Kapstadt, Table Mountain und der Weiße Hai

Tag 22: Erholung in Kapstadt

Unser Zimmer im Hostel direkt and der Long Street

Unser Zimmer im Hostel direkt an der Long Street

Wir verlassen das Hotel und unsere Reisegruppe und wechseln die Unterkunft um Geld zu sparen. Glücklicherweise finden wir schnell ein schönes Hostel, dessen Zimmer dem im Hotel in kaum etwas nachsteht, außer, dass es nur die Hälfte kostet. Dazu haben wir eine optimale Lage direkt an der belebten Long Street. Ein guter Start! Obwohl Kapstadt mit seinen vielen Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten auf uns wartet, gönnen wir uns heute, nach der vielen Reiserei, einen Pausentag, schlendern ein bisschen durch die Straßen, erledigen ein paar Dinge und planen die nächsten Tage.

Kapstadt von oben

Kapstadt von oben – von einem Bild abfotografiert

Tag 23: Airbnb, Botanischer Garten und eine Busfahrt durch die Stadt

Am nächsten Morgen wechseln wir erneut die Unterkunft. Über die Website www.airbnb.com haben wir schon aus Deutschland eine private Unterkunft gemietet. Über die Internetplattform können Einheimische ein Zimmer oder eine Wohnung für einige Tage vermieten und für uns als Reisende ist es eine schöne Alternative zu Hotels und Hostels. Die Wohnung und der Vermieter Tom sind ein echter Glücksgriff. Die Wohnung ist schön und Tom sehr kommunikativ. Die Miete ist nur wenig höher als im Hostel, dafür nutzen wir kostenlos das Highspeedinternet, Waschmaschine, Küche und bekommen dazu jede Menge Tipps. Auch der zuerst angenommene Kritikpunkt „dafür sind wir etwas weiter außerhalb“ entpuppt sich schnell als Vorteil.

Die lokalen Busse in Kapstadt - unser hatte 846.000km auf dem Tacho

Die lokalen Busse in Kapstadt –  846.000km auf dem Tacho

Das Stadtviertel „Observatory“ ist ein Studentenviertel in Kapstadt und verfügt über viele kleine Bars und Restaurants, die deutlich mehr Charme und ein deutlich besseres Preis-Leistungsverhältnis bieten, als die in der Innenstadt Kapstadts. Zudem können wir mit einem lokalen Bus für nur 6 Rand/Person (ca. 0,40€) in die Innenstadt fahren. Die Fahrten mit den lokalen Busunternehmen sind spannend (Ich sitze vorne und werfe ein Blick auf das Display: Der Tacho des alten Buses zeigt 846.000 gefahrene Kilometer!) und zeigen uns ein kleines bisschen vom „täglichen Leben“ in Kapstadt.

Der Botanische Garten in Kapstadt

Der Botanische Garten in Kapstadt

Schon am Vortag haben wir uns für eine Hop-On/Off-Tour entschieden, mit der wir quer durch Kapstadt fahren überall rausspringen und bleiben können. Unser erster Stopp ist der Botanische Garten. Die Pflanzenwelt ist schön und wir schlendern durch den Park. Allerdings sind Pflanzen halt auch nur Pflanzen (der echte Botanikfan möge mich strafen), aber wir bleiben nicht allzu lang und steigen etwa eine Stunde später in den nächsten Bus.

In Hout Bay springen wir wieder raus.Watch Full Movie Online Streaming Online and Download

Am Pier wird unser Mittagessen von einer Band begleitet

Am Pier wird unser Mittagessen von einer Band begleitet

Netterweise wird unser Mittagessen von einer afrikanischen Band begleitet. Nach dem Essen gehen wir den Pier entlang. Von hier aus starten einige Touren zu einer Insel voll mit Seehunden, aber wir brauchen die Tour gar nicht buchen, um Seehunde zu sehen. Direkt im Hafenbecken bekommen wir den ersten Seehund vor die Linse.

