Georgetown und die Insel Penang

Tag 147: Georgetown

Wir starten in der "Love Lane"

Wir starten in der „Love Lane“

Georgetown liegt auf der Insel Penang an der Westküste von Malaysia. Hier treffen sich viele Kulturen und die Stadt hat auch architektonisch einiges zu bieten. Nach der gestrigen langen Busfahrt haben wir keine großen Ausflüge geplant und erkunden die Stadt zu Fuß. Über die „Love Lane“ laufen wir zur Küste und passieren dabei einige schöne Gebäude. Auf dem Weg bleiben wir an einem Plakat hängen und stellen fest, dass wir das Kurzfilmfestival nur um wenige Tage verpasst haben. Außer Konkurrenz produzieren wir dann aber dennoch einen spontanen Beitrag.

Wir essen zum "Pi x Daumen"-Preis

Wir essen zum „Pi x Daumen“-Preis

Die Bestellung des Mittagessens in Malaysia ist dann schon eine neue Erfahrung für uns. In dem lokalen Restaurant gibt es nur ein Buffet und nirgends sind Preise angeschlagen. Wir werden aufgefordert unsere Teller zu beladen und nach unserer Wahl wird der Preis dann von der Dame am Buffet abgeschätzt. Mit dem Geschäftsmodell würde man in Deutschland wohl mehr diskutieren als essen…

Frisch gestärkt spazieren wir weiter durch die Stadt. Überall im Backpackerviertel werden kostenlose Stadtkarten verteilt und dort sind einige besondere Straßenkunst eingezeichnet. Nachdem wir die Jetty (Anlegehafen für Fähren) und den Hafen erkundet haben, folgen wir der Karte und sehen auch die meisten Kunstwerke. Es ist ziemlich heiß und neben Wasser und Cola kaufen wir uns zu Stärkung an einem Straßenstand eine gemischte Tüte voll Obst mit frischer Mango, Ananas, Birne, Apfel und Melone.

Am Nachmittag entfliehen wir der Hitze und ich muss ein bisschen arbeiten um unser Reisetagebuch auf das neue Design umzustellen. Das ist ein bisschen Frickelsarbeit und wir vergessen dabei die Uhrzeit. Als wir um kurz vor acht dann zu Abend essen wollen, haben viele der Restaurants bereits zu. Wir wollen aber heute nicht wieder auf der Straße essen und machen uns auf die Suche. Nach einer Weile finden wir schließlich ein Restaurant im indischen Viertel, das 24h geöffnet hat. Es riecht nach Indien, klingt nach Indien, schmeckt aber leider nicht halb so gut wie in Indien.

Tag 148: Ausflug zum Penang Hill

Auf Penang gibt es endlich wieder Linienbusse

Auf Penang gibt es endlich wieder Linienbusse

In Georgetown gibt es ganz normale Linienbusse, die alle wichtigen Ecken der Insel miteinander verbinden. Das ist ziemlich praktisch und auf Reisen alles andere als alltäglich. Leider ist unsere Buslinie zum Penang Hill (204) die Einzige, die einen Bogen um die Backpackerstraße „Chebulia“ macht, so dass wir bis zum Busbahnhof an der Jetty laufen müssen und natürlich den gewünschten Bus verpasst haben. Nachdem wir endlich den nächsten Bus gefunden haben, werden wir wieder überrascht.

Vom Penang-Hill kann man Georgtown komplett überblicken

Vom Penang-Hill kann man Georgetown komplett überblicken

Man muss die Busse in Georgetown immer passend bezahlen, denn diese geben grundsätzlich kein Wechselgeld. Da ich mein letztes Kleingeld in den Kaffeeautomaten an der Busstation geschmissen habe, stehen wir doof da. Der Busfahrer ist freundlicherweise kooperativ und ich bekomme ausnahmsweise Wechselgeld, nachdem andere Gäste zugestiegen sind. Nach über einer Stunde kommen wir endlich am Penang Hill an.

