Mit dem Camper durch Tasmanien, Teil 1

Tag 159: Ankunft auf Tasmanien

Unser Heim für die nächsten 2 Wochen

Unser Heim für die nächsten 2 Wochen

Tasmanien liegt südlich vom Festland Australiens und wirkt auf der Karte eher unscheinbar. Das liegt aber allein am Größenvergleich zu Australien. Tasmanien ist größer als die Schweiz und hier gibt es Einiges zu entdecken. Gemeinsam mit Yvonnes Schwester Nicole erreichen wir gegen Mittag Tasmanien und holen als erstes unseren Camper ab. Der Flughafenshuttle fährt uns zur etwa 6km entfernten Station von „Tasmanien Campers“ wo wir unser neues Heim in Augenschein nehmen. Bei der Anmietung waren wir schon spät dran, haben aber noch einen einfachen Hightop-Campervan für 79$/Tag bekommen. Der fette Tasmanier von der Campervermietung (entschuldigt die Ausdrucksweise, aber der war wirklich mehr als dick) nuschelt uns noch die Gebrauchsanweisung vor und dann kann es losgehen. Unser Camper hat schon 250.000km auf dem Tacho, ist hier und da ein bisschen verbeult und hat bei gerader Straße einen leichten Zug nach links. Egal! Da es in Tasmanien aber fast keine geraden Straßen gibt, gewöhnen wir uns schnell daran.

Alles ist hier teurer. Wir steigen auf Hartz (Quellwasser) um

Alles ist hier teurer. Wir steigen auf Hartz (Quellwasser) um

Müde und hungrig fahren wir die ersten Meter und machen bei McDonalds und dem nächsten größeren Supermarkt halt. Nach fast 4 Monaten in Asien kommt jetzt der finanzielle Kulturschock. 30$ (= 20€) für ein paar Burger und 150$ für den Basiseinkauf.Dafür konnten wir in Asien mehrere Tage in 3* Hotels wohnen und 3x täglich essen gehen. Natürlich wussten wir, dass es hier nicht mehr so billig ist, aber nach den sparsamen Monaten ist der plötzlich schnelle Geldschwund doch irgendwie unangenehm…

Geschafft - wir haben die Coles Bay erreicht

Geschafft – wir haben die Coles Bay erreicht

Obwohl wir müde sind, wollen wir es noch bis zur Coles Bay schaffen. Das Wetter ist morgen super angesagt und wir wollen zum weltberühmte Wineglass Bay im Freycinet National Park im Osten der Insel. Auf der Fahrt müssen wir zwar aus Sicherheitsgründen eine Kaffeepause machen, aber fahren wir munter weiter. Die Landschaft von Tasmanien gefällt uns jetzt schon. Wir campen auf einem schönen Campingplatz an der Coles Bay (50$/Nacht) direkt am Freycinet National Park. Während Nicole und Yvonne sich etwas ausruhen und das Essen vorbereiten, gehe ich die Umgebung erjoggen. Nach einer Runde um die kleine Ortschaft, laufe ich noch im letzten Licht des Tages die Coles Bay entlang. Joggen ist einfach ein genialer Reisesport! Die letzte Nacht war kurz und wir schlafen danach erschöpft ein.

Tag 160: Wineglass Bay und Hazard Beach

Es gibt zahlreiche Wanderrouten für jeden Geschmack

Es gibt zahlreiche Wanderrouten für jeden Geschmack

Nachdem wir fast verschlafen hätten, kommen wir noch rechtzeitig vom Campingplatz (nach 10:00 Uhr verlieren wir sonst die Kaution). Beim Eingang des Freycinet National Park kaufen wir uns dann ein Parkticket für 60$, dass für alle Nationalparks auf Tasmanien und zwei Monate lang gilt. Diesen Preis finden wir ziemlich fair, denn wir wollen fast alle Nationalparks auf der Insel anfahren. Die Nationalparks auf Tasmanien sind im Übrigen ausgezeichnet organisiert. Es gibt Wanderrouten für jeden Geschmack (von 1-Stundentouren bis zu Mehrtagestouren) und das Infomaterial vor Ort und im Internet ist ausführlich und übersichtlich. Die Parks werden sauber gehalten und die Natur- und Tierwelt respektiert. Vorbildlich!

