Inka Jungle Trek & Machu Picchu

Tag 281: Downhill-Biking und Fußball

Wir entscheiden uns für den Inka Jungle Trek

Wir entscheiden uns für den Inka Jungle Trek

Der klassische Inka Trail folgt der „Hauptstraße“ der Inkas über 4 Tage bis zum berühmten Machu Picchu. Der historische Weg ist populär und um die Wege zu schonen und das Erlebnis durch den Massentourismus nicht zu zerstören, wird die Teilnehmerzahl der Touren streng limitiert. Zwar kann man den Inka Trail auch vor Ort buchen, aber für die Anmeldung wird ein Vorlauf von bis zu 6 Monaten empfohlen. Dementsprechend ist ein großes Geschäft für internationale Websites entstanden, die aber gerne das 2-3fache der lokalen Anbieter verlangen. Der beste und günstigste Weg ist eine frühzeitige Anmeldung über einen lokalen Anbieter (etwa 500 US$), von denen die meisten auf Tripadvisor zu finden sind.

Da wir uns nicht frühzeitig auf einen Zeitpunkt festlegen wollten, haben wir uns für eine Alternative ohne Voranmeldung entschieden. Der Inka Jungle Trek verläuft zwar nicht auf dem berühmten Pfaden, beinhaltet dafür aber allerlei spannende Aktivitäten wie Downhill-Biking, Rafting und Zip-Lining. Das Highlight am letzten Tag ist, wie beim Inka Trail, der Besuch des Machu Picchu. Eine schöne Alternative und zudem auch wesentlich günstiger (235US$), zumal uns die Inticard wieder einen Sonderrabatt beschert hat.

Downhill-Biking von 4.300 Höhenmetern

Downhill-Biking von 4.300 Höhenmetern

Am frühen Morgen werden wir am Hotel abgeholt und fahren die ersten 2 Stunden im Bus. Unser Sitznachbar ist dabei nicht sehr gesprächig und teilt uns nur kurz mit, dass er sich gestern abgeschossen hat, schwer verkatert ist und nur wenige Stunden geschlafen hat. Wir fahren durch die Täler des Sacred Valley und folgen einem Pass in die Berge. Auf 4.300 Meter Höhe hält der Bus und wir steigen aus. Es weht ein frischer Wind und um uns herum befindet sich die karge Landschaft der Anden und schneebedeckte Berge. Von hier aus startet unsere Bikingtour über 55km und 3.000 Höhenmeter bis in den Dschungel.

Wir folgen der Straße für 55km

Wir folgen der Straße für 55km

Für die Tour werden wir mit Arm- und Rückenschonern, einer Sicherheitsweste, einem Helm und Handschuhen ausgestattet. Wir sind froh über die gute Ausstattung, aber ein Norweger verweigert sogar die Schoner, wahrscheinlich weil sie nicht cool genug aussehen. Immer diese jungen Leute…

Aus der Berglandschaft wird nach- und nach Dschungel

Aus der Berglandschaft wird nach- und nach Dschungel

Nach dem Bremsencheck geht es dann auch schon los. Die Bremsen sind auch das wichtigste am Fahrrad, denn es geht steil bergab und wir müssen so gut wie gar nicht strampeln. Am Anfang ist es noch recht kühl und der Fahrtwind tut sein übriges. Je tiefer wir kommen, desto wärmer wird es aber. Auch die Landschaft verändert sich stetig und wird immer grüner. Obwohl uns gelegentlich ein paar LKWs entgegen kommen, ist die Fahrt (wenn man nicht zu übermütig wird) nicht besonders gefährlich, jedoch ein spannendes Erlebnis. Zwischen dem Hochgebirge der Anden und dem Dschungel des Amazonas gibt es duzende von Vegetationszonen und die Landschaft ist wirklich toll!

