Melbourne und die Great Ocean Road

Tag 170: Ankunft in Melbourne

Ankunft in Melbourne

Ankunft in Melbourne

Melbourne ist die zweitgrößte Stadt in Australien und gilt als sehr dynamisch. Die Stadt wurde uns mehrfach empfohlen und entsprechend wollen wir ein paar Tage bleiben. Leider sind günstige Unterkünfte in Melbourne selten. Wir haben uns für das Hostel „Discovery Melbourne“ im Zentrum Melbournes entschieden. Die Nacht kostet hier pro Person im Schlafsaal 30$ (=20€) und war damit noch die günstigste Unterkunft. Immerhin bekommen wir die Busfahrt vom Flughafen zurückerstattet. Hierzu muss man am Flughafen beim „Public Pickup“ den Starbus nehmen und kann die Quittung dann im Hostel einreichen.

Das Hostel ist mit über 100 Schlafsälen und jeweils 6 bis 18 Betten riesig und bietet Platz für über 1000 Backpacker. Im Foyer gibt es ein Restaurant, eine Reisebüro, eine Work-and-Travel-Vermittlung und eine angrenzende Bar/Disco.

Wir checken in einem gigantsichen Hostel ein

Wir checken in einem gigantsichen Hostel ein

Nicole fliegt erst in der Nacht und wir deponieren ihr Gepäck in unserem Zimmer. Dank Vorbuchung über das Internet haben wir nur ein 6-Bettzimmer, das aber trotzdem ziemlich bewohnt (oder besser „zugerümpelt“) aussieht.

Nicole und Yvonne nutzen den Nachmittag und gehen shoppen. Klamotten und Schuhe sind dank gutem Umrechnungskurs recht günstig und Australien ist Europa in Sachen Mode einen Sommer voraus. Ich nutze in der Zeit das WiFi, dass hier leider nicht kostenlos ist, sondern 10$ für 3 Tage kostet. Die Aussies wissen, wie man Geld verdient und hier gibt es nichts geschenkt.

Das letzte gemeinsame Abendessen

Das letzte gemeinsame Abendessen

Am Abend gehen wir ein letztes Mal gemeinsam Essen. Nach den vielen selbstgekochten Mahlzeiten auf den Campingplätzen gönnen wir uns heute ein fettes Steak. Nach dem gemeinsamen Abendessen sitzen wir im Foyer des Hostels und spielen Karten. Damit ist jetzt auch wieder Schluss, denn für unser Lieblingskartenspiel (das wir auf Reisen gelernt haben und dessen Namen wir immer noch nicht wissen) brauchen wir mindestens 3 Spieler. Gegen 1 Uhr Nachts laufen wir mit Nicole zur Southern Cross Station, von wo der Skybus zum Flughafen fährt. Der Abschied ist kurz, denn der Bus wartet bereits als wir ankommen. Es war mal wieder eine tolle gemeinsame Zeit!

Zurück im Hostel sind wir ziemlich erschöpft und wollen schlafen. Während ich mir die Zähne putze kann ich im Spiegel einen jungen Mann beobachten, der sich die Seele aus dem Leib kotzt. Wir haben Freitag und offensichtlich haben sich einige Bewohner ziemlich abgeschossen. Irgendwo habe ich den Typ schon mal gesehen. Ich sitze im Zimmer auf dem Bett und als der Kerl ins Zimmer gewankt kommt, wird mir klar: Mist, das ist mein Bettnachbar. Irgendwie sind unsere Nächte in Hostels (Dreckig Bettlacken, volltrunkende Mitbewohner, Bettwanzen) bisher nicht besonders gut verlaufen.

Tag 171: Pako-Festival und White Night Melbourne

Menschenmaßen gab es in Tasmanien nicht...

Menschenmaßen gab es in Tasmanien nicht…

Jeden Samstag startet von unserem Hostel eine kostenlose Tour zu den umliegenden Märkten. Wir haben uns am Vortag für die Tour eingetragen und dabei übersehen, dass die Tour diese Woche durch einen Ausflug zum Pako-Festival in Geelong ersetzt wurde. Auch gut.

Nach den kleinen Dörfern und der einsamen Natur in Tasmanien befinden wir uns auf einmal wieder in einer Menschenmenge. Ein komisches Gefühl. Beim Pako-Festival präsentieren sich viele unterschiedliche Kulturen und es gibt einen Straßenumzug mit Tanz- und Musikgruppen in traditionellen Gewändern. Der Umzug endet leider kurz nach unserer Ankunft, aber wir können die unterschiedlichen Kulturen zumindest kulinarisch noch an den vielen Straßenständen erleben und gönnen uns was ganz ausgefallenes: ein griechisches Souvlaki-Fladenbrot.