Ein Seehund schwimmt durch das Hafenbecken

Ein Seehund schwimmt durch das Hafenbecken

Während der Fahrt mit dem Bus bekommen wir allerlei Informationen von Kapstadt über das Informationssystem (über Kopfhörern) des Busses, aber das hier alles wieder zu geben, wäre etwas übertrieben (ich habe mir alles gemerkt, ihr dürft gerne fragen!). Die Fahrt ist auf jeden Fall empfehlenswert. Wir erreichen wenig später die Küste und fahren an den vielen teuren Hotels und Privathäusern der schönen Sea Front entlang. Dort springen wir auch ein weiteres Mal raus und machen einen langen Spaziergang an der Promenade. Wir wundern uns ein wenig über eine dort stattfindende Laufveranstaltung, deren Uhr im Ziel die Zeit 10:42:25 zeigt.

Das Green Point Lighthouse

Das Green Point Lighthouse

Wie wir später herausfinden, handelt es sich hierbei um die Three-Peaks-Challenge, die etwa über 50km die drei größten Berge der City (Devil’s Peak, Table Mountain, Lion’s Head) beinhaltet, die alle etwa 1.000m über Meeresspiegel liegen.

Kein Wunder, das die Teilnehmer gebeutelt aussehen. Dagegen ist unser Spaziergang über ca. 2km deutlich entspannter und wir erreichen Green Point und machen eine kurze Rast am Green Point Lighthouse, ehe wir wieder in den Bus steigen.

Nach einem kurzen Stopp an der Waterfront fahren wir dann wieder nach „Obs“ (wie die Einheimischen sagen) und gehen in einem netten Lokal eine Pizza essen, die sagenhaft gut schmeckt.

Tag 24: Table Mountain

Wir rasten an einem Wasserfall oberhalb auf halber Strecke

Wir rasten an einem Wasserfall auf halber Strecke

Wir haben uns mit Coleman und Aman verabredet und wollen gemeinsam den Table Mountain besteigen. Zwar gibt es auch ein bequemes Cable-Car zur Spitze, aber der Wanderer in mir schließt diese Möglichkeit von vorne herein aus. Zu Recht! Das erste Stück geht steil bergauf, dann folgt eine längere Strecke entlang des Mountain, vorbei an Flüssen und Wasserfällen und immer mit einem Panoramablick auf das Center von Kapstadt und dem Atlantik. Wir genießen den Ausblick und die schöne Wanderroute.

Nach einer Weile erreichen wir eine Weggabelung von der aus eine Schlucht bis zum Gipfel führt. Die Sonne scheint heute den ganzen Tag und es weht ein bisschen Wind, was grundsätzlich sehr angenehm ist. In der Schlucht ist es aber schweinekalt.

Auf dem Plateau des Table Mountain - eine herrliche Aussicht

Auf dem Plateau des Table Mountain – eine herrliche Aussicht

Der Wind pfeift durch die Felsen und wir laufen im Schatten, selbst unseren Atem können wir sehen. Knapp 400 Höhenmeter legen wir in der Schlucht zurück, bis wir endlich auf dem Tablemountain ankommen und mit einer sagenhaften Aussicht belohnt werden. Nicht nur der Blick über Kapstadt, sondern insbesondere der Blick auf der Rückseite des Berges und runter aufs Wasser (1.060 Meter über dem Meer) sind beeindruckend. Da auch oben der Wind pfeift und es wirklich kalt ist, nehmen wir für den Rückweg dieses Mal das Cable-Car.

"Beer o'clock" - nach der Wanderung haben wir es uns verdient

„Beer o’clock“ – nach der Wanderung haben wir es uns verdient

Unten angekommen wollen wir uns mit einem heißen Kaffee aufwärmen, in der Stadt angekommen, ist es jedoch wieder wärmer und laut Coleman ist es bereits „Beer o’clock“, so dass wir spontan auf ein kühles Blondes umsteigen.

