensten Hütte fast 400 Höhenmeter liegen. Über eine zentrale Treppe sind die Hütten miteinander verbunden.

Unsere Unterkunft

Unsere Unterkunft

Natürlich liegt unsere Unterkunft am oberen Ende des Dorfes und wir dürfen erst einmal die tausend Stufen hochstapfen. Oben angekommen begutachten wir unsere Unterkunft und sind zufrieden. Ein schönes Zimmer mit Blick ins (leider noch bewölkte) Tal. In der Nähe gibt es eine kleine Bar, die sogar WiFi mit akzeptabler Geschwindigkeit hat und in der wir auch einige Zeit verbringen. Leider bleibt unsere Unterkunft nicht so ruhig und idyllisch wie bei der Ankunft.  Eine koreanische Schulklasse macht Wanderurlaub (eine Wanderung im Himalaya hätte ich auch gerne mal als Schulausflug gemacht) und die 40-50 Kids sind richtig laut. Zum Glück sind wir müde genug und können trotz lauter Musik (die Kids gröhlen draußen den „Gandam Style“) schlafen.

Tag 81: Von Chomrong nach Ghandruk

Die Sonne scheint und das Dorf erwacht

Die Sonne scheint und das Dorf erwacht

Wir haben unseren Start für den Tag extra so geplant, dass wir erst nach der großen Reisegruppe frühstücken und somit theoretisch länger schlafen könnten (7:30). Aufgrund der Aufbruchsstimmung der großen Gruppe ist ab 6:30 jedoch nicht mehr an Schlafen zu denken, zudem bellt ab 06:00 Uhr ein Hund mit einer beeindruckenden Ausdauer. Kurzum – wir früh sind wach, überpünktlich beim Frühstück und brechen früh auf. Dafür scheint heute Morgen wieder die Sonne 🙂

Wir passieren ein paar Kühe

Wir passieren ein paar Kühe

Auf dem Weg nach Ghandruk verlassen wir die bekannte Strecke und laufen durch ein neues, unbekanntes Tal. Bevor wir in das Tal absteigen bekommen wir noch unerwarteten Besuch und können ein halbes Duzend Adler bei ihren Kunstflügen bewundern. Majestätisch gleiten die prachtvollen Vögel nur knapp 10 Meter über uns vorbei und zeigen sich vor der schönen Bergkulisse. Sowas sieht man auch nicht alle Tage!

Um Ghandruk zu erreichen müssen wir zunächst knapp 600 Höhenmeter runter und wieder hoch, aber das macht uns mittlerweile nicht mehr viel aus. Auf der Kuppe angekommen stärken wir uns mit einem leckeren Mittagessen und müssen nach der Pause nur noch eine Stunde laufen.

Unser Träger "Modan"

Unser Träger „Modan“

Während der letzten Stunde fällt mir wieder ein, dass unser Guide Hem über Touristen berichtet hat, die mehrere Kilo schwere Steine als Andenken mitnehmen (lassen) und diese den bezahlten Trägern zusätzlich auf den Rucksack packen. Unglaublich, was sich manche Menschen dabei denken… Jedenfalls erinnere ich mich an die Geschichte und als wir einen Stein in Herzform finden, drücken wir diesen einem unserer Träger (Niro) in die Hand: „Den wollen wir als Andenken mitnehmen!“

Unser Träger "Niro"

Unser Träger „Niro“

Der Scherz zündet zum Glück und wir finden auch für Hem und Modan (den anderen Träger) noch passende Steine, die wir natürlich nicht mitnehmen.

Am Abend schlafen wir dieses Mal in einem Hotel, das diesen Namen aber kaum verdient und eher den einfachen Unterkünften in den Bergen gleicht. Wir besichtigen Ghandruk, das optisch einem Dorf aus dem Mittelalter gleicht. Es gibt ein winziges Museum (ein ca. 20m² großer Raum mit alten Werkzeugen),

Ghandruk - eine Stadt wie im Mittelalter

Ghandruk – eine Stadt wie im Mittelalter

einen kleinen Tempel und eine Touristencenter mit interessanten Informationen und Statistiken. So gab es in Nepal zwischen 2002 und 2006 politische Unruhen, was den Tourismus um 2/3 reduzierte. Hem weiß aus eigener Erfahrung aus dieser schweren Zeit für die Tourismusbranche zu berichten, aber momentan sieht es zum Glück viel besser aus.

Heute ist unser letzter gemeinsamer Abend und wir gönnen uns und unseren nepalischen Freunden ein paar Drinks (natürlich gibt es auch Raksi, den einheimischen Reiswein) und spielen gemeinsam Karten.

Tag 82: Der letzte Wandertag

Unser Guide "Hem"

Unser Guide „Hem“

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge starten wir in den letzten Wandertag. Auf der einen Seite sind wir ein wenig erschöpft und freuen uns auf eine komfortable, warme Dusche und frische Kleidung, auf der anderen Seite wollen wir die täglichen Wanderungen, die tollen Erlebnisse und atemberaubenden Atmosphären nicht missen.

