Südindien: Strand und Backwaters

Tag 58: Gedeichselt zurück nach Delhi

"Indian-Style" zurück nach Delhi

„Indian-Style“ zurück nach Delhi

Heute fahren wir zurück nach Delhi, um am nächsten Tag unseren Flug nach Südindien zu erwischen.  Am 3. November ist Diwali, ein indischer Feiertag, der gesellschaftlich mit unserem Weihnachten verglichen werden kann: Man trifft die Familie, beschenkt sich gegenseitig und zündet Lichter und Kerzen an. Wir haben die nächste Bahnfahrt zudem relativ kurzfristig geplant, so dass die Züge vollkommen ausgebucht sind. Uns wurde jedoch versichert, dass eine Rückfahrt nach Delhi möglich ist. Wie wir später erfahren bekommen wir die Tickets „Indian-Style“: Jemand kennt jemanden der jemanden kennt und mit ein paar größeren Scheinchen und für insgesamt fast 30 € (in Indien ist das für eine Bahnfahrt sehr viel!) haben wir zwei Sitzplätze in der ersten Klasse.

Zwei Tage vor Diwali in Delhi - "Weinachtsmarkt" bei 30°C

Zwei Tage vor Diwali in Delhi – „Weinachtsmarkt“ bei 30°C

Wir kommen in Delhi an und werden am Bahnhof wieder von diversen TukTuk- und Taxifahrern abgefangen. Mittlerweile haben wir etwas Routine und bekommen ohne Probleme ein Fahrzeug zu einem fairen Preis. Als wir vor drei Wochen hier angekommen sind, waren wir noch völlig erschlagen und wurden überall angesprochen. Unser jetziger Aufenthalt ist dagegen relativ entspannt. Entweder liegt das an Diwali, wir nehmen die Stadt und die Menschen anders wahr oder die Menschen uns. Wahrscheinlich liegt die Wahrheit wie fast immer in der Mitte. Am Abend schlendern wir noch über die Straßen und beteiligen uns ein ganz kleines bisschen am Kaufrausch vor dem großen Fest.

Tag 59: Flug in den Süden nach Kochi

Die Weiterreise ist unspektakulär und klappt sogar so gut, dass wir von den geplanten 90 Minuten am Flughafen nach nur 15 Minuten eingecheckt haben und bereit zum Boarden sind. Wir hatten uns an die indischen 30°C schon gewöhnt, aber im Süden ist es nochmal eine Ecke wärmer (40°) und die Luftfeuchtigkeit ist deutlich höher. Auf dem Weg zum Hotel gießt es monsunartig und die Straßen sind wie gewöhnlich voll. Da wir erst am späten Abend ankommen, beschließen wir im Hotelrestaurant zu essen, welches aber wegen Renovierungsarbeiten geschlossen hat. Uns wird angeboten, unser Abendessen im Zimmer serviert zu bekommen und da wir sehr hungrig sind, sagen wir sofort zu – ein großer Fehler. Es dauert sage und schreibe 2,5 Stunden und 3 Anrufe in der Rezeption bis das Essen uns um kurz vor 23:00 Uhr erreicht. Die Bestellung ist unvollständig und das Essen eher bescheiden. Wir sind leicht angepisst, aber der Hunger treibt’s rein. Mahlzeit!

Tag 60: Fort Kochi

Chinesische Fischernetze in Fort Kochi

Chinesische Fischernetze in Fort Kochi

Kochi ist eine Hafenstadt am indischen Ozean und verfügt über sehr weitläufige Stadteile. Unser Hotel ist in der Nähe vom Bahnhof in Ernakalum und am ersten Tag reisen wir von dort nach Fort Kochi an der Küste. Im Süden scheint alles ein weniger entspannter zu sein und so schlendern wir durch die Gassen und besichtigen die riesigen chinesischen Fischernetze an der Küste. Uns fällt auf auf, dass sowohl die Fahrer als auch die kleinen Läden im Vergleich zum Norden weniger überzogene Preise verlangen, dafür aber auch weniger mit sich handeln lassen. Das Christentum ist hier ebenfalls deutlich verbreiteter und neben jeder Menge Fisch gibt es hier auch wieder Schwein und Rind in den Restaurants.

