Harwoods Hole und im Regen zur Nordinsel

Tag 214: Harwoods Hole und Abel Tasman Nationalpark

Die Fahrt zur Golden Bay geht über einige Lookouts

Die Fahrt zur Golden Bay geht über einige Lookouts

Der Ruhetag hat uns mal wieder richtig gut getan. Das Wetter ist hier für die nächsten Tage leider nicht mehr besonders gut angesagt und so beschließen wir auf die westliche Seite vom Abel Tasman Nationalpark zu fahren. Dort befindet sich die Golden Bay und die Gegend wird uns von Einheimischen und Reiseführer gleichermaßen empfohlen. Außerdm soll sich hier das gute Wetter noch einen Tag länger halten. Im Abel Tasman Nationalpark gibt es wieder einen der vielen Great Walks und wenn man nur Wanderroute von der Küste in Marahau etwa 40 km folgt, kommt man an Totaraui Campingplatz raus, wo wir heute übernachten wollen. Mit dem Auto ist die Strecke allerdings bedeutend länger, denn man muss außen um den Nationalpark fahren und die Fahrtzeit für die bestimmt 100km ist aufgrund der kurvigen Straßen bei über zwei Stunden.

Eine Kulisse aus "Der Hobbit"?

Eine Kulisse aus „Der Hobbit“?

Die Wanderung ist nicht ungefährlich

Die Wanderung ist nicht ungefährlich

Direkt am Anfang der Strecke gibt es aber eine Seitenstraße zum Harwoods Hole, der wir zunächst folgen. Das Harwoods Hole ist ein Loch, das sich in der Nähe einer Felswand im Boden gebildet hat und soll 176m tief sein. Der Weg entsprechende Parkplatz ist aber nur über eine etwa 11km lange Schotterstraße zu erreichen und direkt am Einstieg werden wir mit einem Warnschild „Nicht für Stadtautos und Campervans geeignet“ empfangen. Wir klassifizieren unseren Camper aber einfach als „Minivan“ und fahren langsam weiter. Die Fahrt ist zwar rumplig, aber für unseren Wagen kein Problem.

Der Wald hat eine besondere Atmosphäre

Der Wald hat eine besondere Atmosphäre

Die Gegend um das Harwoods Hole war auch ein Drehplatz für einen der „Hobbit“-Filme und die Wälder und Wiesen haben tatsächlich einen tollen Charme. Die Täler liegen sehr abgelegen und nur das Vogelgezwitscher und Summen der Bienen klingt durch die Stille. An einer Stelle können wir ein paar Holzkunstwerke sehen und vermuten, dass es sich noch um Teile der Kulisse handelt. Den Hobbit sollte ich mir auf einem der nächsten Langstreckenflüge mal ansehen.

Auf dem Weg zum Harwoods Hole müssen wir klettern

Auf dem Weg zum Harwoods Hole müssen wir klettern

Die Wanderung zum Harwoods Hole führt durch einen schönen Wald. Anfangs ist der Weg noch gut befestigt, aber der Untergrund wird immer unebener und nach einiger Zeit müssen wir immer mehr über die glatten, kantigen Steine klettern. Wir sind seit fast 45 Minuten unterwegs, als das Loch auf einmal vor uns auftaucht. Es gibt weder Geländer noch andere Absperrungen und hinter ein paar Felsen geht es schier unendlich in die Tiefe. Yvonne protestiert ein kleines bisschen, aber ich versuche trotzdem einen Blick in den Abgrund zu werfen und klettere vorsichtig an den Abgrund heran. Nachdem ich guten Halt gefunden habe, spähe ich in den Abgrund aber das Ende des Loches kann ich trotzdem nicht erblicken. Irgendwie unheimlich. Und der Schacht gibt auch noch bei jedem lauten Geräusch ein Echo wieder.

Vor uns geht es über 100 Meter in die Tiefe

Vor uns geht es über 100 Meter in die Tiefe

Das südliche Ende des Abel Tasman National Parks

Das südliche Ende des Abel Tasman National Parks

Nach dem Besuch beim Harwoods Hole machen wir noch einen kurzen Aufstieg und genießen die Aussicht auf das südliche Ende des Abel Tasman Nationalparks bevor wir wieder den Rückweg und danach die Weiterfahrt antreten.