Das muss jeder für sich entscheiden

Das muss jeder für sich entscheiden

Eigentlich wollten wir den Penang Hill hochwandern, aber nachdem wir gelesen hatten, dass der Weg entweder an einer asphaltierten Straße entlang führt oder vom Botanischen Garten bis zu 8 Stunden dauert, haben wir uns doch dagegen entschieden. Stattdessen kaufen wir uns zwei Tickets für umgerechnet 10€ für die Seilbahn (mit ISIC gibt’s 50% Studentenrabatt) und fahren hoch.

Die Aussicht vom Penang Hill ist schön und man kann die ganze Insel überblicken. Laut einem Werbeschild ist der Penang Hill ein Muss für alle Reisenden, aber so richtig von den Socken sind wir nicht.

Die alte Schienenbahn

Die alte Schienenbahn

Bis auf die schöne Aussicht gibt es ein paar Touristenattraktionen (Papagei auf dem Arm halten, Fotos machen lassen, eine alte Bahn zum posieren) Restaurants, einen Tempel und eine Moschee. Da wir uns das Frühstück gespart haben, ist die Restaurantecke unsere erste Wahl und auch recht gut und günstig. Danach besuchen wir noch die Moschee und den Tempel, aber (und ich hoffe das liest jetzt kein stolzer Bewohner von Penang) da haben wir schon schönere gesehen.

Zurück in Georgetown will Yvonne zum Friseur. Wir haben auch schnell einen ausfindig gemacht, aber die Dame will das 2,5-fache des normalen Preises, weil morgen das chinesische Neujahr anfängt. Das finden wir alles andere als gut und fahren zur großen Penang Shopping Mall um eine Alternative zu finden. Das Einkaufszentrum ist riesig und es gibt sowohl westliche Geschäfte als auch kleine malaysische Imbissbuden und Shops. Wunderlicherweise finde ich auf der Suche nach frischem Bargeld nur einen einzigen ATM. Yvonne hat nach einigem Suchen einen Friseur ausfindig machen können und bekommt endlich die gewünschten Strähnchen. Nun hat sie wieder etwas mehr Farbe im Haar, ist mit der Umsetzung aber nicht ganz glücklich. Naja, zu Hause ist zu Hause und auf Reisen auf Reisen.

Wir speisen köstlich am Straßenrand

Wir speisen köstlich am Straßenrand

Abends haben wir uns mit Emma und Brett verabredet, ein britisches Pärchen, mit denen wir im Minibus aus Thailand angekommen sind. Wir essen an einem Straßenstand Satai-Spieße, Penang Laksa und einen frischen Burger, der die Fastfoodketten-Burger locker in den Schatten stellt. Für gerade einmal 2,50 € sind wir satt und zufrieden. Da die Beiden am nächsten Morgen zurück nach Thailand fahren (sie waren nur 3 Tage in Malaysia um ein neues Thailand-Visum zu bekommen) feiern wir nicht gemeinsam in das chinesische Neujahr und verabschieden uns nach zehn. Kurz nach Mitternacht stehen wir auf der Terrasse unseres Hostels und warten auf das große Feuerwerk. Bis auf ein paar vereinzelte Raketen passiert aber nicht viel und unser Irrtum wird uns langsam bewusst. Beim chinesischen Neujahr wird nicht einmal kräftig rein gefeiert, sondern dauert 15 Tage lang und entsprechend verteilen sich auch die Feierlichkeiten. Passend dazu haben die Malaysier Ferien, die Hotels sind ausgebucht und viele einheimische Restaurants und Läden geschlossen. Nicht unbedingt die beste Zeit als Tourist zu reisen.

Tag 149: Penang National Park und eine miese Nacht

Einen schöne Wanderung durch den Dschungel des Penang National Park

Einen schöne Wanderung durch den Dschungel des Penang National Park

Im Nordwesten der Insel gibt es einen Nationalpark und einige Wanderrouten. Wir fahren wieder mit dem öffentlichen Bus (Linie 101) und haben dieses Mal auch das Geld passend. Die Fahrt dauert über eine Stunde und bevor wir den Nationalpark betreten, kaufen wir uns in einem kleinen Restaurant unser Mittagessen zum mitnehmen. Erfreulicherweise ist der Eintritt kostenlos und man muss sich lediglich in einer Liste ein- und später wieder austragen.