Kulinarische Abwechslung vom Griechen

Kulinarische Abwechslung vom Griechen

Eine schöne Abwechslung. Während des Festivals lernen wir auch Sercan aus der Türkei kennen. Er wohnt seit etwa einer Woche im gleichen Hostel, lebt aber schon seit 2 Jahren in Australien. Mit „Work and Travel“ kann man in Australien ohne große Probleme 20$/h verdienen. Die Lebenshaltungskosten sind hier aber entsprechend hoch, so dass sich dieser eigentlich hohe Stundenlohn (umgerechnet 14€/h netto für eine ungelernte Arbeitskraft) relativiert. Wir plaudern ein wenig über sein Leben in Australien und die Türkei bis unser Bus uns wieder abholt.

Die Tour dauert den ganzen Tag und wir fahren als nächstes zu einem Weingut.

Blick aus Williamstown auf die Skyline von Melbourne

Blick aus Williamstown auf die Skyline von Melbourne

Unser Fahrer hat im Internet ein schönes Weingut herausgesucht, doch wir werden aufgrund einer Hochzeit wieder weggeschickt. Stattdessen fahren wir weiter zu einem kleinen Weingut in der Nähe. Die Besitzer empfangen uns persönlich und wir können 7 verschiedene Weine testen. Richtig überzeugen tut uns allerdings nur ein selbstgemachtes Tomaten Chutney, von dem wir uns ein Gläschen mitnehmen.

Auf dem Rückweg zum Hostel halten wir noch einmal in Williamstown. An der Strandpromenade gibt es zahlreiche kleine Cafés und Restaurants und von einem Steg haben wir einen tollen Blick auf die Skyline von Melbourne.

Bunte Häuser bei der "White Night" in Melbourne

Bunte Häuser bei der „White Night“ in Melbourne

Nach der gestrigen kurzen Nacht sind wir zwar ziemlich müde, aber genau heute ist die bekannte White Night in Melbourne, zu dem über 500.000 Besucher erwartet werden. Die Straßen in der Innenstadt sind für Autofahrer gesperrt und die Stadt ist rappelvoll. Wir machen uns auf dem Weg zur „Center-Stage“, wo wir das Highlight des Festivals erwarten. Wir bahnen uns den Weg durch die Menschenmassen, bis wir feststellen, dass es gar keine Center-Stage gibt. Das Festival zeichnet sich durch viele kleine Aktionen und vor allem durch die zahlreichen bunt beleuchteten Gebäude aus. Wir schauen uns ein bisschen um, aber das quetschen durch die Menschenmassen ist nach der kurzen Nacht heute nicht das Richtige. Zurück im Hostel gehen wir schnell schlafen und haben wieder Glück. Mitten in der Nacht werden wir durch lautstarke Kotzgeräusche vom Flur geweckt. Eine Nacht haben wir noch gebucht, aber für die letzten zwei Tage in Melbourne übernachten wir woanders…

Tag 171: Great Ocean Road und 12 Apostles

Unser roter Ferrari-500

Unser roter Ferrari 500

Wir haben uns ein Auto gemietet und wollen heute entlang der berühmten Great Ocean Road zu den “12 Apostles” fahren. Die Strecke bietet sich aufgrund der Streckenlänge auch für eine Mehrtagestour an, aber wir haben (vielleicht etwas vorschnell) bei einem Hotel-Sonderangebot in Melbourne zugeschlagen und müssen die Tour jetzt an einem Tag schaffen. Unser neuer türkischer Freund Sercan begleitet uns wieder. Ausflugsgemeinschaften lohnen sich auf Reisen für alle Beteiligten. Wir können unsere Kosten teilen und Sercan könnte alleine niemals so günstig zu den 12 Apostles reisen. Natürlich freuen wir uns auch über interessante Gesellschaft auf der langen Fahrt. Ich hole unseren gebuchten Kleinwagen ab und werde mit einem knallroten Ferrari (oder war es Fiat?) 500 überrascht.