Über die Schotterpiste zurück zur Straße

Über die Schotterpiste zurück zur Straße

Der Rückweg über die Schotterpiste klappt wieder problemlos und bald haben wir wieder Asphalt unter den Rädern. Wir fahren bis Takaka und biegen dort Richtung Norden ab. Die letzten zehn Kilometer bis zum Totaraunui-Camp geht es wieder über Schotterpiste, aber wir haben heute schon trainiert und keine Probleme.

Die "Golden Bay"

Die „Golden Bay“

Am Abend schnüre ich die Laufschuhe um mir einen Teil des Abel Tasman Tracks im Laufschritt anzuschauen. Eigentlich hatte ich mir den westlichen Rundweg vorgenommen, aber schon bei einer der ersten Abzweige folge ich versehentlich dem „Head Track“ zu einem Lockout. Der Anstieg ist heftig, aber die Aussicht gut. Der Sandstrand vor unserem Camp glänzt golden und mir erschließt sich, warum diese Gegend „Golden Bay“ genannt wird. Nach dem unfreiwilligen Ausflug finde ich erst den richtigen Weg zur Anapei Bay und verpasse dann aber die richtige Fortsetzung. Trotzdem war es mal wieder ein Lauf mit toller Kulisse!

Tag 215: Dauerregen

Der Blick aus dem Camper ist wenig verheißungsvoll

Der Blick aus dem Camper ist wenig verheißungsvoll

Der Dauerregen hat schon in der Nacht begonnen und auch am Morgen sieht es nicht besser aus. Es schüttet wie aus Eimern und von Besserung ist weit und breit keine Sicht. Unsere Wanderung an der Küste des Abel Tasman Nationalparks fällt damit buchstäblich ins Wasser. Gut, dass ich gestern wenigstens ein kleines Ründchen gedreht habe.

Im Regen fahren wir Richtung Nelson

Im Regen fahren wir Richtung Nelson

Unsere Befürchtung, die Rückfahrt über die Schotterpiste wird zu einer schlammigen Rutschpartie, wird zum Glück nicht war und wir haben bald wieder festen Asphalt unter den Rädern. Die kurvigen Straßen sind aber trotzdem nicht ganz ungefährlich und wir fahren entsprechend umsichtig. Gegen Mittag erreichen wir nach regenreicher Fahrt die Stadt Nelson. Hier gibt es eine richtige Innenstadt und wir nutzen eine kurze Regenpause um durch die Straßen zu schlendern. Obwohl man auf den Parkplätzen im Stadtzentrum übernachten dürfte, entschließen wir uns weiterzufahren. Der Nachmittag ist gerade trocken und vielleicht finden wir noch ein schöneres Plätzchen.

Auf der Fahrt passieren wir die ersten "Sounds"

Auf der Fahrt passieren wir die ersten „Sounds“

Drei hungrige Schaffe

Drei hungrige Schaffe

Vielleicht sind wir heute zu wählerisch, aber erst beim vierten Anlauf finden wir einen schönen Campingplatz. Die Sucherei hat sich aber gelohnt und wir werden an der „Smith Farm“ mit einem Muffin begrüßt und bekommen ein bisschen Trockenfutter überreicht, mit dem wir uns bei den Tieren auf der Farm beliebt machen sollen. Im Hinterland des Campingplatzes gibt es sogar noch eine kleine Wanderung zu einem Wasserfall. Nach dem tristen Tag ist das eine willkommende Abwechslung und wir lernen ein paar hungrige Schafe, von denen es in Neuseeland mehr gibt als Menschen, kennen. Das Neuseeland aufgrund der vielen Schafsfürze einen überhöhten Co²-Ausstoß hat, lese ich später in einem unterhaltsamen Artikel.

Eine Wanderung im Dunkeln

Eine Wanderung im Dunkeln

Auf Wanderung muss ich alleine gehen. Es dämmert schon leicht, die Wolken ziehen sich wieder zusammen und Yvonne hat einfach keine Lust. Ich aber schon und so trennen sich unsere Wege. Vielleicht hätte ich aber nicht sofort losmarschieren, sondern eine Taschenlampe oder feste Schuhe mitnehmen sollen. Hinter den Kuhfeldern geht der Weg weiter durch das Unterholz und da ist es schon ziemlich dunkel und der schlammige Weg ist auch nicht gerade FlipFlip-geeignet. Der Wasserfall entpuppt sich als Rinnsal und auf dem Rückweg trete ich im Dunkeln in einen Kuhfladen. Die kleine Nachtwanderung hat mir aber trotzdem Spaß gemacht und nach einer Dusche wird es mit ein paar anderen Reisenden noch ein geselliger Abend. Da macht es auch nichts, dass es schon wieder heftig regnet.

