Die letzte Woche in Paracuru

Tag 329: Der erste Eindruck von Paracuru

Unsere "Pousada", hier bleiben wir die letzte Woche

Unsere „Pousada“, hier bleiben wir die letzte Woche

Die letzte Woche unserer Reise wollen wir ein bisschen runterkommen und haben nach einem Ort gesucht, der in der Nähe unseres Abflugsortes (Fortaleza) liegt, über einen schönen Strand verfügt und nette Unterkünfte bietet. Nach einiger Recherche sind wir auf das kleine Städtchen Paracuru gestoßen, das etwa 80km westlich von Fortaleza liegt und haben uns in einer Pousada (kleine familiär betriebene Pension) eingemietet.

Nach etwa eineinhalbstündiger Fahrt kommen wir im kleinen Dorf an und sind zunächst etwas geschockt. Hier ist absolut tote Hose, und es ist überhaupt nicht touristisch. Bis auf unseren Gastgeber (der auch nur ein paar Brocken kann) spricht hier absolut niemand Englisch und unsere Unterkunft befindet etwa 1,5km vom Stadtzentrum entfernt. Hier bleiben wir jetzt eine Woche?

Sonnenuntergang am Strand

Sonnenuntergang am Strand

Nach dem ersten Schreck sehen wir unsere Lage aber sehr positiv. Wir sind schließlich hierher gereist, um den Kopf frei zu bekommen und ein bisschen zu entspannen. Was braucht man dafür schon! Unsere Unterkunft hat immerhin einen eigenen Pool. Am Abend ist die Innenstadt auch etwas belebter, und es gibt auf dem Marktplatz eine Handvoll Restaurants. Wir können zwar keine der Speisekarten entziffern (alles auf Portugiesisch), aber auch damit werden wir bald klarkommen.

Tag 330: Am Strand von Paracuru

Über die Dünen zum Strand

Über die Dünen zum Strand

Am nächsten Morgen machen wir uns auf die Suche nach dem Strand, der nur wenige hundert Meter von unserer Unterkunft entfernt sein soll. Kurz hinter der Siedlung folgen wir einem kleinen Pfaf und befinden uns wenig später inmitten der Dünen. Während wir in Richtung Meer laufen, pfeift uns der Wind um die Ohren. So laufen wir knapp einen Kilometer, bis wir den schönen Sandstrand endlich erreichen.

Es ist traumhaft, aber auch sehr windig

Es ist traumhaft, aber auch sehr windig

Als wir uns im Internet über Paracuru erkundigt haben, konnten wir schon Bilder von den traumhaften Stränden sehen. Auf Fotos ist allerdings nicht zu sehen, dass dieser Teil der brasilianischen Küste extrem windig ist. Der Sand peitscht einem geradezu ins Gesicht und an ein gemütliches Herumliegen ist nicht zu denken.

Ein leckeres Fischgericht im Strandcafé

Ein leckeres Fischgericht im Strandcafé

Wir laufen stattdessen am Strand entlang in Richtung Stadtzentrum und finden nach einer Weile ein nettes einheimisches Strandrestaurant, wo wir uns ein Fischgericht bestellen. Besonders gut gefällt mir, dass es hier für kleines Geld (ca. 1,50 €) ein großes Bier (600ml) gibt, dass üblicherweise im praktischen Kühlbehälter serviert wird.

Paracuru liegt im brasilianischen Bundesstaat „Ceará“, der für sein beständig gutes Wetter bekannt ist. Tatsächlich sind es tagsüber locker 30°C, was sich aber durch den starken Wind kühler anfühlt. Nach einiger Suche finden wir eine windgeschützte Stelle und können uns doch ein wenig an den Strand legen.

Lecker!

Lecker!

Faulenzen am Strand ist mir auf Dauer aber zu langweilig, und ich beschließe am späten Nachmittag, noch ein wenig joggen zu gehen. Die sportliche Aktivität war nicht geplant, und so laufe ich barfuß und in Badehose los. Nach etwa 2 km fängt die Badehose an zu scheuern, und ich muss umkehren. Hätte man sich auch denken können… Der kurze Lauf hatte aber trotzdem was Gutes. Die sportliche Pause in Südamerika ist beendet, und ich habe wieder richtig Lust zu laufen!

