Lake Taupo, Wai-O-Tapu und Waitomo Caves

Tag 222: Lake Taupo, Huka Falls und heiße Quellen

Lake Taupo

Lake Taupo

„Lake Taupo“ ist ein riesiger See im Herzen der Nordinsel Neuseelands. Hier gibt es ein gigantisches Angebot an Wassersportaktivitäten, doch das Wetter gibt leider auch heute nicht viel her. Zumindest hatte die gestrige Wanderung im strömenden Regen auch was Gutes: der leichte Nieselregen kommt uns heute gar nicht mehr so schlimm vor.

Gemeinsam mit Birte und Sebastian machen wir eine Bootstour

Gemeinsam mit Birte und Sebastian machen wir eine Bootstour

Um wenigstens ein bisschen etwas von der Gegend zu sehen, machen wir gemeinsam mit Bastian & Birte (die mit uns auch schon das Tongariro Alpine Crossing gemeistert haben) eine Bootstour über den See. Auf dem Boot sitzen wir immerhin im trockenen und als Highlight sehen wir in den Fels geschlagene Maorikunst, an der uns unser Kapitän gekonnt vorbei manövriert. Wir plaudern fleißig und erfahren, dass B&B auf ihrem dreiwöchigen Urlaub bisher noch keinen richtigen Sonnentag hatten. Ziemlich gemein, aber mit der richtigen Einstellung kann man hier trotzdem einen tollen Urlaub erleben.

Maorikunst auf dem Lake Taupo 1/2

Maorikunst auf dem Lake Taupo 1/2

Maorikunst auf dem Lake Taupo 2/2

Maorikunst auf dem Lake Taupo 2/2

Die Huka-Falls transportieren gigantische Wassermassen

Die Huka-Falls transportieren gigantische Wassermassen

Nach der Bootstour fahren wir gemeinsam zu den Huka Falls. Die berühmtesten Wasserfälle Neuseelands sind zwar nicht besonders hoch, transportieren aber unglaublich viel Wasser. Mit dem Wasserstrom könnte man ein olympisches Schwimmbecken in nur 12 Sekunden füllen. Die Wucht, mit der die Wassermaßen durch den schmalen Kanal gepresst werden, ist beeindruckend.

Ein heißer Fluss mitten im Wald

Ein heißer Fluss mitten im Wald

Eigentlich sollten sich unsere Wege nach den Huka Falls trennen, aber nach kurzer Überlegung beschließen wir gemeinsam Richtung Rotorua zu fahren. Während einer kurzen Pause an einer Tankstelle bekommen wir von einem Einheimischen einen Tipp: Kurz hinter dem Thermal Wonderland „Wai-O-Tapu“ befindet sich einen nicht ausgeschilderte Einfahrt, von wo man zu einem heißen Bach mit Wasserfall gelangt, in dem man baden kann. Wir folgen der Empfehlung und befinden uns wenig später mitten im Wald in einem badewannenheißen Bach. Es riecht zwar ein bisschen nach Schwefel, aber ansonsten ist es hier sehr angenehm. Dieser Geheimtipp steht zwar in keinem Guidebook, ist aber nicht ganz so geheim wie wir dachten. Wir sind bei weitem nicht die Einzigen.

Ein heißes Schwefelbad im Fluss

Ein heißes Schwefelbad im Fluss

Da wir das „Wai-O-Tapu“ morgen Vormittag besuchen wollen, fahren wir nur ein kleines Stück weiter und finden einen schönen Campingplatz an einem kleinen See. Kurz vor Sonnenuntergang mache ich mit B&B (diesmal aber Bastian & Bier) einen Spaziergang um den See, während die Mädels im Camper bleiben. Zum Essen machen wir uns gemeinsam ein paar Burger und spielen danach Karten. Draußen regnet es schon wieder, aber wenn interessiert’s!

Tag 223: Wai-O-Tapu und Rotorua

Der Gysier im Thermal Wonderland "Wai-O-Tapu"

Der Gysier im Thermal Wonderland „Wai-O-Tapu“

Unser Campingplatz ist nur wenige Minuten vom „Wai-O-Tapu Thermal Wonderland“ entfernt und wir brauchen uns daher nicht zu stressen um pünktlich zum Ausbruch des Geysirs da zu sein. Wer sich wundert, dass ein natürlicher Wasserspeier pünktlich um 10:30 ausbricht, wundert sich zu Recht. Die Erklärung ist aber einfach: Zugunsten des Tourismus wird ein bisschen nachgeholfen und eine Packung natürlich abbaubares Waschmittel in den Krater geworfen. Wenig später schießt das Wasser nach oben und die Kameras klicken. Wer will schon bis zu 48 Stunden auf den nächsten Ausbruch warten?!

