Segeln in Paihia und die Nordspitze Neuseelands

Tag 227: Whangarei und die Haruru Falls

Scenic Drive nach Russell

Scenic Drive nach Russell

Wir haben es gestern bis kurz vor Whangarei geschafft und dort auf einem Parkplatz übernachtet. Am Morgen fahren wir weiter und biegen auf einen „Scenic Drive“ ab. An der Küste entlang fahren wir bis nach Russell, von wo aus wir eine Fähre nach Paihia nehmen. Unterwegs finden wir per Zufall noch einen Miniwanderweg durch den Wald. Leider hat uns die Karte nicht verraten, dass wir einen Großteil der Strecke auf unbefestigter Schotterpiste zurücklegen müssen, aber wir haben schon einige Übung.

Die Haruru Falls in der Abendsonne

Die Haruru Falls in der Abendsonne

In Paihia angekommen fahren wir als erstes zum geplanten Campingplatz, der direkt an den Haruru Falls liegt. Wir parken in toller Lage und können die Wasserfälle aus dem parkenden Camper sehen und hören. Im Wissen, dass wir es laut Wetterbericht so gut wie überstanden haben, ertragen wir auch den nächsten dreistündigen Regenschauer und machen danach eine kurze Wanderung, um die Haruru Wasserfälle aus nächster Nähe zu betrachten. Im Licht der Abendsonne können wir den kleinen Ausflug richtig genießen.

Wir campen mit Blick auf die Haruru Falls

Wir campen mit Blick auf die Haruru Falls

Am Abend brutzel ich unser Abendessen am Barbecue und komme mit ein paar Neuseeländern ins Gespräch. Die Osterferien haben gerade begonnen und neben den ausländischen Touristen sind jetzt auch viele Einheimische auf den Campingplätzen. Nach dem Abendessen sitzen wir noch ein wenig zusammen und haben ein interessantes Gespräch. Die Neuseeländer lieben ihr Land und obwohl woanders (z.B. Australien) deutlich höhere Stundensätze gezahlt werden und die Lebenshaltungskosten recht hoch sind, denkt hier keiner ans auswandern. Wer will diese Natur schon mit Geld aufwiegen?

Tag 228: Segeln in Paihia

Paihia liegt an der Bay of Islands und der Name ist wie so oft Programm. Der beste Weg, die vielen kleinen Inseln in der Bay of Islandszu bewundern, ist eine Bootstour. Uns wurde eine Segeltour am Campingplatz empfohlen, die mit 90$/Person für eine fast ganztägige Tour auf einem Katamaran inkl. Mittagessen sogar vergleichsweise günstig ist.

Segeltour in der Bay of Islands

Segeltour in der Bay of Islands

Wir parken gerade unser Auto auf einem Parkplatz in der Nähe der Anlegestelle, als die ersten Regentropfen fallen. Wir sind schon drauf und dran die Tour wieder abzusagen, aber unser Skipper Tom versichert uns, dass es sich nur um einen kurzen Schauer handelt und behält zum Glück recht.

Steuerfrau Yvonne

Steuerfrau Yvonne

Tom ist auch derjenige, der die Tour zu einem tollen Erlebnis für alle Beteiligten macht. Anstatt einfach nur ein paar Touristenspots abzufahren, wird der Motor hinterm Hafen sofort abgestellt und die Segel gehisst. Dabei müssen alle mit anpacken, denn Tom ist nicht nur Bootsbesitzer und Kapitän, sondern auch die einzige feste Besatzung des Schiffs. Während das Segel hochgezogen und alles vertaut wird, steht Yvonne am Ruder und segelt uns durch die Bucht. Der Katamaran ist über 10 Meter lang, etwa 6 Meter breit und liegt gut auf dem Wasser. Während der Überfahrt zwischen zwei Inseln darf ich auch ans Steuer und es macht richtig Spaß, den Katamaran durch die Wellen zu lenken. Der Wind pfeift uns um die Ohren, die Sonne zeigt sich immer wieder und die Luft ist einfach herrlich. Tom gibt gelegentlich Anweisungen und erklärt, wie wir fahren müssen um den Wind optimal zu nutzen.