Im Tal ist es wieder warm

Im Tal ist es wieder warm

Nach knapp 3 Stunden kommen wir unten an. Pullover und Jacken werden schnell verstaut, denn hier unten sind es über 25°C. In einem lokalen Restaurant gibt es Mittagessen und dann startet das Rafting. Wir sind dieses Mal nicht mit von der Partie, denn auf unserer Reise haben wir schon zwei Raftingtouren mitgemacht, die ohnehin schwer zu toppen sind. Stattdessen schauen wir uns das sehenswerte Unentschieden des WM-Spiels zwischen Mexico und Brasilien an. Nach dem Spiel bekomme ich sogar selbst die Möglichkeit ein bisschen Fußball zu spielen, die ich gerne wahrnehme. Teamsport kommt auf Reisen oft zu kurz…

Fussball in dern Bergen

Fussball in den Bergen

Es dauert relativ lange, bis die restliche Gruppe vom Rafting kommt und es ist mittlerweile schon dunkel. Wir sind etwas irritiert, da der Plan des Inka Jungle Trek für heute noch eine einstündige Wanderung beinhaltet. Tatsächlich laufen wir mit Taschenlampen im Stockdunkeln durch den Dschungel bis zu unserer Unterkunft – eine einfache Farmhütte an einem Hang. Das Essen ist für unsere Verhältnisse absolut gut und ausreichend. Natürlich ist es etwas simpler und auch die Unterkunft bietet wenig Luxus, aber wir hatten nichts anderes erwartet.

Angekommen: Heute übernachten wir in einer kleinen Farm

Angekommen: Heute übernachten wir in einer kleinen Farm

Tag 282: Wanderung und Hot Pools

Wir ernten Cocablätter

Wir ernten Cocablätter

Wir stehen freiwillig früh auf, denn wir dürfen auf der kleinen Farm mit anpacken. Noch vor dem Frühstück laufen wir zu einer kleinen Cocaplantage, wo wir gemeinsam Cocablätter ernten. Nach einer halben Stunde pflücken geht es wieder zurück zur Hütte, wo wir den hier in den Bergen wachsenden Kaffee rösten und mahlen. Danach gibt es Frühstück mit dem soeben selbst zubereiteten Frühstückskaffee. Jetzt wo es hell ist, fallen uns die vielen Tiere auf, die mit der Familie hier oben auf dem Berg leben. Wir spielen mit dem Nasenbär und dem Papagei, Katzen und Hunde laufen umher und in der Hütte sehen wir einige Meerschweinchen.

Der Kaffee wird geröstet

Der Kaffee wird geröstet

Wir folgen einem Inkapfad

Wir folgen einem Inkapfad

Hinter der Hütte treffen wir auf einen Inka Pfad (insgesamt erstrecken sich die Inka Pfade in Südamerika über mehr als 40.000 Kilometer) und folgen Diesem oberhalb eines Steilhangs. Unser Guide gibt uns Information über die Kultur und Entstehung der Zivilisationen. Die Lebensbedingungen in den Anden sind wesentlich anspruchsvoller, als in den fruchtbaren Regionen des Amazonas und so mussten sich die Völker in den Bergen anpassen.

Guide Abraham weiß viel über die Inkas

Guide Abraham weiß viel über die Inkas

Architektur, Medizin und Landwirtschaft waren zur Zeit der Inkas schon weit entwickelt. In der Kriegskunst waren die Spanier aber wesentlich fortschrittlicher und konnten das Inkareich nach der Landung 1532 n.Chr. relativ einfach übernehmen.

Die Inkapfade erstreckten sich über 40.000km

Die Inkapfade erstreckten sich über 40.000km

Eine vertrauenserweckende Hängebrücke

Eine vertrauenserweckende Hängebrücke

Auf dem weiteren Weg pflücken wir Früchte, genießen tolle Aussichten und nehmen ein erfrischendes Bad in einem Fluss. Nach einer Mittagspause erreichen wir eine leicht heruntergekommene Hängebrücke, an dessen Ende wir auf eine alte Frau treffen, die uns mitten im Dschungel Wasser verkauft. Nach einiger Zeit müssen wir den Fluss ein weiteres Mal überqueren, allerdings gibt es dieses Mal keine Brücke.

Flussüberquerung via Seilbahn

Flussüberquerung via Seilbahn

Stattdessen treffen wir auf eine abenteuerlich konstruierte Seilbahn. Wir besteigen die wackelige Plattform und werden mit einer kleinen offenen Gondel über den Fluss gezogen. Die Seilbahn wird von ein paar Einheimischen betrieben und instandgehalten und die Überfahrt kostet uns 2 Soles (ca. 22 Cent) pro Person.

Kurz hinter der Flussüberquerung erreichen wir einen Ort mit heißen Quellen. Nach einigen Laufstunden ist uns das Bad in den Pools mit der natürlichen Heißwasserzufuhr gerade recht. Nach dem Bad hat keiner mehr Lust zu laufen und wir nehmen uns für 5 Soles/Person ein Taxi zu unserem Nachtquartier in Santa Maria.