Am Abend wartet die nächste Überraschung auf uns. Wir hatten uns bereits auf ein weiteres Dinner in einer der süßen kleinen Restaurants in „Obs“ gefreut, aber unser Gastgeber Tom lädt uns und ein paar Freunde zum Braai (Grillen) ein, was wir natürlich gerne annehmen.

Tag 25: Der weiße Hai

Der weiße Hai von oben

Die ersten Haie werden neugierig

Bereits vor zwei Tagen haben wir den „Shark Cage Dive“ gebucht: Tauchen mit weißen Haien. Wir werden direkt vor der Haustür von einem Shuttle  abgeholt und es geht nach Gaansbai (ca. 160km östlich von Kapstadt), von wo aus wir mit einem kleinen Boot aufs Meer hinausfahren. Nachdem ich vor dem Fernseher schon mehrere faszinierende Reportagen gesehen habe, konnten wir uns diesen Ausflug nicht verkneifen. Für umgerechnet 75€ pro Person (inkl. Verpflegung) können wir die Bootstour inkl. Tauchgang mit dem weißen Hai zudem deutlich billiger buchen als in den deutschen Katalogen angeboten wird.

Die Schnauze des weißen Haies ist unverkennbar

Die Schnauze des weißen Haies ist unverkennbar

Kaum kommen wir an der Anlegestelle an, haben wir auch schon Glück und der erste weiße Hai schwimmt an unserem Boot  vorbei. Unser Skipper erklärt uns, dass wir Glück haben und es normalerweise etwas länger dauert, bis die ersten Haie von oben bewundern können. Danach beginnt die Crew die Haie in Sichtweite zu locken. Hierzu wird mit Meerwasser vermischtes Fischblut ins Wasser geschüttet. Sind die Haie in der Nähe des Bootes werden sie mit Thunfischködern am Käfig vorbeigeführt. Dabei ist alles reglementiert und obwohl es auch um Kapstadt herum von Haien wimmelt, mussten wir weit herausfahren, um an der genehmigten Stelle mit den Haien tauchen zu dürfen. Wir sind fasziniert von den dahingleitenden Giganten. Um mit dem Vorurteil des bösen weißen Haies aufzuräumen: Die Haie verhalten sich in keinster Weise aggressiv. Natürlich schnappen sie nach einem blutigen Stück Thunfisch, aber würden wir das nicht auch bei einem saftigen Steak tun, wenn wir Hunger hätten?!

Zum greifen Nahe: Der weiße Hai direkt an unserem Käfig

Zum greifen Nahe: Der weiße Hai direkt an unserem Käfig

Laut unserem Skipper haben wir es heute mit etwas kleineren und jüngeren Haien zu tun (ca. 3 Meter lang und 300kg schwer). Der größte hier gesichtete Hai war über 6 Meter lang und mehrere Tonnen schwer. Die älteren Haie sind allerdings schon erfahrender und nicht mehr so verspielt, so dass sie sich nur noch selten von den Tauchbooten ködern lassen. Die 3 Meter großen Haie sind aber auch schon sehr beeindruckend, besonders als wir in das eiskalte Wasser eintauchen und die Raubfische unter Wasser und aus nächster Nähe sehen können.  Einmal hätte ich ihn sogar „streicheln“ können, aber die Warnung unseres Skippers „die Haie können geschwind wenden und zuschnappen“ hindert mich daran. Meinen Arm brauche ich auf der weiteren Reise noch.

Tag 27: Cape Point, Cape of Good Hope und eine unerwartete Begegnung

Der Toyota Aigo: klein aber fein

Unser Toyota Aigo: klein aber fein

Wir verabschieden uns von Kapstadt und unserem Gastgeber Tom und fahren in die Stadt um unseren Mietwagen abzuholen. In Südafrika ist Linksverkehr, so dass ich mich erst mal zu Recht finden muss. Wir fahren einen Toyota Aygo, der für uns beide genügend Platz bietet. Wir haben unseren Freunden Coleman und Aman allerdings eine Mitfahrt zum Cape Point angeboten, so dass wir zu viert unterwegs sind und es mit unseren Rucksäcken und vier Personen doch ziemlich eng ist.