Wineglass Bay

Wineglass Bay

Traumhaftes Wetter!

Traumhaftes Wetter!

Die Wanderung zur Wineglass Bay bei strahlendem Sonnenschein macht richtig Spaß. Nach etwa einer halben Stunde erreichen wir den Aussichtspunkt über dem Strand und genießen den wunderbaren Ausblick. Natürlich gehen wir auch noch runter und können endlich wieder unsere Füße in den Strandsand stecken. Wir gehen noch nicht schwimmen, denn die freundliche Dame aus dem Touristenoffice hat mir dafür den Hazard Beach empfohlen. Es dauert eine gute halbe Stunde bis wir die Halbinsel überquert haben und den Strand auf der anderen Seite erblicken. Von weitem ist die Wineglass Bay auf jeden Fall schöner, aber zum schwimmen ist der Hazard Beach top. Das Wasser ist flach, ruhig und glasklar. Gut das es warm und sonnig ist, denn das Wasser ist ziemlich kalt. Nach der Erfrischung und einem Mittagessen laufen wir wieder zurück.

Der Strand am "Friendly Beach"-Campingplatz

Der Strand am „Friendly Beach“-Campingplatz

Wir fahren etwas weiter in den Norden und fahren durch den kleinen Ort „Bicheno“, wo wir für eine halbe Stunde kostenlos ins Internet können. In vielen Ortschaften auf Tasmanien gibt es öffentliche Wifispots. Am Abend fahren wir dann zum Campingplatz „Friendly Beach“, der kostenlos ist. Kostenlose Campingplätze sind eine schöne Entlastung für die Reisekasse und es reicht vollkommen aus, wenn wir nur alle paar Tage Strom anschließen können. In Australien und Tasmanien gibt es die praktische Handyapp „Wiki Camps“, auf der sowohl kostenpflichtige, als auch kostenlosen Campsites verzeichnet sind. Es lebe die Technik!

Tag 161: Wanderung im „Apsley River Nationalpark

Trotz mäßigem Wetter brechen wir auf

Trotz mäßigem Wetter brechen wir auf

Das Wetter in Tasmanien ist oft sehr unbeständig und heute Morgen ist es grau und ungemütlich. Wir brechen spät auf und beschließen, trotz Nieselregen eine kleine Wanderung im „Apsley River Nationalpark“ zu machen. Kurz hinter Bicheno biegen fahren wir auf eine Schotterstraße (hier ist auch alles sehr gut ausgeschildert) und nach einigen Kilometern erreichen wir einen kleinen Parkplatz.

Keine 2-Meter entfernt ist eine fette Tigerschlange

Keine 2-Meter entfernt ist eine fette Tigerschlange

Keine 10 Minuten nach Beginn der Wanderung hört es auf zu regnet und die Sonne kommt raus. Jetzt haben wir zwar die Regenjacken umsonst mitgenommen, aber es gibt schlimmeres. Der schmale Wanderweg läuft durch einen schönen Eukalyptuswald (was man nicht nur sehen, sondern auch riechen kann) und führt über einen Hügel zu einer Schlucht, wo wir eine kleine Pause machen.

Auf dem Rückweg sehen wir eine Tigerschlange (fett und schwarz) und eine Cupaheadschlange (schmal und grün), die im Gebüsch neben dem Wanderweg entlang rascheln. Schlangen sind in Tasmanien keine Seltenheit und man sollte bei Wanderungen durch das Buschwerk umsichtig sein. Nach der Wanderung gönnen wir uns ein kühles Bad in einem kleinen See in der Nähe des Parkplatzes und fahren gut gelaunt weiter.