Entspannung in den Hot Pools

Entspannung in den Hot Pools

Im Hostel gibt es ein Zweier- und ein Doppelzimmer und da wir zwei Pärchen haben, werfen wir kurzerhand eine Münze um das Doppelzimmer. Wir verlieren beim Münzenwerfen und müssen das Zimmer mit dem Norwerger Berge teilen. Wie sich später herausstellt: zum Glück! Das Doppelzimmer befindet sich im Erdgeschoss direkt neben der Eingangstür und da die Klingel etwas versteckt ist, klopfen die restlichen Bewohner des Hostels die ganze Nacht (und betrunken) am Fenster um eingelassen zu werden. Die „Gewinner“ des Münzwurfes, Lianne und Yosh aus den Niederlanden, haben deswegen (und wegen einer Chilli-Magenverstimmung) eine total beschissene Nacht, während wir bis auf eine Unterbrechung eine fast ruhige Nacht verbringen.

Tag 283: Zip-Lining und Aguas Calientes

Ziplining

Ziplining

Unsere Tour beinhaltet heute Zip-Lining über den Schluchten des Dschungels. Die fünf Stahlseile haben insgesamt eine Länge von über 400m und überqueren mehrfach ein Tal und einen reißenden Fluss.

Wir ziplinen über eine Schlucht

Wir ziplinen über eine Schlucht

Die ersten beiden Bahnen überqueren wir noch aufrecht, danach erhöhen wir den Nervenkitzel und hängen uns kopfüber an die Seile. Meistens sind zwei parallel laufende Stahlseile gespannt, so dass wir sogar zu Zweit drankommen und die Wartezeiten relativ kurz sind. Zum Schluss geht es dann noch über eine Wackelbrücke über den Dschungel. Ein gelungener Tagesauftakt.

Wir starten unsere Wanderung auf den Bahngleisen nach Aguas Calientes

Wir starten unsere Wanderung auf den Bahngleisen nach Aguas Calientes

Wir wandern über die Brücken der Bahn

Wir wandern über die Brücken der Bahn

Nach einer einstündigen Busfahrt erreichen wir die Bahnstrecke nach Aguas Calientes, das kleine Städtchen am Fuße des Berges, auf dem sich die Inkastadt Machu Pichu befindet. Entlang der Bahnstrecke befindet sich ein Wanderweg, dem wir bis ins Dorf folgen. Die Bahnstrecke ist die einzige Verbindung zwischen Aguas Calientes und der Außenwelt und die betreibende Firma hat damit eine Monopolstellung, die gut ausgenutzt wird. Lianne und Yosh nehmen aufgrund ihrer miesen Nacht den Zug und müssen für die 45-minütige Fahrt 22US$/Person zahlen.

Wir pressen eine Souvenirmünze

Wir pressen eine Souvenirmünze

Die Wanderung durch das Tal entlang der Bahnstrecke ist schön und wenig befahren. Wir nutzen eine der wenigen vorbeifahrenden Bahnen um einen Soles in eine flachgepresste Souvenirmütze zu verwandeln. Über uns befinden sich die bewaldeten Berge und schon bald können wir in der Ferne auf dem Gipfel ein paar Hütten erkennen, die zur Inkastadt Machu Picchu gehören.

Auf einem der bewaldeten Berge befindet sich Machu Picchu

Auf einem der bewaldeten Berge befindet sich Machu Picchu

Nach circa 3-stündiger Wanderung erreichen wir Aguas Calientes, wo sich alle Gruppenmitglieder in einer Pizzeria versammeln. Neben einem guten Angebot (Gratisbier je bestellte Pizza) lockt vor allem ein Großbildfernseher mit dem aktuellen WM-Spiel die Gäste. Für die englischen Reisenden ist das Spiel allerdings weniger erfreulich, denn ihr Team scheitert an Uruguay und ist damit vorzeitig ausgeschieden.

Nach dem Fußball checken wir im Hotelzimmer ein. Es riecht etwas muffig, aber zumindest gibt es eine warme Dusche. Wenig später treffen wir uns mit der Gruppe zum Abendessen, bei dem wir die letzten Instruktionen für den Aufstieg zum Machu Picchu bekommen. Um vor den Touristenmassen und pünktlich zum Sonnenaufgang dort zu sein, müssen wir spätestens um 04:30 Uhr los. Wir wollen zu Fuß gehen und brauchen voraussichtlich eine gute Stunde, aber auch die anderen müssen früh aufstehen um den ersten Bus zu bekommen. Dementsprechend geht es nach dem Essen schnell ins Bett.