Mit der Fähre zurück

Mit der Fähre zurück

Am Nachmittag gönnen wir uns dann eine Ayurveda-Massage, die uns allerdings weniger zusagt. Wir werden in Öl ertränkt und sowohl die Atmosphäre als auch die Sauberkeit laden weniger zur Entspannung ein. Frisch eingeölt ölen wir danach bei 40°C wie sonst etwas und beschließen schnell zurück zum Hotel zu fahren. Auf dem Rückweg nehmen wir die Fähre, die uns ganze 12 IR (14 Cent) kostet. Frisch geduscht finden wir ein nettes Restaurant und lassen den Tag ausklingen. Auf den Straßen wird derweil ordentlich geböllert. Ebenfalls ein Brauch zu Diwali!

Tag 60: Weiterreise nach Alleppey

Jeden Tag Rucksack packen - und weiter geht's!

Jeden Tag Rucksack packen – und weiter geht’s!

Durch die Bahnfahrerei im Norden geprägt erkundigen wir uns am Bahnhof nach den Tickets. Wir hatten gelesen, dass es im Süden etwas einfacher ist und es ist tatsächlich mehr als einfach. Wir kaufen am Schalter zwei Tickets für 60 IR (75 Cent) und steigen wenig später einfach ein. Alleppey liegt zwischen dem Meer und den Backwaters und von hier starten täglich hunderte von Hausbooten zu einer eintägigen Tour.

Der Strand in Alleppey ist noch ganz okay...

Der Strand in Alleppey ist noch ganz okay…

Die erste Nacht haben wir in einer von LonleyPlanet und Tripadvisor empfohlenen Unterkunft gebucht und wollen die zweite Nacht auf einem Boot verbringen, doch es kommt alles anders. Leider haben wir wieder kein Glück bei der Unterkunft und können uns die 5-Sterne-Bewertung beim besten Willen nicht erklären. Es wird renoviert, alles ist ein wenig schmuddelig und der Strom fällt mehrfach aus. Nachdem wir uns im Meer erfrischt haben, müssen wir im Dunkeln (mit Taschenlampe) duschen.

Abends gehen wir dann mit ein paar anderen Reisenden aus Australien und den USA essen, aber das Essen ist wieder nicht toll und es kommt irgendwie auch keine Stimmung auf. Einziges Highlight ist ein heftiges Gewitter mit facettenreichen Blitzen und ungeheuer lautem Donner und einem kurzen heftigen Schauer. Immerhin haben wir es heute geschafft, die nächsten Tage zu planen.

Tag 61: Backwaters

Auf dem Weg in die Backwaters

Auf dem Weg in die Backwaters

Nach einiger Überlegung haben wir uns dazu entschieden, anstatt mit einem Hausboot, mit einem kleinen Kanu durch die Backwaters zu reisen. Das ist Erstens sehr viel günstiger und Zweitens bekommt man einen deutlich besseren Einblick in das Leben der Bewohner. Wir können die kleinen Kanäle zwischen den Häusern nutzen und sind zum Frühstück und Mittagessen bei einem dort wohnhaften Bootsmann einquartiert.Watch Full Movie Online Streaming Online and Download

Anthony wird uns durch die Backwaters fahren

Anthony wird uns durch die Backwaters fahren

Anthony erwartet uns bereits an der Fähre und wir reisen in die Backwaters. Überall sind kleine und große Kanäle an denen tausende von kleinen Hütten und Dörfern liegen und die mit Palmen umsäumt sind. Auf riesigen Plantagen wird hier zudem Reis angebaut. Nach einem kurzen Spaziergang kommen wir an Anthonys Haus (ehr eine kleine ärmliche Hütte) an und bekommen unser Frühstück: Gekochter und gemahlener Reis mit Kokosnuss und Gewürzen, der in einem Bananenblatt gekocht wird. Lecker!

