San Pedro de Atacama

Tag 314: Ankunft in Chile

In Chile gibt es wieder Straßen - und Straßenschilder

In Chile gibt es wieder Straßen – und Straßenschilder

Nach einigen Kilometern sehen wir schon die ersten Unterschiede zwischen Chile und Bolivien. Aus der Schotterpiste wird eine gepflasterte Straße und die Richtungen sind sogar ausgeschildert. Es geht durchgehend bergab und wir erreichen eine gute halbe Stunde später San Pedro de Atacama. Das kleine Dorf liegt in einem der trockensten Gebiete der Welt, unmittelbar an der Atacamawüste.

Während wir immigrieren wird unser Gepäck gecheckt und wir müssen leider feststellen, dass meine Charango während der Reise beschädigt wurde. Sehr ärgerlich! Auch unsere (versehentlich) mitgebrachte Banane entdeckt der Scanner und wir kassieren einen strafenden Blick des Zollbeamten.

Hier gibt es Restaurants und Biergärten, leider ziehen auch die Preise an

Hier gibt es Restaurants und Biergärten, leider ziehen auch die Preise an

Wir erreichen die Innenstadt und machen uns als erstes auf die Suche nach einer Unterkunft. Mittlerweile hat sowohl in Europa, als auch in Chile die Ferienzeit angefangen und da San Pedro de Atacama ein sehr beliebtes Reiseziel ist, ist es rappelvoll. Unsere Suche nach einer geeigneten Unterkunft ist schon im Internet gescheitert. Auch vor Ort sind die meisten Hostels ausgebucht. Beim vierten Anlauf haben wir Glück und können noch ein 4er-Zimmer ohne Bad und nur einem winzigen Fenster ergattern. Das Zimmer soll uns 30.000 chilenische Pesos kosten. „Wie viel ist das denn jetzt? Schon wieder eine neue Währung…“ Nach kurzer Umrechnung kommen wir auf 40,-€, was für die hiesigen Verhältnisse schon recht günstig ist. In Bolivien hätten wir dafür aber noch ein luxuriöses 3*Hotel bekommen.

Auch die Restaurants sind wesentlich teurer, dafür aber wieder nach westlichem Standard. Das Abendessen im „Ckunna“ ist ausgezeichnet und auch die Toiletten sind mit Seife, Papierhandtüchern und hygienischen Klos wesentlich angenehmer als noch vor Tagen in Bolivien. Auch das Buchen von Touren und der Weiterreise ist einfach. Die Dame vom Busunternehmen Andesmar (eine Niederländerin) spricht sogar deutsch.

Tag 315: Laguna Cejar

Hier regnet es so gut wie nie

Hier regnet es so gut wie nie

San Pedro bietet ein breites Spektrum an Aktivitäten und Möglichkeiten. Neben der Tour nach Uyuni (die wir bereits gemacht haben) gibt es zahlreiche Tagesausflüge. Man kann sich Fahrräder leihen, raften, reiten, klettern oder diverse Berge besteigen. Wir haben auf unserer Reise aber schon das Meiste gemacht und wollen es etwas ruhiger angehen lassen. Es gibt einige Ausflugszielen, die nur am Nachmittag angefahren werden. Das passt uns ziemlich gut in den Kram und wir verbringen erst einmal einen entspannten Vormittag.

San Predro de Atacama liegt zwischen zwei Bergketten, in denen sowohl die Wolken von der Land- als auch von der Meerseite aufgehalten werden. Aus diesem Grund ist der Himmel das ganze Jahr über blau und es gibt so gut wie keinen Niederschlag. Während es nachts und morgens ziemlich frisch ist, wird es nach Sonnenaufgang angenehm warm.

In der Lagune ist eine hohe Salzkonzentration

In der Lagune ist eine hohe Salzkonzentration

Unsere heutige Nachmittagstour führt uns zur Laguna Cejar, die nicht weit von der Stadt entfernt liegt. Die Lagune befindet sich inmitten eines trockenen Salzsees und auch in der Lagune befindet sich eine hohe Salzkonzentration, die mit dem toten Meer vergleichbar ist. Während wir die Tour gebucht haben, durften wir Bilder bewundern, auf denen ein paar Menschen entspannt und bei perfektem Sonnenschein auf dem Wasser treiben. Das machen wir jetzt auch!