Steuermann Patrick

Steuermann Patrick

Wir fahren bis zu einer schönen Bucht, wo wir ankern und eine Pause machen. Neoprenanzüge und Schnorchelausrüstungen liegen bereit und das Mittagessen ist reichlich und lecker. Das Wasser ist zwar trüb und kalt, aber ich gehe trotzdem ein bisschen schwimmen. Ein Kanadier hat sogar seine Harpune dabei und schießt sich und seiner Familie ein paar Fische. Während der Fahrt hat unser Kapitän seine Angel draußen und auf der Rückfahrt beißt auch dort ein Fisch an. Alle Fische werden sofort vor Ort und sehr routiniert zu leckeren Filets von Tom zurechtgeschnitten. Den frischen Fisch bekommen wir als Abendessen sogar mitgegeben und freuen uns sehr.

Normalerweise stehen wir nicht so sehr auf Bootstouren (schlechte Erfahrungen mit der Seekrankheit), aber diese Tour war wirklich toll und ich bin ein bisschen auf den Geschmack gekommen. Wer mal in der Gegend ist: Toms „“ ist eine klare Empfehlung!

Kapitän Tom bereitet unser Abendessen vor

Kapitän Tom bereitet unser Abendessen vor

Mit frischem Fischfilet im Kühlschrank fahren wir weiter in den Norden und biegen zur Mautauri Bay ab. Neben unseren Recherchen im Internet und im Reiseführer haben wir auch noch ein paar Tipps von Einheimischen bekommen und die Bucht ist im letzten Licht des Tages wirklich schön. Auf der Strecke gibt es zwar keinen Campingplatz, aber wir folgen Toms Ratschlag und fragen am schönsten Strand einen Bewohner, wo man denn am besten campen könnte.

Wir bekommen daraufhin die erfreuliche Antwort „Wir mögen es nicht, wenn andere Neuseeländer ihre riesigen Camper hier hinstellen und den Strand mit Hunden und Müll verdrecken, aber ihr könnt euch hier einfach hinstellen“ und hat uns dazu noch eine gute Stelle empfohlen. Mit Blick auf die Bucht braten wir uns frischen Fisch und genießen den Sonnenuntergang. Endlich mal wieder ein rundum gelungener Tag!

Blick vom Camper bei Sonnenuntergang

Blick vom Camper bei Sonnenuntergang

Tag 229: Matai Bay

Matai Bay

Matai Bay

Nach der vielen Fahrerei in den Norden und der tollen Segeltour haben wir heute einen etwas ruhigeren Tag. Wir folgen einer weiteren Empfehlung und fahren an der Doubtless Bay vorbei zur Matai Bay, wo es einen Campingplatz direkt am Strand gibt. Eigentlich wollten wir auf dem Weg noch eine kurze Wanderung machen, aber wir verpassen die Ausfahrt und planen dann um. Den Stress „immer alles mitnehmen zu wollen“ legen wir auf der Reise immer mehr ab. Viel wichtiger ist es, den Moment zu genießen!

Auf dem Campingplatz ist viel los, aber wir finden noch eine schöne Stelle am Rand. Ausländische und einheimische Camper kann man von weitem unterscheiden. Während die Ausländer meist mit kompakten Campervans unterwegs sind, haben die Einheimischen im wahrsten Sinne des Wortes „motorisierte Heime“ (aus dem engl. „Motorhome“) oder riesige Zelte mit allen Annehmlichkeiten.

Den Tag verbringen wir am Strand, lesen, gehen schwimmen und genießen die Sonne, die sich in den letzten zwei Wochen so selten hat blicken lassen. Der Sturm ist endgültig Vergangenheit und wir freuen uns auf die nächsten Tage.