Palmen und Reisfelder sind überall

Palmen und Reisfelder sind überall

Nach dem Frühstück fahren wir dann mit dem Kanu durch die Backwaters und beobachten die vielen Menschen bei ihren täglichen Aufgaben, fahren an einer Schule vorbei, besichtigen eine katholische Kirche und die Reisfelder. Anthony beantwortet uns alle unsere Fragen und wir bekommen einen kleinen Einblick in das Leben hier.

Nach der Kanutour erwartet uns bereits ein Mittagessen in der kleinen Hütte.

Ein köstliches indisches Mittagessen

Ein köstliches indisches Mittagessen

Das Essen ist wieder sehr gut. Während des Essens bekommen wir weitere Informationen und kurz bevor sich unser Ausflug zu Ende neigt, fängt unser sonst gutgelaunter Bootsmann etwas zu jammern an. Die Lebensumstände hier sind nicht einfach. Während der Monsunzeit gibt es kaum Touristen und zudem laufen viele der ärmlichen Hütten mit Wasser voll. Natürlich können wir ihm nicht aus der Misere helfen, geben ihm aber ein großzügiges Trinkgeld – denn vermutlich werden die Mittelsmänner sich von unserer normalen Bezahlung einiges abzwacken.

Da wir keine weitere Nacht in Alleppey bleiben wollen, nehmen wir direkt im Anschluss an die Kanoutour gehetzt den Weg zur Bahnstation auf, um den Zug nach Varkala zu nehmen. Leider stimmt die Zuginformation in Internet jedoch nicht und der geplante Zug ist bereits eine Stunde früher abgefahren, so dass wir knappe zwei Stunden auf den nächsten Zug warten müssen. Der kleine Ort an der Küste wird in unseren Reiseführern als ideal für ein paar entspannte Tage beschrieben und genau das brauchen wir jetzt.

Tag 62: Varkala und das „Golden Island“

Entspannt Kaffee trinken - auch mal was Feines

Entspannt Kaffee trinken – auch mal was Feines

Endlich haben wir wieder Glück mit der Unterkunft. Das Hostel „Vedanta WakeUP“ ist neu und die Zimmer einwandfrei. Auf der eigenen Homepage und über Hotelsuchmaschinen ist die Unterkunft zwar recht teuer, über Hostelbookers bekommen wir die gleiche Unterkunft  und das gleichen Zimmer für weniger als die Hälfte. Bingo! Auch der Ort gefällt uns sehr gut. Es gibt zahlreiche Restaurants, Bars und kleine Läden oberhalb der Steilküste und einen schönen Strand. Obwohl wir eigentlich nach Kovalam weiterreisen wollten, beschließen wir schnell einen Tag zu verlängern und machen am Nachmittag einen Abstecher zum „Golden Island“. Auf dem Weg macht unser freundlicher TukTuk-Fahrer noch einen Stopp bei einem kleinen Fischerdorf und einem Tempel. Die kleine Insel liegt einsam und verlassen im Hinterland inmitten eines großen Sees. Es gibt zwar nicht viel zu sehen, aber wir sind die einzigen Besucher und die Stille inmitten des Sees und der Palmenwälder ist schon etwas Besonderes. Den überteuerten Bootstransfer vergessen wir einfach wieder.

Am Nachmittag gehen wir dann noch zum Strand. Das Meerwasser ist zwar warm, aber bei der anhaltenden Hitze trotzdem erfrischend. Am Abend gönnen wir uns ein frischgefangenes Abendessen: Riesengarnelen.

Tag 63: Planänderung

Der Strand in Varkala ist auch schön!

Der Strand in Varkala ist auch schön!

Eigentlich wollten wir nach Kovalam (bekannt für seine traumhaften Sandstände), aber da dort noch immer Gewitter angesagt sind und uns die Auszeit in Varkala richtig gut tut, bleiben wir noch eine weitere Nacht. Heute gibt es auch keine Ausflüge. Wir schlafen aus, informieren uns über die Weiterreise in Asien und chillen am Strand. Durch die Planänderung sparen wir uns zudem einige Reisezeit, da Kovalam noch weiter im Süden und unser nächstes Ziel wieder im Nordosten liegt.

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