Verdammt, das Wasser ist eiskalt!

Verdammt, das Wasser ist eiskalt!

Was wir auf den Fotos nicht gesehen haben: Das Wasser ist eiskalt und von entspanntem liegen kann nicht die Rede sein. Das Bad im konzentrierten Salzsee ist aber auf jeden Fall ein Erlebnis! Der Unterschied zu unseren letzten Naturerlebnissen in Bolivien ist allerdings, dass hier absoluter Massentourismus vorherrscht. Auf dem Parkplatz stehen knapp 40 Busse und hunderte von Touristen strömen zu den Lagunen um Fotos zu schießen und ein salziges Bad zu nehmen.

Der "Tote Meer" Effekt - wir gehen nicht unter

Der „Tote Meer“-Effekt – wir gehen nicht unter

Der Parkplatz ist voll mit Bussen

Der Parkplatz ist voll mit Bussen

Auch bei den weiteren Stopps verläuft alles nach vorgefertigtem Zeitplan. Aussteigen, 15 Minuten Fotos schießen, einsteigen und weiter. Dabei scheinen alle Busse die gleiche Tour (zur gleichen Zeit) zu fahren, so dass die Lagunen regelrecht überfüllt sind und für uns völlig ihren Charme verlieren.

Sonnenuntergang mit Panorama-Spiegelung

Sonnenuntergang mit Panorama-Spiegelung

Es gibt Käse und fertigen Pisco Sour

Es gibt Käse und fertigen Pisco Sour

Lediglich der letzte See, an dem wir den Sonnenuntergang verbringen, ist wieder relativ schön. Hier spiegelt sich das entfernte Bergpanorama perfekt.

Zudem gibt es ein Käsebuffet und fertig gemixten Pisco-Sour. Da die Tour nicht wahnsinnig teuer war, wird unser Gesamtfazit dadurch etwas nach oben geschraubt. Insgesamt hat uns die einsame Natur in Bolivien aber besser gefallen.

Am Abend essen wir im „Bagos“, das uns mehrfach empfohlen wurde. Es ist voll und wir müssen zunächst noch vor der Tür warten. Dann bekommen wir unseren Tisch und machen es uns gemütlich. Das Essen ist okay und wenig später gibt es auch noch Livemusik.

Das Bergpanorama hinter der Atacama-Wüste

Das Bergpanorama hinter der Atacama-Wüste

Tag 316: Die Tour die keine war…

Auch am zweiten vollen Tag in San Pedro haben wir wieder einen entspannten Plan und nur am Nachmittag einen Ausflug gebucht. Wir lassen den Morgen entspannt angehen und essen ein leckeres Mittagessen im etwas teurem, aber gutem Restaurant „Adobe“. Danach geht es zum Tourenanbieter, wo wir wenig später abgeholt werden sollen.

Wir warten...

Wir warten…

Dass man sich auf Pünktlichkeit im Ausland nicht verlassen kann, haben wir längst gelernt, aber nach einer halben Stunde fragen wir dann doch nochmal nach. Darauf wird die Dame im Reisebüro etwas hektisch und fängt an zu telefonieren. Nach einer weiteren halben Stunde gibt es immer noch kein Ergebnis und dank einem spanisch sprechendem Pärchen erfahren wir, dass unsere Buchung und unser Geld zwar entgegen genommen, dass entsprechende Tourunternehmen aber nicht informiert wurde. Wir sind stinkig und bekommen immerhin das Geld zurück. Den angebrochenen Tag leider nicht …

Wir entschädigen uns selbst mit einem leckeren Eis

Wir entschädigen uns selbst mit einem leckeren Eis

Kurz darauf haben wir die heutige Tour für den nächsten Tag (natürlich bei einem anderen Anbieter) gebucht und gehen danach ein leckeres Eis essen. Den Nachmittag verbringen wir gemütlich im Biergarten in der Sonne, schreiben am Blog und planen die letzten Wochen unserer Reise. Langsam kommt das Ende in Sicht. Wir haben nur noch knappe 3 Wochen…

Tag 317: Valley Mars / Valley Muerte

Ich war zwar noch nicht auf dem Mars, aber so könnte es dort aussehen

Ich war zwar noch nicht auf dem Mars, aber so könnte es dort aussehen

Am nächsten Tag klappt die Abholung zur Tour nach Plan und wir verlassen die Stadt in Richtung der westlich gelegenen Berge. Hier befindet sich das Valley Mars, ein Tal in den hier aufsteigenden Bergen, das tatsächlich einer Marslandschaft nahe kommt. Der Boden ist bedeckt von einer mineralischen Gesteinsschicht und um uns herum ragen bizarr geformte Felsen in die Höhe.