Heiße Quellen und bunte Seen

Heiße Quellen und bunte Seen

Es kocht und brodelt überall

Es kocht und brodelt überall

Es gibt einen Rundweg im Wai-O-Tapu und wir nehmen natürlich die lange Strecke. Die Gegend ist vulkanisch sehr aktiv und hier gibt es unzählige dampfende Löcher und bunte Seen, die mit passenden Namen wie „Devils Home“ oder „Champagne Pool“ benannt sind. Über die ausgeschriebenen Wege laufen wir direkt an blubberndem Wasser vorbei und der Geruch von Schwefel steht in der Luft. Der Ausflug ist lohnenswert und so kompakt wie hier, kann man die vielen unterschiedlichen Seen und Aktivitäten sonst nicht ohne weiteres sehen.

Vor dem "Champagne Pool"

Vor dem „Champagne Pool“

Beeindruckende Farben

Beeindruckende Farben

Auch in der Stadt brodelt es überall. Hier hat sich der Asphalt schon aufgelöst...

Auch in der Stadt brodelt es überall. Hier hat sich der Asphalt schon aufgelöst…

Gemeinsam mit B&B fahren wir weiter nach Rotorua. Die Stadt liegt am gleichnamigen See und auch hier sind viele vulkanische Aktivitäten zu beobachten. Mitten in der Stadt gibt es dampfende Teiche, die meist in Parkanlagen integriert wurden. An manchen Stellen kommt das kochende Wasser aber auch einfach zwischen ein paar Wohnhäusern aus der Erde oder blubbert unter dem Asphalt, bis dieser nachgibt.

Wären wir "Moos", würden wir uns über Regen freuen

Wären wir „Moos“, würden wir uns über Regen freuen

Wir kommen leider nicht dazu die Stadt ausführlich zu besichtigen, denn natürlich beginnt es wieder zu regnen. „Beschissenes Wetter“ könnte man sagen, aber das kommt immer auf die Betrachtungsweise an. Wir versetzen uns kurz in die Lage von „Moos“ und freuen uns über die Feuchtigkeit. Unseren Humor lassen wir uns vom Wetter nicht verderben!

Nach einem letzten gemeinsamen Kaffee gehen wir durch einen Park zurück zu den Autos. Wir hatten ein paar tolle gemeinsame Tage, aber B&B werden heute in den Norden fahren, während wir in den Westen zu den Waitomo Caves wollen.

Wir finden einen ruhigen Platz zum Campen

Wir finden einen ruhigen Platz zum Campen

Auf dem Weg finden wir noch eine kurze Wanderung und am Abend einen einsamen Campingplatz an einem See. Nachdem das Wetter uns täglich neu überrascht und wir keiner Wettervorhersage mehr trauen können, recherchiere ich ein wenig und habe wenig später die Erklärung für unser Regenproblem. Ein heftiger Sturm tobt zwischen Australien und Neuseeland und schleudert täglich neue Regenwolken über die Insel. Die Windgeschwindigkeit lässt sich auf der bergigen und schmalen Insel schwer vorhersagen und so sind wir nirgends vor dem Regen sicher. Morgen soll der Orkan seinen Höhepunkt erreichen und erst in den nächsten 5 Tagen abklingen. Keine rosigen Aussichten, doch jetzt wissen wir wenigstens Bescheid.

Tag 224: Sturm und Plantag

Da braut sich was zusammen...

Da braut sich was zusammen…

Für den schlimmsten Sturmtag haben wir keine Aktivitäten geplant und bekommen auf der Fahrt zu den Waitomo Caves einen Vorgeschmack auf das Wetter. Heftige Regenschauer wechseln sich mit zeitweiligem Sonnenschein ab und der Wind bläst so heftig gegen das Auto, dass der Wagen wankt und ich merklich gegenlenken muss. Gegen Mittag erreichen wir unseren Campingplatz, wo wir das weitere Wettergeschehen abwarten. Wir haben uns einen 24-Stunden Internetzugang gekauft (kostenloses WiFi gibt es leider selten) und arbeiten an der weiteren Reisevor- und Nachbereitung. Am Nachmittag fällt uns dann wie erwartet der Himmel auf den Kopf. Während es in den Küstengebieten heftige Überschwemmungen gibt, sind wir hier aber zumindest sicher.

Am Abend nutze ich eine Regenpause für eine kurze Laufrunde. Meine Beine haben sich an die vielen Läufe und Wanderungen gewöhnt und brauchen Auslauf!

Tag 225: Waitomo Caves

Gleich startet die Abenteuertour in die Waitomo Caves

Gleich startet die Abenteuertour in die Waitomo Caves

Heute ist uns das Wetter egal, denn wir haben eine halbtägige Tour in die Waitomo Caves gebucht. Da wir auch durch Flüsse waten und raften werden, werden wir mit Neoprenanzügen ausgestattet und sind so ohnehin gegen jegliches Wetter gerüstet. Zu den Waitomo Caves gibt es nicht nur einen Zugang, sondern das riesige Höhlenlabyrinth erstreckt sich über mehrere Kilometer und es gibt zahlreiche Einstiegsstellen. Die jeweiligen Tourenanbieter verfügen meist über einen eigenen Einstieg und besichtigen unterschiedliche Teile der Höhle. Unsere Tour beinhaltet neben der dem berühmten Glühwürmchenhimmel auch ein 27m tiefes Abseilen, Höhlenrafting auf Gummireifen und das klettern und kriechen durch das Höhlensystem.