Heute ist Samstag und beim Abendessen in der Stadt ist richtig was los. Unseren ersten Eindruck, es gäbe hier keine Touristen, müssen auch ein wenig revidieren. Richtiger wäre, dass es hier fast ausschließlich einheimische Touristen gibt.

Tag 331: Kitesurfen

Der Kitesurfer-Strand

Der Kitesurfer-Strand

Mit breiten Sandstränden, mittelgroße Wellen und extrem viel Wind bietet Paracuru perfekte Voraussetzungen für Kitesurfer. Auch davon hatten wir gelesen und fahren am Morgen mit dem Taxi zum etwa 4km entfernten Strand.

Der Strand ist sehr beliebt und auf dem Wasser tummeln sich Dutzende von Kitesurfern. Wir beobachten zunächst die Profis auf dem Wasser, und für einen kurzen Moment liebäugele ich mit einem Anfängerkurs. Der Kurs kostet aber 35€/Stunde und dauert mindestens 10 Stunden. Da wir eigentlich zum Entspannen hier sind, entscheiden wir uns dagegen.

Perfekte Bedingungen

Perfekte Bedingungen

Dünenbesteigungen sind anstrengend

Dünenbesteigungen sind anstrengend

Nach einer Weile machen wir uns wieder auf und spazieren am Strand entlang zurück in die Stadt. Auf halber Strecke besteige ich eine steil ansteigende Düne, und danach gehen wir gemeinsam im Meer schwimmen.

An der Strandbude von gestern treffen wir den älteren verwirrten Kellner wieder, bei dem wir gestern mit Mühe und Not unser Essen bestellen konnten. Heute sind wir besser vorbereitet, und ich habe mir eine Portugiesisch-App heruntergeladen, mit der uns die Bestellung wesentlich leichter fällt.

Beim Seafood schlagen wir diese Woche nochmal zu

Beim Seafood schlagen wir diese Woche nochmal zu

Wir bekommen eine riesige Portion Shrimps und legen uns danach ein wenig in den Schatten und lesen.

Am Abend sind wir wieder in der Stadt. Dem Besitzer unserer Pension gehört hier ein Lokal, und wir lauschen für ein gutes Stündchen einer Reggae-Band, bevor wir den Rückweg antreten.

Tag 332: Regen, Recherche, Joggen

Unsere Unterkunft

Unsere Unterkunft

Vormittags regnet es heute ausnahmsweise, aber wir lassen uns davon wenig stören und entspannen bei uns im Resort. Unser Plan scheint tatsächlich aufzugehen, und wir haben die nötige Zeit, uns mental auf die Rückkehr vorzubereiten. Mehrere Tage an einem Ort und ein regelmäßiger Tagesablauf waren uns in den letzten Monaten ziemlich fremd. Wir haben endlich Zeit, uns ein bisschen in den Alltag einzulesen. So schön die viele Reiserei auch ist – wir freuen uns auf unsere Rückkehr und die vielen spannenden Herausforderungen.

Zur Mittagszeit ist der kurze, heftige Regenschauer bereits vorüber, und wir finden in der Stadt ein nettes Restaurant, wo man sein Mittagessen per Gewichtsabrechnung bezahlt. Ein übliches Geschäftsmodell in Brasilien.

Am späten Nachmittag gehe ich mal wieder eine Runde joggen. Der Lauf in den Sonnenuntergang ist traumhaft. Die erste Hälfte der knapp 10km ist recht entspannt, doch der Rückweg ist umso anstrengender: Ich habe jetzt Gegenwind.

Tag 333: Sonne tanken

Hier lässt es sich aushalten

Hier lässt es sich aushalten

Für heute haben wir uns etwas ganz Besonderes vorgenommen: Nichts! Für die Mahlzeiten müssen wir zwar jedes Mal in die Stadt laufen, aber ansonsten reichen uns der Pool und die Liegen im Garten als Beschäftigung. Am Nachmittag will ich noch den Blog aktualisieren, und unsere Gastgeber haben mir dafür freundlicherweise ihren Laptop zur Verfügung gestellt – leider ohne Netzstecker, und nach dem Einschalten habe ich genau 10 Minuten, bis der Akku leer ist. Dann eben nicht… Diese Tage sind nicht besonders spannend zu lesen, haben uns aber äußerst gut getan.