Bei optimalen Wetter fahren wir die Küste entlang

Bei optimalen Wetter fahren wir die Küste entlang

Die Fahrt in Richtung Cape Point ist herrlich. Die Straße schlängelt sich an der Küste entlang und bietet eine eindrucksvolle Aussicht. Wir nehmen die Mautstraße „Chapman’s Peak“, was sich als gute Entscheidung herausstellt. Wir machen einige Stopps um Fotos zu machen und uns die Beine zu vertreten und halten später in einem Supermarkt, um uns ein Mittagessen-Picknick zu kaufen. Unser Host Tom hatte uns dazu geraten, da es am Cape Point nur ein überteuertes Restaurant gibt und die Fahrt seine Zeit dauert.

Cape of good Hope - Das Kap der guten Hoffnung

Cape of good Hope – Das Kap der guten Hoffnung

Kurz vor dem Cape Point Nationalpark machen wir einen Stopp am Beach und machen Picknick mit Rotwein, Pizzabrot, Obst und allerlei Leckereien. Frisch gestärkt fahren wir am „Cape of good Hope“ (Kap der guten Hoffnung) zum Cape Point vorbei. Mir gefallen die Felswände, die bis hinunter ins Meer reichen und die Farbkontraste sind einfach schön. Oben am Leuchtturm sind uns leider keine Fotos vergönnt, da hier alles voll mit Touristen aus dem fernen Asien ist. Hinter dem Leuchtturm gibt es aber einen weiteren Weg hinunter bis zum Ende der

Wir sind am Cape Point angekommen!

Wir sind am Cape Point angekommen!Felswände, der noch viel schöner ist.

Auf dem Rückweg halten wir in Simon’s Town, wo sich jedes Jahr hunderte von Pinguinen tummeln. Leider müssen wir auch hier (wie schon beim Eintritt zum Cape Point) Eintritt zahlen, aber die vielen süßen kleinen Pinguine lassen uns das schnell vergessen.

Unser nächster geplanter Stopp ist Kalk Bay, wo wir der Empfehlung von Tom folgen und im „Olympics“ essen wollen. Leider fahren wir scheinbar daran vorbei und sind schon in der nächsten Stadt Muizenberg. Da hier der Bahnhof ist, wo wir Coleman und Aman raus lassen wollen (die beiden schlafen in Kapstadt), beschließen wir kurzerhand hier zu speisen.

Die Pinguine in Simon's Town

Die Pinguine in Simon’s Town

Da es bereits nach fünf ist und wir keine Lust mehr haben im Dunkeln weiterzufahren, nehmen wir uns ein Hostel in Muizenberg. Eine brilliante Entscheidung: Das Hostel ist neu, wir haben einen Dorm (Schlafsaal) für uns alleine und der Frühstücksraum bietet eine tolle Aussicht aufs Meer.

Nachdem wir eingecheckt haben, gehen wir mit unseren mitreisenden Freunden zu einem letzten gemeinsamen Abendessen. Hier wartet die nächste Überraschung auf uns. Coleman hat einen Reiseblog und wird auf einmal von einer völlig Fremden angesprochen „Are you Coleman Fog?“. Wie sich herausstellt, ist die Dame auch aus New York (wie Coleman) und ist jetzt seit einem Monat in Muizenberg gemeinnützig tätig. Lustigerweise verfolgt sie Coleman’s Blog schon seit Beginn seiner 8-monatigen Reise, hat ihn aber nie zuvor gesehen. Natürlich gesellt sie sich zu uns und lädt uns am nächsten Abend zu  einer Party ein. Coleman sagt sofort zu, während wir passen müssen. Denn morgen steht für uns schon das nächste Ziel „Cape Agulhas“, der südlichste Punkt Afrikas, auf dem Plan.