Der Turtle-Beach ist schön und ruhig gelegen

Der Turtle-Beach ist schön und ruhig gelegen

Es gibt zwei Wanderrouten (Turtle Beach und Monkey Beach) und wir entscheiden uns für die Schildkrötenvariante. Die Wanderung ist sehr schön und nach einer guten Stunde erreichen wir einen kleinen Mischwassersee (der laut den örtlichen Informationen ein ganz besonders Ökosystem beherbergt) und eine Brücke an einem schönen Strand. Wir verspeisen unser Mittagessen im Schatten der Bäume und erkunden dann den naheliegenden Steg und die kleine Hüttenansammlung.

Kleine Schildkrötenbabys in einem Wassertank

Kleine Schildkrötenbabys in einem Wassertank

Im hinteren Bereich des Strandes besuchen wir das Schildkrötenobservatorium und wandern dann weiter ins Inland. Dabei passieren wir einen toll gelegenen Campingplatz (Wer mit Zelt unterwegs ist, sollte sich das mal genauer anschauen!) und klettern über einen Hügel zum „Teluk Kampi“. Auf der Rückseite befindet sich ein abgelegener Strand, der unter der einheimischen Bevölkerung aber kein Geheimtipp ist. Wir sehen zahlreiche malaysische Familien, die mit Booten angekommen sind und ein kleines Zeltdorf errichtet haben. Eine tolle Umgebung für einen Campingurlaub.

Der Rückweg zieht sich dann ein bisschen und wir sind froh, dass wir zwischendurch noch eine weitere 1,5-Literflasche Wasser gekauft haben. Nach 2 Stunden zu Fuß und einer weiteren Stunde im Bus erreichen wir wieder Georgetown.

Das chinesische Neujahr sieht gut aus, bringt uns aber kein Glück

Das chinesische Neujahr sieht gut aus, bringt uns aber kein Glück

Wegen dem chinesischen Neujahr war es in ganz Malaysia extrem schwierig günstige Unterkünfte zu bekommen. Aus dem Grund müssen wir unsere Unterkunft während unseres 5 tägigen Aufenthalts in Georgetown mehrfach wechseln, aber das macht uns eigentlich nichts aus. Eigentlich…

Wir holen unsere Rucksäcke in unserem letzten Hotel ab und laufen zu unserer neuen Unterkunft, die von außen einen ziemlich guten Eindruck macht. Wir können aber leider nicht einchecken, denn die Dame an der Rezeption erklärt uns, dass sie einen Fehler gemacht haben und das Zimmer, welches wir über Agoda gebucht haben, schon vergeben ist. Sie hat aber schon eine andere „nette“ Unterkunft in der Nähe für uns reserviert und händigt uns unser Geld (zu wenig, wie ich später feststelle) wieder aus.

Eine nette Unterkunft sieht anders  aus...

Eine nette Unterkunft sieht anders aus…

Die neue Unterkunft ist leider alles andere als „nett“. Das Gebäude sieht schon von außen ziemlich renovierungsbedürftig (in der Hotelbeschreibung steht bestimmt „historisch“) aus und auch von Innen macht es keinen guten Eindruck. Als wir unser Zimmer gezeigt bekommen, sind wir alles andere als begeistert. Es handelt sich nicht wirklich um ein Zimmer, sondern vielmehr um eine 6m² große Abstellkammer, das Bettlacken sieht ziemlich ekelig aus, das Fenster hat keine Glasscheibe und das Moskitonetz ist völlig durchlöchert. Ich checke das Wifi und suche nach Alternativen, aber unter 50$ pro Nacht ist nichts zu machen. Schließlich denken wir „vielleicht sind wir auch zu verwöhnt (bisher hatten wir ein gutes Händchen mit den Unterkünften) und eine Nacht wird schon nicht so schlimm sein…“. Vielleicht hätten wir uns doch anders entschieden, wenn wir die Bettwanzen, die Disko nebenan, die vielen Mücken und die jaulenden Katzen auf der Treppe neben unserem Fenster früher entdeckt hätten. Viel Schlaf war uns diese Nacht nicht vergönnt 🙁