Tag 283: Machu Picchu

Der Aufstieg nach Machu Picchu ("Stairs" ist bereits oben im Bild)

Der Aufstieg nach Machu Picchu („Stairs“ ist bereits oben im Bild)

Mitten in der Nacht klingelt der Wecker. Wir machen uns schnell fertig, packen unseren Rucksack mit genügend Getränken und den gestern gekauften Baguettes. Wir wurden vorgewarnt, dass die Preise beim Aufstieg zum Machu Picchu ebenfalls überproportional steigen. Mit der Taschenlampe erreichen wir pünktlich das untere Tor und werden um punkt 05:00 Uhr eingelassen. Wir stehen als zweites in der Schlange und nach einer kurzen Passportkontrolle starten wir den Aufstieg in sternenklarer Dunkelheit. Unsere Vorläufer machen früh schlapp, so dass wir nach wenigen Minuten die Ersten sind und den Aufstieg einzig in Begleitung eines Straßenhundes bestreiten.

Yeah! Wir sind die ersten

Yeah! Wir sind die Ersten

Der Anstieg hat es in sich. Es gibt steile und lange Stufen, die nicht immer leicht zu passieren sind. Unser Begleithund, den wir kurzerhand „Stairs“ (Stufen) taufen, weißt uns zielsicher den Weg und wartet an jeder Kreuzung. Nach anstrengenden 50 Minuten Aufstieg haben wir es fast geschafft und hören den ersten Bus wenige Meter über uns. Mit einem kleinen Sprint schaffen wir es knapp, auch die ersten in der Schlange zu sein. Auch unsere restliche Gruppe, die sich alle für den Bus entschieden hatten, ist zeitgleich mit uns vor Ort. Um Punkt 6.00 Uhr dürfen wir nach einer erneuten Passkontrolle eintreten. Wir gehen zügig ein und erreichen einen tollen Aussichtspunkt wo wir Fotos von den (noch) verlassenen Inkaruinen schießen.

Machu Picchu - menschenleer

Machu Picchu – noch menschenleer

Die "Inka Jungle Trek"-Truppe

Die „Inka Jungle Trek“-Truppe

Nach dem ersten Fotoshooting folgen wir unserem Guide in die Ruinen und erfahren viel über die Geschichte von Machu Picchu. Neben Cusco war die Bergstadt auf 2.300 Meter Höhe eine der wichtigsten Inkastädte in den Anden und soll bis zu 1.000 Bewohner beherbergt haben. Besonders interessant und gleichermaßen berühmt sind die vielen Terrassen, auf denen die Inkas verschiedene Getreide und Früchte angebaut haben. Unser Guide weiß zu berichten, dass die Kunst der Landwirtschaft größtenteils unterhalb der Erde zu finden ist. Mithilfe von verschiedenen Erdschichten, wurden so der Nährboden und die Bewässerung für die jeweiligen Pflanzen optimiert. Die Terrassen schützen zudem vor Erosion, was die letzten 500 Jahre offensichtlich gut geklappt hat. Bis auf das Fehlen der Dächer (die überlicherweise aus Stroh bestehen und regelmäßig gewechselt werden müssen) ist die Inkastadt sehr gut erhalten. Wir laufen durch die Ruinen und begutachten die Sonnenuhr, zwei Wasserspiegel zur Beobachtung von Sternen und einen Altar.

Sonnenaufgang

Sonnenaufgang

Die Erläuterungen unseres Guides sind leider nicht perfekt getimed, da während der Erklärungen die Sonne aufgeht und wir zwischen den Bauruinen keine perfekte Sicht haben. Yvonne entschließt sich kurzerhand auf den geschichtlichen Teil zu verzichten und dafür den optischen Teil zu genießen und setzt sich ab. Lianne schließt sich an und auf einer Anhöhe bekommen die Beiden noch weitere Gesellschaft von einem zutraulichen Lama, das sich sogar reiten lässt.