Tag 216: Im Regen durch die Marlborough Sounds

Die Aussicht auf dem Weg zum Queen Charlotte Track

Die Aussicht auf dem Weg zum Queen Charlotte Track

Schöne Landschaft, schlechtes Wetter

Schöne Landschaft, schlechtes Wetter

Die Wettervorhersage hat leider recht und heute regnet es in einem durch. Wir fahren noch ein wenig auf dem „Scenic Drive“ um einen Blick auf Marlborough Sounds zu werfen und haben kurzzeitig noch mit einer kleinen Wanderung auf Queen Charlotte Track geliebäugelt, aber der Regen ist zu konstant und stark, als das wir viel sehen oder die Wanderung genießen könnten. Stattdessen fahren wir nach Picton, von wo wir morgen die Fähre auf die Nordinseln nehmen werden. Dort verschanzen wir uns am Nachmittag in einem Café um das dortige Internet zu nutzen.

Kurze Regenpause für ein Foto: Unser Campingplatz

Kurze Regenpause für ein Foto: Unser Campingplatz

Auf der Suche nach einer günstigen Stellfläche verlassen wir gegen Abend Picton und finden einen netten Platz etwa 20 Kilometer südlich mit Blick auf das Meer. Eine kurze Regenpause reicht gerade für ein Foto, aber dann geht es wieder richtig los…

Tag 217: Mit der Fähre von Picton nach Wellington

Kurz hinterm Campingplatz gibt es eine kleine Bucht

Kurz hinterm Campingplatz gibt es eine kleine Bucht

Am nächsten Morgen ist es bewölkt aber zumindest trocken. Unsere Fähre geht erst mittags (als wir gebucht haben, dachten wir noch wir könnten auf der Überfahrt die tolle Landschaft bewundern) und wir nutzen den trockenen Vormittag für einen Miniausflug an der Ostküste und eine kleine Wanderung in der Nähe von Picton. Wir erreichen einen schönen Aussichtspunkt und haben einen schönen Blick über die Stadt und die Anlegestelle, wo in weniger als zwei Stunden unsere Fähre ablegen soll.

Ausblick über Picton und die Marlborough Sounds

Ausblick über Picton und die Marlborough Sounds

Hier fahren wir gleich auch entlang

Hier fahren wir gleich auch entlang

Die Aussicht ist leider begrenzt

Die Aussicht ist leider begrenzt

Das Einchecken auf der Fähre klappt problemlos, obwohl wir versehentlich „Frau Suchmeldung“ (die Handyworterkennung ändert gerne Yvonnes Nachnamen) angemeldet hatten. In der Warteschlange treffen wir das deutsche Pärchen vom Vor-Vorabend, die eigentlich noch ein paar Tage auf der Südinsel bleiben wollten, jetzt aber auch vor dem Dauerregen fliehen (wollen). Obwohl wir mit einer Stunde Verspätung starten, ist der erste Teil der Fahrt mit guten Unterhaltungen und moderatem Wellengang recht angenehm.

Wir verlassen die Marlobrough Sounds und der Wellengang nimmt zu

Wir verlassen die Marlobrough Sounds und der Wellengang nimmt zu

Das ändert sich leider, als wir die Marlborough Sounds verlassen und ein Stück über offenes Meer fahren. Die Fahrt verlängert sich aufgrund des starken Wellengangs nochmal um eine Stunde und wir sind mehr als froh, als wir endlich auf der Nordinsel ankommen. Leider regnet es hier nicht weniger 🙁

Am Abend haben wir uns mit Nikki verabredet, die wir im ersten Monat unserer Reise in Afrika kennengelernt haben. Obwohl wir damals nicht übermäßig viel Kontakt hatten, hat sie uns zu sich eingeladen und wir haben diese Einladung gerne angenommen. Gemeinsam mit zwei anderen Freundinnen, die aus New York zu Besuch sind, gehen wir etwas essen und besuchen eine Kneipe und eine Jazz-Bar. Das Nachtleben macht einen ganz guten Eindruck und Wellington soll auch so eine tolle Stadt sein (wenn es mal nicht nur regnet).