Tag 150: Schlendertag in Georgetown

Endlich wieder richtiges Frühstück

Endlich wieder richtiges Frühstück

Nach einer ziemlich beschissenen Nacht flüchten wir so schnell es geht aus dem Guesthouse. Während unserer nächtlichen Bettwanzenjagd haben wir die Meisten offensichtlich erwischt, denn ich habe nur einige wenige Stiche und Yvonne ist sogar ganz verschont geblieben (ob das am Seideninlett mit Insektenschutz lag?!). Unser neues Hostel „Hutton Lodge“ macht einen besseren Eindruck und der Rezeptionist empfängt uns freundlich. Die Betten wirken sauber und es gibt zahlreiche Aufenthaltsräume. Wir checken kurz ein und gehen dann Frühstücken. Wir finden eine Café Bar und gönnen uns einen Bagel mit Frischkäse und einen großen Kaffee, was nach fünf Monaten ohne richtiges Gepäck so lecker ist!

In den Straßenrestaurants von Georgtown kann man bedenkenlos essen

In den Straßenrestaurants von Georgetown kann man bedenkenlos essen

Eigentlich wollten wir heute nochmal zum Nationalpark um die zweite Wanderroute zu laufen, aber wegen den Feiertagen des chinesischen Neujahrs (das bringt uns kein Glück) sind die Straßen und Busse ziemlich überfüllt. Die Aussicht nach der ungemütlichen Nacht pro Fahrt 2 Stunden im Bus stehen zu müssen, ist alles andere als verlockend und so entscheiden wir uns für einen Schlendertag. Wir gehen mal wieder lecker an einem einheimischen Straßenstand essen (das kann man im Malaysia problemlos, wogegen man in Indien besser die Finger davon lassen sollte). Malaysia wird als gutes Speise-Reiseland gehandelt und das können wir bestätigen. Auch am Abend ist das essen wieder gut und günstig, obwohl wir in einem Restaurant in der Nähe der Shoppingmall essen. An die Kosten von 20 MR (20 Malaysian Ringits = ca. 4,50 €) für zwei Abendessen inkl. Getränke könnten wir uns gewöhnen.

Das Hostel sieht eigentlich ziemlich gut aus

Das Hostel sieht eigentlich ziemlich gut aus

Obwohl wir müde sind, können wir nicht einschlafen. Im Schlafsaal hat ein Mädel die Klimaanlage ausgemacht (warum frieren Frauen bloß immer so schnell) und es ist ziemlich warm. Ein Zweibettzimmer hat eben doch seine Vorzüge. Ich merke schon am Abend einen Stich am Handgelenk, aber da uns dauernd Mücken stechen und das Bett sauber aussieht, mache ich mir keine Gedanken. Ein fataler Fehler!!!

Tag 151: Die Bettwanzenplage und Flug nach Langkawi

Scheiße! Die Bettwanzenbisse jucken ziemlich übel

Scheiße! Die Bettwanzenbisse jucken ziemlich übel

Ich habe mein Bett offensichtlich mit einer ganzen Bettwanzenfamilie geteilt, denn alles juckt und ich bin überall zerbissen. Allein an meinem linken Arm sind mindestens 30 Bisse und auch der andere Arm, der Rücken, die Beine und die Hüften sind nicht verschont geblieben. Scheiße! Auf diese Erfahrung hätte ich gerne verzichtet.

Wir haben aber keine Zeit lange zu hadern, denn heute geht unser Flug nach Langkawi. Die Insel hat Yvonne rausgesucht und als backpackertaugliche Trauminsel eingestuft. Da die Weiterreise und Unterkünfte im Inland von Malaysia zur Hauptsaison recht teuer sind und wir ohnehin nicht viel Zeit haben, haben wir uns kurzerhand für die Insel-Variante entschieden. Mit dem öffentlichen Bus (401E) fahren wir bequem zum Flughafen und nach weniger als einer Stunde Flugzeit geht unsere Reise weiter.