Yvonne und das freundliche Lama

Yvonne und das freundliche Lama

Die Terrassen der Inkastadt

Die Terrassen der Inkastadt

Ausblick vom Sonnentor

Ausblick vom Sonnentor

Nach dem historischen Teil haben wir noch ganzen Tag Zeit um Machu Picchu zu erkunden. Das Erklimmen des Huayna Picchu (der Berg im Hintergrund der Inkastadt) wäre sicherlich noch interessant gewesen, doch auch hierfür ist eine frühzeitige Anmeldung erforderlich. Stattdessen bestreiten wir zunächst den Weg zum Sonnentor, wo der offizielle Inka Trail auf Machu Picchu trifft. Es wird immer heißer und der Aufstieg ist anstrengend. Nach 45 Minuten erreichen wir das Sonnentor, von wo wir einen fantastischen Ausblick über das gesamte Dorf und die umliegenden Berge haben. Ursprünglich wollten wir noch den gleichnamigen Berg erklimmen, aber nach dem frühen Morgen und der Wanderung zum Sonnentor entscheiden wir uns dagegen.

Panorama Machu Picchu

Panorama Machu Picchu

Wir laufen noch einmal zurück zum Aussichtspunkt und müssen feststellen, dass sich das Dorf mittlerweile mit Touristen gefüllt hat. Offiziell sind 2.000 Touristen pro Tag erlaubt, nach Angaben unseres Guides wird diese Zahl aber gerne auf bis zu 3.500 ausgeweitet. An den besten Aussichtsstellen müssen wir uns mittlerweile unseren Weg durch die Menschenmaßen bahnen. Gut das wir heute Morgen schon so früh hier waren.

Die beeindruckende Inkastadt vom Aussichtspunkt

Die beeindruckende Inkastadt vom Aussichtspunkt

Ich habe noch ein bisschen Wanderlust und laufe zu Fuß zurück nach Aguas Calientes, während Yvonne dieses Mal den Bus nimmt. Ich bin zügig unterwegs und wir kommen fast gleichzeitig unten an. Wir haben leider nur Tickets für die späte Bahn zurück nach Cusco und müssen die Zeit bis 21:00 Uhr totschlagen. Dank Fußball-WM und netter Gesellschaft klappt das aber relativ problemlos.

Weit nach Mitternacht erreichen wir Cusco und erkennen die Stadt nicht wieder. Überall sind Essensstände, besoffene Peruaner und der Boden klebt wie die Düsseldorfer Altstadt nach einem Karnevalssamstag. Wir sind froh, als wir endlich in unserem neuen Hostel „Feel at Home“ ankommen.

Tag 284: WM in Cusco & All-you-can-Meat!

Zu Beginn des Spiels ist die Laune ausgezeichnet

Zu Beginn des Spiels ist die Laune ausgezeichnet

Wir haben es nicht ganz dem Zufall überlassen und somit unsere Tour so geplant, dass wir pünktlich zum nächsten Spiel der deutschen Elf gegen Ghana wieder in Cusco sind. Nach den guten Erfahrungen (günstige Getränke und 4-0 gegen Portugal) treffen wir uns wieder im „Jardin secreto“, um das Spiel auf der Leinwand zu schauen. Wir treffen eine junge Dame, die vor wenigen Tagen erst aus Deutschland gekommen ist und jede Menge Fanartikel im Gepäck hat. Die Laune ist gut, dass Spiel aber eher weniger. Die Deutschen wirken arrogant, machen dämliche Hackentricks, verlieren viele Bälle und werden erst wieder wach, als das Spiel schon fast verloren ist. Am Ende reicht es gerade noch für ein 2-2. Eine ernüchternde Leistung, die unsere Feierlaune sehr gedämpft hat.

All-you-can-Meat im Senor Carbon

All-you-can-Meat im Senor Carbon

Irgendwie sind wir alle unscharf...

Irgendwie sind wir alle unscharf…

Zum Abschluss unserer Machu Picchu Tour haben wir uns mit Lianne und Yosh (Niederlande) und Laura und Maron (Argentinien) im Senôr Carbon, einem All-you-can-Eat Restaurant mit einem besonderen Fokus auf Fleisch, verabredet. Im Gegensatz zum klassischen Buffet, werden wir hier aber am Tisch mit jeder Menge frischem Fleisch versorgt. Im Minutentakt kommen die Kellner vorbei, immer mit einem frischen Stück Fleisch am Spieß. Wir lassen es uns schmecken und Maron wählt uns einen dazu passenden argentinischen Rotwein. Das Essen ist gut und unsere Stimmung auch. Wir wollen den gelungenen Abend mit einem Gruppenfoto festhalten, aber die Kellnerin schafft trotz 10 Versuchen kein einziges scharfes Bild. Erst andrücken, dann durchdrücken… Wir nehmen es mit viel Humor!