Wir erreichen endlich die Great Ocean Road

Wir erreichen endlich die Great Ocean Road

Wir fahren in Richtung Geelong und folgen dann der Beschilderung in Richtung Great Ocean Road. Zu den 12 Apostles ist das zwar ein ziemlicher Umweg (im Vergleich zum direkten Weg etwa 100km mehr), aber so können wir die Aussicht entlang der Küstenstraße genießen. Hier gibt es einige schöne Aussichtspunkte und Strände. Wie wir sehen, eignet sich die Küste hervorragend zum Surfen. Sercan hat an der Ostküste in „Surfers Paradies“ gearbeitet, muss aber zugeben, dass die Wellen hier noch besser sind. Einige Surfer präsentieren uns das auch eindrucksvoll.

In „Lorne“ biegen von der Great Ocean Road ab und fahren etwa 10 km ins Inland. Hier befinden sich die „Erskine Falls“ Wasserfälle, die Sercan am Vortag empfohlen wurden.

Die "Erskine Falls" sind wieder schön

Die „Erskine Falls“ sind schön

Aus Tasmanien sind wir schon etwas wasserfallverwöhnt, aber auch diese Fälle können uns wieder beeindrucken. Auf dem Weg zurück ist die Straße sehr steil und wir müssen unseren roten Flitzer ziemlich treten.

Wir stärken uns mit ein paar Fish&Chips und machen einen kleinen Ausflug zu einem Leuchtturm. In den letzten Tagen war das Wetter wechselhaft und soll auch in den nächsten Tagen wieder schlechter werden, aber heute ist es perfekt. Am späten Nachmittag kommen wir den 12 Apostles näher. Wir erreichen als erstes die „Gibsons Steps“ und können die ersten Felsen erblicken. Die Kalksteinfelsen sind der Brandung des Meeres erbarmungslos ausgesetzt und einige dieser natürlichen Skulpturen sind in den letzten Jahren auch schon in sich zusammenststürzt.

Es gibt eine Treppe und laufen natürlich runter um die Felsen von unten zu bewundern. Während des Fotoshootings bekommen wir nasse Füße als das stürmische Meer eine etwas größere Welle ausspuckt. Zum Glück haben wir keine Tour gebucht (die ohnehin mit 100$/Person doppelt so teuer wäre). Dank Mietwagen haben wir keinen Stress und können die Zeit in Ruhe genießen.

Geschafft! Die 12 Apostles

Geschafft! Die 12 Apostles

Wenige Kilometer später erreichen wir endlich die 12 Apostles. Es gibt einen offiziellen Parkplatz und eine Touristeninformation. Die Wege zu den Aussichtspunkten sind gut ausgebaut, aber der Eintritt ist frei. Die lange Fahrt hat sich gelohnt. Die 12 Apostles (Mittlerweile sind es weniger, aber der Name ist geblieben), die Klippe und die Brandung des Meeres zeigen ein beeindruckendes Bild.

Für den Sonnenuntergang sind wir noch etwas zu früh und daher fahren wir noch zum Port Campell National Park. Hier gibt es einige Rundwege zu den „Thunder Cave“ und dem „Broken Head“. Als die Sonne anfängt rot zu werden, fahren wieder zurück zu den Apostles. Wie in Australien üblich, ist der Sonnenuntergang kurz und knackig. Die Plattformen sind gefüllt mit Touristen und einige haben sogar Käsesnacks und Wein dabei. Eine ziemlich gute Idee. Dieses Vergnügen hatten wir damals auch am Fishriver-Canyon.

Die 12 Apostles im Sonnenuntergang

Die 12 Apostles im Sonnenuntergang

Die Sonne ist untergegangen und wir haben jetzt noch eine über 3 stündige Fahrt nach Melbourne vor uns. In manchen Gegenden Australiens sollte man aufgrund der Kangurus niemals nachts fahren, aber auf unserer Strecke ist die „Roadkill“-Gefahr nicht so hoch. Wir nehmen jetzt den direkten Weg und müssen die ersten 150km über die dunklen Landstraßen bis zum Highway fahren. Es ist anstrengend, aber wir kommen ohne gut durch. Um kurz vor Mitternacht kommen wir endlich wieder in Melbourne an. Wir freuen uns so sehr, dass wir den Weg zum Hostel sofort finden, dass wir vergessen den Wagen wieder voll zu tanken. 20 Minuten später stellen wir den Wagen dann direkt vor dem Hostel auf einen Parkplatz. Ich muss morgen um 07:30 Uhr aufstehen und den Wagen abgeben. Ab 07:30 Uhr kostet der Parkplatz hier stündlich 5,50$ und dafür stehe ich gerne auf.