Der letzte Wandertag ist nicht mehr ganz so spektakulär, denn wir wandern hauptsächlich entlang einer Straße und es ist daher auch nicht mehr so idyllisch und verlassen.

Der letzte Wandertag

Der letzte Wandertag

Unsere Träger nehmen bei der erstbesten Möglichkeit einen Bus, aber wir wollen den letzten Tag zu Ende wandern. Auch wir müssen später noch mit einem lokalen Bus zurück nach Pokhara fahren, aber vorher gehen wir am Ausgang des Nationalparks noch einmal Mittagessen, was dieses Mal eine herbe Enttäuschung ist. Mein Essen (Pizza) und Yvonnes Essen (Spaghetti) sind dermaßen ungenießbar (der Teig ist nicht durch, die Tomatensoße geleeartig und beides ohne jegliche Gewürze), dass wir zum ersten Mal auf unserer mittlerweile 3-monatigen Reise die Speisen stehen lassen und uns zu dritt über Nicoles Pommes und Momos (tipetansiche Teigtaschen) hermachen. Hem ist das so unangenehm, dass er uns am nächsten Stand einen großen Beutel Mandarinen kauft, die richtig lecker sind. Wenigstens etwas!

Kleine Dörfer in Nepal

Kleine Dörfer in Nepal

Die Rückfahrt mit dem lokalen Bus ist wieder eine Erfahrung und kommt den Busfahrten in Indien nahe. Wir fahren zwar nicht ganz so schnell um die Kurven, nehmen aber dafür die Schlaglöcher besser mit, so dass es zu gelegentlichen „Flugphasen“ kommt. Gut durchgerüttelt kommen wir wieder in Pokhara an.

Am Abend gehen wir dann wieder lecker essen und ich gönne mir nach sechs Wochen einen weiteren Besuch beim Barber, der mir die Haare schneidet, den Bart rasiert und danach den Kopf massiert. Den letzten Teil hätte ich mir besser gespart, denn der Herr packt so fest zu, dass ich noch Tage danach Kopfschmerzen habe und mich am liebsten mit einer schnellen groben Gesichtsmassage revangieren würde…

Tag 83: In den Lüften

Paragliding - gleich geht es los

Paragliding – gleich geht es los

Heute ist Flugtag. Auf Empfehlung der polnischen Reisegruppe haben wir heute einen Paraglidingflug gebucht und dafür extra unseren Flug nach Kathmandu verschoben. Obwohl wir alles gut durchgerechnet und Puffer eingebaut haben, wird es später doch noch knapp. Erst verspätet sich die Abholung am Hotel um 45 Minuten und dann müssen wir noch weitere 45 Minuten am Paragliding-Office warten, da die Piloten auf bessere Windverhältnisse warten. Damit schmilzt unser Zeitpuffer, aber wir sind immer noch gut im Rennen, denn der Agentur haben wir eine frühere Abflugzeit genannt. Die üblichen Zeitverzögerungen kennen wir doch schon…

Wir fliegen über Pokhara

Wir fliegen über Pokhara

Gerade noch im Zeitplan fahren wir zur Absprungstelle und dann geht es auch schon los. Yvonne fliegt zuerst und dann folgen Nicole und Ich. Die Windverhältnisse sind gut und so gewinnen wir schnell an Höhe. Überraschend bequem sitze ich vor meinem Piloten und wir gleiten über Pokhara. Leider haben wir keine Sicht auf das Hochgebirge, aber ich genieße das Gleiten über die Berge trotzdem. Yvonne und Nicole können leider nur kurz genießen, denn auch für Paragliding braucht man einen stabilen Magen und ein freundlich gesonnenes Gleichgewichtsorgan.

Über dem See machen wir ein paar Tricks

Über dem See machen wir ein paar Tricks

Auch mir wird es etwas schwindelig, nachdem ich meinem Piloten nach dem Motto „Probieren geht über studieren“ das OK für einige Tricks wie die Spirale, die  Schwebe und den Overturn (der Fallschirm ist auf einmal zwischen mir und dem Boden) gebe. Dagegen ist Achterbahnfahren eine Erholung!

Gut durchgeschüttelt landen wir wieder und sind alle drei froh, wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. Das bleibt aber nicht lange so, denn jetzt müssen wir uns sehr sputen, um unseren Flug nach Kathmandu zu  bekommen.