Tag 285: Sacred Valley

Sacred Valley

Sacred Valley

Machu Picchu ist die wohl bekannteste Inkastadt, aber die eigentliche Hauptstadt der Inkas war Cusco. In der Innenstadt selbst haben die Spanier zwar nicht viel übrig gelassen (auf den Trümmern des größten Inkatempels wurde eine christliche Kirche errichtet), aber im Umland der Stadt gibt es noch zahlreiche Ruinen, die wir mit einer Tour durch das sogenannte „Sacred Valley“ besichtigen.

In einem kleinen Dorf gehen wir shoppen

In einem kleinen Dorf gehen wir shoppen

Nach einer guten Stunde erreichen wir zunächst ein Dorf, wo wir bei einem Juwelier den Unterschied zwischen echtem und falschem Silber und entsprechenden Schmucksteinen lernen. Die Erläuterung schafft Vertrauen und Yvonne ersteht einen schicken Ring. Danach haben wir noch einen kurzen Moment auf dem lokalen Markt, wo ich ein kleines Schachspiel für gerade einmal 12 Soles (3€) kaufe.

Die Terrassen von Pisac

Die Terrassen von Pisac

Weiter geht es nach Pisac, ein kleines Städtchen, das sich ähnlich wie Machu Picchu auf einer Bergkuppe befindet. Wir bekommen wieder zahlreiche Erläuterungen über die Bauweise und Kultur, aber nach den Ausführungen der letzten Tage wissen wir bereits gut Bescheid. Der Ort ist nicht ganz so malerisch wie Machu Picchu, aber schön ist es hier allemal.

Auch hier befinden sich Inka Ruinen

Auch hier befinden sich Inka Ruinen

Ollantaytambo

Ollantaytambo

Ollantaytambo ist eine weitere wichtige Stadt der Inka. Hier befanden sich einst ein wichtiger Tempel und auf dem gegenüberliegenden Felsen eine Militärbasis der Inka. In einem Gebäude befindet sich eine Sonnenuhr, mit deren Hilfe die Jahreswende bestimmt wurde. Den exakten Zeitpunkt (Sonnenaufgang am 21. Juni) haben wir heute nur um 1 Tag verpasst.

Eine Steinfigur (links) und ein Lagerhaus (rechts) befinden sich auf dem gegenüberliegenden Felsen

Eine Steinfigur (links) und ein Lagerhaus (rechts) befinden sich auf dem gegenüberliegenden Felsen

Alpaccakleidung handgemacht (und gefärbt)

Alpaccakleidung handgemacht (und gefärbt)

Die letzte Station der kurzweiligen, aber interessanten Tour machen wir an einem kleinen Farmhaus auf einer Anhöhe. Hier lernen wir, wie Alpaccawolle mit der Hand verarbeitet und gefärbt wird. Dabei gibt es für jede Farbe einen natürlichen Farbstoff. Die meisten Farbstoffe werden aus Pflanzen gewonnen, aber das Purpur-Rot wird aus Insektenblut gewonnen, welche Kakteen befallen und auf diesen „geerntet“ werden. Wir bekommen natürlich alles demonstriert und haben danach die Möglichkeit einige handgemachte Produkte zu erstehen. Oh, du süße Verlockung…

Tag 286: Planen und Abreise nach Bolivien

Abreise nach Peru

Abreise nach Peru

Wie schnell die Zeit vergeht. Heute Abend verlassen wir Peru und reisen weiter nach Bolivien. Wir nutzen den Tag zum planen, schlendern noch einmal durch die Straßen, gehen lecker essen und fahren dann mit dem Taxi zum Busbahnhof. Obwohl unser Busticket ein völlig anderes Logo hat, finden wir (mehr aus Zufall) den richtigen Schalter und tauschen das Ticket der Reiseagentur aus der Stadt gegen das richtige Busticket. Dabei erfahren wir, dass sich die Agentur mal eben 40 Soles (10€) für die einfache Vermittlung des Tickets eingesteckt hat. Unwissenheit kostet überall Geld…

Der Bus ist aber modern und die Sitze wie versprochen breit und lang. Wir können uns bequem zurücklehnen und sind wenig später eingeschlafen.