Tag 230: The Giant Dune & Twilight / Te Werahi Loop Track

Vielfältiges Neuseeland: Wir befinden uns in den riesigen Dünen

Vielfältiges Neuseeland: Wir befinden uns in den riesigen Dünen

Wir starten gut gelaunt in den Tag und fahren weiter in den Norden. Einige Kilometer westlich von uns befindet sich der“90 Mile Beach“, aber den wollen wir uns erst auf der Rückfahrt genauer anschauen. Wir fahren fast bis zum Ende durch und machen unsere erste Pause bei der „Giant Dune“, bei der auf einen kreativen Namen verzichtet wurde. Eine riesige Düne taucht vor uns auf. Wir parken unseren Camper und stellen uns natürlich der Herausforderung. Ein bisschen erinnert uns der riesige Sandberg an die Dünen in Afrika, aber die Aussicht könnte nicht unterschiedlicher sein. Von der Düne aus sehen wir auf der einen Seite das Meer und auf der anderen Seite die grünen Hügel Neuseelands. Wir verweilen kurz und machen uns dann auf den weniger schweißtreibenden Rückweg. Düne runter ist wesentlich entspannter als hoch.

Der Anstieg ist anstrengend

Der Anstieg ist anstrengend

Für heute haben wir uns wieder eine Wanderung rausgesucht. Dieses Mal geht es zum nördlichsten Punkt vom Festland Neuseelands. Dieser Punkt ist nicht etwa das bekannte „Cape Reinga“, sondern ein Leuchtturm auf einem Felsen etwas weiter südlich, der nur zu Fuß erreicht werden kann.

Auf dem Weg zum nördlichsten Punkt Neuseelands

Auf dem Weg zum nördlichsten Punkt Neuseelands

Die abwechslungsreiche Wanderung unterscheidet sich wieder immens von allen anderen Wanderungen, die wir hier gemacht haben. Wir starten auf einer Kuhwiese, wandern durch dichtes Buschwerk und erreichen einen Steg, wo ein Fluss ein Sumpfgebiet geschaffen hat. Dahinter erreichen wir die ersten leicht bewachsenen Dünen. Wenig später sehen wir auch das Meer und kommen an einen Strand, wo ein Fluss auf das Meer trifft. Im Gegensatz zu den vielen bisherigen Wanderungen gibt es aber keinen ausgetretenen Weg, sondern nur gelegentlich einen Holzpfeiler mit einer Markierung. Kein Wunder, denn es weht eine frische Brise und die Dünen bewegen sich ständig.

Eine abwechslungsreiche Wanderung

Eine abwechslungsreiche Wanderung

In der Ferne sehen wir den Leuchtturm

In der Ferne sehen wir den Leuchtturm

Nach etwa 2 Stunden haben wir unser Ziel erreicht und können den Leuchtturm sehen. Wir machen eine kurze Pause am Strand und danach mache ich mich auf den Weg und besteige den letzten Felsen. Es gibt keinen richtigen Weg und ich muss mich durch das Buschwerk schlagen. Oben werde ich wenigstens mit einer schönen Aussicht belohnt. Yvonne verweilt unterdessen am Strand. Meinen „Entdeckergeiz“ teilt sie heute nicht.

Das letzte Stückchen zum Leuchtturm wird schwierig...

Das letzte Stückchen zum Leuchtturm wird schwierig…

Über die Kuhweide zurück - inkl. Schlammbad

Über die Kuhweide zurück – inkl. Schlammbad

Der Rückweg ist auf dem sandig-felsigen Untergrund zunächst etwas beschwerlich, aber es wird wenig später flach und wir laufen (mittlerweile barfuß) durch feinen Sand über eine schöne Dünenlandschaft. Das letzte Stück der Wanderung geht es dann wieder über eine Kuhweide. Wenige Meter vor dem Ziel übersieht Yvonne einen matschigen Graben und saut sich ungewollt ein. Das Bein ist bis zum Knie schlammbedeckt und es hat kräftig gespritzt. Gut das wir im Auto Wechselklamotten haben.

Unser Campingplatz ist nur wenige Kilometer entfernt und gilt als einer der schönsten. Es ist tatsächlich schön, aber auch wieder rappelvoll. Die Osterferien sind deutlich zu spüren. Nach einem kurzen Bad im Meer und einer kalten Dusche machen wir unser Abendessen im Camper. In der Nacht gibt es einen klaren Sternenhimmel und weitere Sternschnuppen zu sehen. Die letzten Tage unserer Campertour durch Neuseeland stehen bevor, aber wir haben noch einige Stopps auf dem Weg nach Auckland geplant.