Tag 334: Pool, Strand und Joggen

Uns gefällt es hier

Uns gefällt es hier

Obwohl wir in den letzten Tagen in Paracuru nichts Spektakuläres gemacht haben, sind die Tage schnell vergangen. Irgendwie haben wir das kleine Dorf mit seinen Restaurants und Strandbuden liebgewonnen. Wir würden nicht unbedingt noch einmal hierher reisen, aber auch niemals schlecht an diese Tage zurückdenken.

Baden im Meer

Baden im Meer

Wir gehen noch einmal im Meer schwimmen, essen auf einer Terrasse mit Meerblick zu Mittag, plantschen ein letztes Mal im Pool und laufen ein letztes Mal zum Abendessen in die Innenstadt, wo wir ein leckeres Steak mit Roquefort-Sauce essen. Es fühlt sich alles ganz normal an, aber im Hinterkopf hören wir eine Stimme die uns sagt: Genieß es. In wenigen Tagen ist alles anders!

Tag 335: Fortaleza

Ein letztes Mal mit Rucksack schwitzen

Ein letztes Mal mit Rucksack schwitzen

Wir verabschieden uns von unseren Gastgebern und laufen mit den Rucksäcken zum etwa 2 km entfernten Busbahnhof. Bei über 25°C Grad kommen wir ordentlich ins Schwitzen, aber ein Taxi wollen wir uns heute auf keinen Fall nehmen. Morgen fliegen wir nach Hause und einen letzten Marsch mit dem Weltreiserucksack wollen wir uns nicht nehmen lassen.

Die Strandpromenade

Die Strandpromenade

Wir finden unseren Bus ohne Probleme und erreichen nach eineinhalb Stunden Fortaleza. Mit dem Taxi geht es zum Hotel, das sich in der Nähe der Strandpromenade befindet. Am Empfang sind wir kurz irritiert, da unser Zimmer mit 130€/Nacht angeschlagen ist. Wir haben zum Glück schon über das Internet gebucht und nur ein Drittel gezahlt. Vielleicht war das der Zimmerpreis während der WM?!

An der Küste stehen Apparmtents und Hotels

An der Küste stehen Apparmtents und Hotels

Wir laufen runter an die Strandpromenade und schauen uns ein bisschen um. Es gibt einen gepflegten Sandstrand und einen breiten Fußgängerweg. Direkt hinter dem Strand steht eine Front von Hochhäusern, in denen sich Hotels und Apartments befinden. Wir sind ganz froh, dass wir uns dagegen entschieden haben, hier unsere letzten Tage zu verbringen. Das süße kleine Paracuru hat uns deutlich besser gefallen. Ein letztes Bad im Meer können wir uns aber trotzdem nicht verkneifen.

Die "Tourimeile"

Die „Tourimeile“

Am Abend ziehen wir noch einmal los. Wir wollen noch einmal richtig gut essen gehen und vertrauen dabei auf die bislang recht zuverlässigen Empfehlungen von Tripadvisor.

Das letzte Abendmahl (der Reise)

Das letzte Abendmahl (der Reise)

Das empfohlene Restaurant ist recht schick, was sich auch in den Preisen wiederspiegelt. Die Portionen sind sehr üppig (wir hätten uns auch ein Gericht teilen können), aber geschmacklich sind wir etwas enttäuscht. Der Fisch ist fast geschmacklos, und die Pilze in der Soße kommen aus der Dose. In der Preisklasse hatten wir mehr erwartet.

Tag 336: Heimflug

Mittagessen beim Japaner

Mittagessen beim Japaner

Der letzte Tag auf Reisen fühlt sich komisch an. In wenigen Stunden sitzen wir im Flieger und nach weiteren neun Stunden erreichen wir die Heimat. Den Vormittag haben wir aber noch Zeit und laufen zu einem nahegelegenen Supermarkt um uns ein paar Snacks und einen guten Cachaca (typischer Rohrzuckerschnaps) zu kaufen. Das letzte Mittagessen in Brasilien verbringen wir stilecht in einem japanischen Restaurant, und dann geht es auch schon zum Flieger.

Wir freuen uns sehr auf die Heimat, können es aber trotzdem noch nicht ganz fassen. Wie wird es werden, wieder zu Hause zu sein? Eins ist aber schon sicher: Wir werden für immer an dieses tolle Erlebnis zurückdenken: Unsere Weltreise zu Zweit.