Bizarr geformte Felsen

Bizarr geformte Felsen

Bis auf die Straßen dürfen wir die Ebene nicht betreten. Die Kristalschichten sind sensibel und die Oberfläche würde unter unseren Füßen aufbrechen. Wir fahren etwas weiter und sehen uns noch ein paar seltsam geformte Felsen an.

Wir laufen durch ein Salzkristalhöhlenlabyrinth

Wir laufen durch ein Salzkristalhöhlenlabyrinth

Der nächste Programmpunkt ist unerwartet spannend. Wir klettern und kriechen durch einen schmalen Gang, der sich inmitten der Salzkristal-Felsen geformt hat. Dabei können wir die Kristalle in unterschiedlichen Formen bewundern. Manche sind rau und ragen spitz in den Himmel, wogegen andere Kristalle blank wie eine Glasscheibe sind. Wir wandern etwa eine halbe Stunde durch die Gänge und begeben uns dann wieder zum Bus.

Kopf einziehen!

Kopf einziehen!

Ja, für dieses Foto mussten wir uns anstellen!

Ja, für dieses Foto mussten wir uns anstellen!

Wie bei der letzten Tour können wir bei der letzten Station den Sonnenuntergang bewundern. Wir fahren bergauf zu einer Stelle, von wo wir das komplette Tal einsehen können. Es gibt eine Felskante und an einigen Stellen ragen die Felsen über den Rand. Für schicke Panorama-Fotos ist das natürlich ideal und wir sind nicht die einzigen, die das so sehen. An den besten Stellen muss man sich hier sogar anstellen. Massentourismus vom Feinsten.

Ein Klassiker: Ein Mann mit dem handlichen iPad

Ein Klassiker: Ein Mann mit dem handlichen iPad

Belustigend sind dabei die Damen und Herren, die mit ihren riesigen iPads und Tablets rumlaufen und damit ihre Bilder machen. „Hey, eine richtige Kamera ist nicht nur handlicher, sondern macht auch bessere Fotos!“

Auch wenn die Tour wieder sehr nach Schema F abgelaufen ist, haben wir doch einige schöne Stationen abgefahren. Im Nachhinein hätten wir uns aber lieber Fahrräder gemietet und alles selbst erkundet, aber hinterher ist man immer schlauer.

Die Atacama-Wüste von oben

Die Atacama-Wüste von oben

Am Abend gibt es mal wieder was Leckeres. Die kleine Pizzaria „El Charrua“ macht nicht nur Pizza und Pasta aus frischen Zutaten, sondern hat auch einen freundlichen Besitzer und ein gutes Preis-Leistungsverhältnis.

Tag 318: San Pedro de Atacama nach Argentinien

Der Busbahnhof von San Pedro de Atacama

Der Busbahnhof von San Pedro de Atacama

Unser kurzer Aufenthalt in Chile ist heute schon wieder beendet. Wir wollen zwar unbedingt mal nach Patagonien, aber im Süden ist es zu dieser Jahreszeit viel zu kalt und die Distanzen sind im länglichen Staat Chile nicht zu unterschätzen. Stattdessen werden wir durch Argentinien nach Brasilien weiterreisen.

Über einen windigen Bergpass erreichen wir Argentinien

Über einen windigen Bergpass erreichen wir Argentinien

Wir machen unsere Rucksäcke startklar und laufen zum etwa 15 Minuten entfernten Busbahnhof. Nach kurzer Wartezeit kommt dann auch unser Bus, der uns über einen Bergpass nach Argentinien fahren wird. Auch die Grenze befindet sich auf dem Pass und als wir für die Passkontrolle aussteigen weht uns ein heftiger Wind entgegen.

Unsere Mitreisende Steffi fliegt prompt der Hut weg und während sie hinterher sprintet, segeln auch noch ihre Reisepapiere durch die Luft. Zum Glück können wir nach kurzer Verfolgung alles wieder einsammeln. Kurze Zeit später haben wir Chile verlassen und sitzen im Bus nach Salta, Argentinien.