Die Mädels bei der Abenddämmerung

Die Mädels bei der Abenddämmerung

Die luxuriöse Campervariante

Die luxuriöse Campervariante

Wir fahren zurück zum Campingplatz an der Coles Bay, denn dort sind heute unsere Freunde Uschi und Darren aus Australien angekommen. Die Beiden sind auf Hochzeitsreise auf Tasmanien und wir wollen heute gemeinsam Essen gehen. Für diese besondere Reise haben sie sich natürlich einen etwas luxuriöseren Camper mit Badezimmer, Sitzecke und Platz für eine ganze Familie gegönnt. Am Abend sitzen wir dort zusammen und erzählen und lachen ausgelassen, bis ein bärtiger Aussie uns bittet, etwas leiser zu sein. Gerade auf den bezahlten Campingplätzen sieht man viele ältere Semester auf Erholungsurlaub und da passt eine kleine Party (auch wenn es erst 22:30 Uhr ist) überhaupt nicht ins Bild.

Tag 162: Binalong Bay

Zwischenstopp kurz hinter Bicheno

Zwischenstopp kurz hinter Bicheno

Wir fahren Richtung Norden und machen einige Stopps an der Küste. Hier gibt es zahlreiche verlassene Sandstrände und während wir eine kleine Pause an einem der Strände machen, können wir in einiger Entfernung ein paar Delfine erblicken. Wir durchqueren die etwas größere Stadt „St. Helens“, in der es einen großen Supermarkt, Bottleshops und einen kostenlosen WiFi-Spot finden. Wir haben aber für heute noch genug Vorräte und fahren direkt bis zur Binalong Bay.

Binalong Bay

Binalong Bay

Der Strandabschnitt kurz hinter St. Helens ist sehr schön und wir machen eine längere Pause. Yvonne und Nicole haben auf dem Weg eine Packung Austern gekauft (hier gibt es 12 Austern für nur 15$) und so haben wir ein ziemlich exquisites Mittagessen. Es ist etwas frisch, so dass wir das kühle Bad im Meer auf einen späteren Zeitpunkt verschieben und beschließen, heute etwas früher auf den Campingplatz zu fahren.

Abendessen mit Uschi und Darren

Abendessen mit Uschi und Darren

Wir haben uns wieder einen kostenlosen Campingplatz rausgesucht, der sich an der „Garden Route“ befindet. Hier befinden sich sogar mehrere Campingplätze und die Hinteren liegen direkt am Strand und sollen am schönsten sein. Diese Information haben wir leider erst später bekommen und haben einen der Ersten gewählt. Der Campingplatz liegt etwas im Dickicht versteckt und ist ruhig gelegen. Am Abend haben wir wieder Besuch von Darren und Uschi, die eine ähnliche Route geplant haben. Wir kochen und essen gemeinsam und machen danach einen Spaziergang.

Tag 163: Bay of Fires

Unweit unseres Campingplatzes befinden sich die „Bay of Fire“. Der Name beschreibt den Anblick der zahlreichen roten Felsen, in denen sich das Meer bricht.

Die "Bay of Fires" ist für die roten Steine bekannt

Die „Bay of Fires“ ist für die roten Steine bekannt

Wir parken etwas weiter weg und klettern über die Felsen, bis wir einen guten Ausblick haben. Da die roten Felsen an einem längeren Küstenabschnitt zu sehen sind, gibt es nicht die „Bay of Fire“ und jeder muss sich seinen Spot selbst suchen. Bei gutem Wetter kann man hier während des Sonnenauf- und Untergang sicher tolle Fotos schießen.

Gegen Mittag starten wir unsere Tour ins Inland von Tasmanien. Hier erwarten uns tolle Nationalparks mit Bergen, Wasserfällen und Ebenen. Wir sind gespannt!