Der kleinste Flieger in dem wir bisher geflogen sind

Der kleinste Flieger in dem wir bisher geflogen sind

Die Jungs vom Paragliding geben dann alles und wir hätten sogar den angegebenen Flug um 14:30 bekommen, aber so haben wir noch eine entspannte Stunde am kleinen Airport in Pokhara und alles läuft glatt und ohne zu viel Stress. Ein bisschen Stress ist noch selbstverschuldet, denn während des Security-Scan fällt einer Angestellten auf, dass mein Schweizer Taschenmesser noch im Handgepäck ist. MIST! Geistesgegenwärtig behaupte ich felsenfest, dass es sich hierbei aber um meinen Mp3-Player handelt (mein Taschenmesser hat ein Display) und kann die Dame mit einem Bluff („Das ist mein Mp3-Player. Soll ich ihn rausholen?“) überzeugen. Puh! Das war knapp und wird an größeren Airports sicher nicht mehr klappen…

Wir dürfen sogar kurz ins Cockpit

Wir dürfen sogar kurz ins Cockpit

Der Flug selbst ist auch wieder interessant, denn wir fliegen in einer kleinen Propellermaschine (ca. 30 Personen), haben Sicht auf das Himalayagebirge und ich darf nach der Landung sogar noch ein Foto im Cockpit schießen.

Nicole und Yvonne fühlen sich noch immer sehr benommen von dem Paraglidingflug und wir sind schließlich alle froh, nachdem wir eine Stunde im Stau vom Flughafen bis zu unserem  Hotel standen, anzukommen. Kathmandu zeigt sich heute in einem neuen Bild und ich muss unsere Ausführung des geordneten Kathmandu teilweise revidieren.

Kathamandu - doch ein bisschen chaotisch...

Kathamandu – doch ein bisschen chaotisch…

Wie sich herausgestellt hat, waren während unserer ersten Ankunft noch Streiks im Gange und der Verkehr deswegen so gering. Heute ist es auf den Straßen rappelvoll und staubig. Das kommt schon fast an die indischen Großstädte ran. Am Abend versuchen wir das leckere Restaurant vom ersten Tag wiederzufinden, doch nach einiger Sucherei (leider wussten wir nicht mal mehr den richtigen Namen) geben wir auf und finden zum Glück noch ein anderes passables Restaurant.

Tag 84: Shopping und Weiterreise nach Malaysia

Powershoppen in Kathmandu

Powershoppen in Kathmandu

Schon am Vorabend sind wir durch ein paar der zahlreichen Geschäfte geschlendert und heute Morgen ist es soweit. Wir haben noch etwa 3.000 NR (~ 22 €) und eine Stunde bis zur Abholung = Powershoppen! Tatsächlich bekommen wir mit Ausdauer, Glück und Verhandlungsgeschick noch alles was wir haben wollten (zwei Türgriffe aus Kupfer, eine Weste von „North Face“, einen Aufnäher und drei Aufkleber für meine Gitarre) und haben sogar noch 500 NR übrig.

Der Weg zum Flughafen ist wieder sehr belebt und an einer Kreuzung müssen wir fast 20 Minuten warten. Doch auch dieses Mal ist der Zeitpuffer reichlich und wir vertreiben uns die Wartezeit am Flughafen mit der Gitarre und dem kostenlosen WiFi. Unsere weitere Reise geht über Kuala Lumpur und Saigon nach Phu Quoc, wo wir uns eine 5-tägige Auszeit gönnen wollen. Das nächste spannende Reiseziel wartet schon auf uns: Vietnam!

Fazit Nepal:

Nepal ist mehr als eine Reise wert!

Nepal ist mehr als eine Reise wert!

Schon wieder können wir ein Reiseland ausdrücklich weiterempfehlen. Nepal und das Himalaya haben uns sehr beeindruckt. Auch das Reisen als solches hat sich als völlig problemlos herausgestellt. Die Unterkünfte, das Essen, die Reiserei und auch das Shopping sind zudem sehr günstig. Es gibt zahlreiche Wanderrouten mit unterschiedlichen Anforderungen und Schwierigkeitsgraden. Unseren Trek zum Annapurna Base Camp kann man zum Beispiel auch völlig problemlos ohne Guide und Träger (wenn man leichtes Gepäck hat) laufen und braucht damit auch keine Tour zu buchen. Hinterher ist man immer schlauer… Auf anderen Strecken sieht es anders aus, da teilweise Zelte und ein Koch inkl. Equipment benötigt werden. Wie wir erfahren haben, sind die Strecken um den Mount Everest  deutlich stärker frequentiert und Duschen, Wasser und andere Annehmlichkeiten in den Hütten bis zu 5-10-mal so teuer.

Der Streckenplan hängt an allen Hütten aus (Zeitangaben ohne Gewähr!)

Der Streckenplan hängt an allen Hütten aus (Zeitangaben ohne Gewähr!)

Wir waren mit unserer Agentur www.enjoy-nepal.de zufrieden, aber wer weniger Geld ausgeben möchte, kann alles vor Ort selbst organisieren und so bestimmt nochmal 40% sparen. Die Flüge sind mittlerweile auch sehr bezahlbar und per Daumenkalkulation kommen wir auf knapp 1.000,- € für zwei Wochen inkl. Hin- und Rückflug aus Deutschland. Für alle Wander- und Outdoorfans ist Nepal/das Himalaya also eine sehr attraktive und bezahlbare Option!

Zum letzten Beitrag (Trekking in Nepal – Teil 1)