Tag 172: St. Kilda

Der Strand von St. Kilda

Der Strand von St. Kilda

Ich habe mir meinen Wecker pünktlich gestellt, werde aber schon eine Stunde früher wach. Der Wecker meines Bettnachbarn klingelt schon um 06:30 Uhr und klingelt dann (offensichtlich im Schlummermodus) im Viertelstundentakt weiter. Wunderlicherweise ist der Herr Bettnachbar noch immer im Bett als wir gegen 10:00 Uhr unsere Sachen packen und auschecken. Vielen Dank. Dieser Quatsch hat jetzt zum Glück ein Ende, denn wir haben für die nächsten 2 Tage ein Hotel gebucht, das auch nur unwesentlich teurer ist. Zwar ist in unserem Budgetzimmer kein Zimmerservice inbegriffen und das Hotel will für einen Tag WiFi tatsächlich 22$, aber das Zimmer selbst ist top und wir freuen uns darauf, mal wieder eine Nacht durchzuschlafen.

In St. Kilda gibt es einen schönen Park direkt am Strand

In St. Kilda gibt es einen schönen Park direkt am Strand

Am Nachmittag fahren wir mit der Bahn nach St. Kilda. Dummerweise müssen wir nicht nur ein Ticket, sondern auch eine Myki-Karte kaufen (Straßenbahn-Chipkarte), die man nicht zurückgeben kann. Die kurze Fahrt wird dadurch unverhältnismäßig teuer, aber egal. Wir wollen schließlich was von der Stadt sehen. St. Kilda ist schön und wir können vom Pier mal wieder die Melbourne Skyline sehen. Kite-Surfer üben sich am Strand und es gibt einen schönen Park, in dem wir pausieren.

Abends haben wir uns mit Matt verabredet, den wir auf unserer Tour in Südafrika kennengelernt haben. Matt wohnt eigentlich in Brisbane, war aber dieses Wochenende mit ein paar Freunden in Melbourne unterwegs und kennt sich in der Stadt aus. Wir laufen an Flusspromenade entlang und treffen uns in einer stylischen Bar direkt auf dem Yarra-River. Während wir ein Kaltgetränkt genießen und über das Reisen und Leben in Australien plaudern, geht im Hintergrund die Sonne zwischen den Wolkenkratzern Melbournes unter und uns fällt mal wieder auf, wie schrecklich das Leben manchmal sein kann 😉

Abenddämmerung über dem Yarra-River in Melbourne

Abenddämmerung über dem Yarra-River in Melbourne

Tag 173: Ein ganz normaler Tag in Melbourne

Wir hören ein cooles Straßenkonzert der Band "Amistat"

Wir hören ein cooles Straßenkonzert der Band „Amistat“

Nach der aktionsreichen Zeit in Tasmanien und im Hostel genießen wir die Ruhe und die Privatsphäre im Hotel. Wir haben heute nur einige wenige organisatorische Dinge auf der Liste und starten den Tag spät. Wir haben uns auf Tasmanien eine Handykarte besorgt und dabei einen ziemlich schlechten Tarif bekommen. Zum Glück ist der Service von Telstra vorbildlich und es wird alles nach unseren Wünschen umgestellt. Auf dem Weg durch die Fußgägnerzone bleiben wir beim Straßenkonzert von „Amistat“ stehen. Der zweistimmige Gesang klingt ziemlich gut und wir hören uns bestimmt 6-7 Stücke an.

Am Abend gehe ich in Melbourne laufen. Hier gibt es zahlreiche Parks und ich möchte vom Hotel zum Albert Park laufen und dort eine Runde um den See drehen. In den Parks von Melbourne trifft man in den Abendstunden viele Läufer und auf der Suche nach dem Park folge ich einer Laufgruppe, die aber leider eine völlig andere Runde dreht.

In Melbourne gibt es zahlreiche Parks zum auspowern

In Melbourne gibt es zahlreiche Parks zum auspowern

Unfreiwillig bin ich jetzt auch auf einer anderen Laufrunde, die aber auch ziemlich schön ist.

Am Abend haben wir heute keine Lust, wieder irgendein Fastfood zu essen oder in ein teures Restaurant zu gehen. Wir haben einen Wasserkocher auf dem Zimmer und haben im Supermarkt vorgekochte Nudeln gefunden. Zusammen mit Pesto, Baguette und dem bereits gekauften Tomaten-Chutney haben wir ein köstliches Hotelzimmer-Dinner. Morgen werden wir Melbourne verlassen und an die Westküste Australiens fliegen.