Vielleicht hatten wir zu hohe Erwartungen, aber die Tour erfüllt Diese nicht. Das abseilen macht Spaß und auch die Glühwürmchenhöhle ist beeindruckend. Aufgrund der niedrigen Deckenhöhe können wir die kleinen Würmer aus nächster Nähe sehen und bekommen jede Menge interessante Informationen über die leuchtenden Insekten. Das Rafting auf dem seichten Wasser ist aber mehr ein müdes rumgepaddel und auch das klettern und kriechen ist weniger anspruchsvoll. Eigene Kameras sind nicht erlaubt und für die wenigen von der netten Tourleiterin geschossenen Fotos sollen wir dann nochmal zusätzlich 25$ berappen. Wir hatten keine schlechte Zeit, aber ob die Tour seinen Preis von 155$/Person und einen Umweg von mehreren hundert Kilometern rechtfertigt, ist fraglich.

Regen, Sonne, Regenbogen

Regen, Sonne, Regenbogen

Nach der Tour geht es schleunigst wieder auf die Straße. Wir wollen noch den Nordzipfel über Auckland und die Gegend um den Coromandel Nationalpark sehen. Leider wird das Wetter nur langsam besser und kurze heftige Schauer sind überall möglich. Nach einigem hin- und her entscheiden wir uns dazu, zuerst nach Coromandel zu fahren, wo es neben dem bekannten Hot Water Beach auch einige tolle Wanderungen geben soll.

Am Abend sieht es endlich wieder besser aus

Am Abend sieht es endlich wieder besser aus

Auf der Fahrt erleben wir wieder das unbeständige Wetter. Heftige Schauer, Sonnenschein, dann wieder ein heftiger Schauer. Kein Wunder, dass es hier von Regenbögen nur so wimmelt…

Am Abend scheint dann tatsächlich für ein paar Stunden die Sonne und in der Nacht sehen wir seit langem wieder einen klaren Sternenhimmel. Haben wir den Sturm endlich überstanden?

Tag 226: Karangahake Gorge

Die Wanderung startet verheißungsvoll

Die Wanderung startet verheißungsvoll

Der Morgen sieht verheißungsvoll aus. Es ist richtig warm und wir starten vom Campingplatz zu einer mehrstündigen Wanderung zur Karangahake Gorge (Schlucht). Mit kurzer Hose und Sonnenbrille machen wir uns auf den Weg. Die Spuren des Sturms sind in den Wäldern überall zu sehen. Umgestürzte Bäume und abgerissenen Palmenblätter säumen unseren Weg und in den Zäunen hat sich allerlei Grünzeug verfangen, dass offensichtlich die Hänge runtergespült wurde. Auf dem Weg passieren wir alte Minenschächte und können einen Blick auf das Tal erhaschen. Optimistisch wie wir sind, wagen wir sogar einen Umweg zu einem Gipfel, der einen fantastische Aussicht über die Gegend und die Bay of Plenty verspricht.

Dunkle Regenwolken ziehen auf

Dunkle Regenwolken ziehen auf

Während wir den Berg besteigen bemerken wir ein paar schwarze Wolken und beschließen umzukehren. Zu dem Zeitpunkt ist es aber schon längst zu spät. Das Wetter schlägt hier blitzartig um und zwischen den ersten Regentropfen und einem heftigen Schauer vergehen nur Sekunden. Wir haben keine Chance uns in Sicherheit zu bringen und werden voll erwischt. Hatte ich schon erwähnt, dass ich meine Regenjacke vergessen habe?

Innerhalb weniger Minuten sind wir bis auf die Unterhose nass und das Auto steht etwa 5 Kilometer entfernt auf dem Campingplatz. Nach einem Kilometer erreichen wir einen anderen Parkplatz, wo Yvonne sich unterstellt. Da ich mit Laufschuhen unterwegsbin und ohnehin Bewegung brauche (um nicht zu frieren), laufe ich unterdessen die restlichen Kilometer zum Auto im Laufschritt. Eine besondere Herausforderung ist ein 180 Meter langer unbeleuchteter Tunnel für den eine Taschenlampe empfohlen wird. Da ich bis auf die Autoschlüssel alles bei Yvonne gelassen habe, muss mich durch den Schacht tasten, was eine interessante Erfahrung ist. Die Strecke direkt oberhalb der Karangahake Gorge ist eigentlich sehr schön, besteht aber mittlerweile nur noch aus Schlamm und Pfützen. Ich muss gestehen, dass mir der ungeplante Lauf im miesen Wetter trotzdem noch ein bisschen Spaß macht. Motiviert durch den Gedanken an eine nasse und frierende Yvonne meistere ich die Strecke in Rekordzeit und fahre zügig zurück zum Parkplatz wo ich freudig empfangen werde.

Was nun? Die Wettervorhersage verspricht weiterhin unbeständiges Wetter. Im Norden soll es etwas besser sein, aber eigentlich wollen wir hier in Coromandel noch sehr viel sehen. Nach der unfreiwilligen Dusche entscheiden wir uns für den Norden und die Chance auf besseres Wetter. Langsam haben wir die Schnauze echt voll!