Foz do Iguazu und Sao Paulo

Tag 324: Luxus und gute Steaks

Luxus pur - wir schlafen in einer Juniorsuite

Luxus pur – wir schlafen in einer Juniorsuite

Nachdem wir in Argentinien einen schlechten Start erwischt haben, läuft es in Brasilien ziemlich gut. Die Einreise mit dem Bus ist kein Problem und beim Einchecken ins Hotel erleben wir eine positive Überraschung. Wir hatten uns ohnehin ein etwas besseres Hotel gegönnt (vielen Dank an die Familie für den BestWestern-Hotelgutschein), aber das Hotel ist „leider“ überbucht und für uns ist nur noch eine Junior-Suite frei.

Das Zimmer ist wirklich toll und mit Sicherheit die luxuriöseste Übernachtung unserer Reise. Wir haben ein großes komfortables Bett, ein eigenes Zimmer mit großem Wandschrank (schade, dass wir nur eine Nacht hier sind) und das absolute Highlight ist ein Badezimmer mit geräumigem Whirlpool. Bevor wir das Wasser einlassen, müssen wir aber erst einmal unseren Hunger stillen.

Direkt um die Ecke finden wir eine sogenannte „Churrascaria“, ein Restaurant, in dem gebratenes Fleisch frisch vom Grillspieß direkt am Tisch serviert wird. Dazu gibt es auch noch ein umfangreiches und leckeres Buffet. Wir essen ausgezeichnetes Fleisch und schaffen es gerade noch, uns nicht völlig zu überfressen. Schließlich wollen wir unser Luxuszimmer mit Whirlpool noch genießen.

Tag 325: Foz de Iguazu

Am nächsten Morgen müssen wir unser Luxus-Zimmer leider wieder räumen. Das Hotel war für heute leider schon ausgebucht und noch ein kostenloses Upgrade gibt es leider nicht. Unser neues Hostel ist wieder eine günstige Unterkunft und fußläufig nur wenige Minuten entfernt. Nachdem wir die Unterkunft gewechselt haben, machen wir einen Spaziergang durch die Stadt. Foz de Iguazu ist deutlich größer als das kleine Touristenstädtchen Puerto Iguazu auf der argentinischen Seite. Es gibt eine große Einkaufstrasse, doch die hier angebotenen Schuhe und Kleidung sind sehr bunt und kitschig. In vielen Geschäften steht im Eingangsbereich eine Person mit Mikrofon und versucht, Kundschaft marktschreierisch anzulocken. Die Einkaufskultur ändert sich auch von Land zu Land.

Am Abend gehen wir in eine weitere „Churrascaria“ und genießen das üppige Fleischangebot. Der heutige Laden ist mit 25 Real (8€) deutlich günstiger, aber das Essen ist ähnlich gut wie gestern. Der Laden heißt „Gaucho“ und schon beim Betreten habe ich einen Ohrwurm. „So gehen die Gauchos, die Gauchos gehen so…“. Woher der wohl kommt?

Tag 326: Vogelpark und Busfahrt

Die Iguazu-Fälle auf der brasilianischen Seite

Die Iguazu-Fälle auf der brasilianischen Seite

Am nächsten Morgen fahren wir mit dem Bus zur Haltestelle am Nationalpark der Iguazu-Fälle auf der brasilianischen Seite. Wir wollen uns allerdings nicht noch einmal die Wasserfälle anschauen, sondern haben uns für den dort ebenfalls befindlichen Vogelpark entschieden.

Der Vogelpark hat viele Freigehege

Der Vogelpark hat viele Freigehege

Normalerweise sehen wir Tiere am liebsten in freier Natur, aber der „Parque das aves“ sieht auf den Bildern toll aus, ist sehr gut bewertet und hat eine große Vielzahl an unterschiedlichen Vögeln und zahlreiche großräumige und begehbare Gehege.

Ein wunderschöne Tukan direkt vor uns

Ein wunderschöne Tukan direkt vor uns

Papagei im Freigehege

Papagei im Freigehege

Der Spaziergang durch den Vogelpark ist tatsächlich sehr schön. Im bolivischen Dschungel konnten wir Tukane aus der Ferne sehen, hier präsentiert sich ein prachtvolles Exemplar mit seinem riesigen Schnabel aus nächster Nähe. Auch die geschwätzigen Papageie aus dem Amazonasgebiet treffen wir wieder. Gegen Ende der Tour dürfen wir sogar einen der Papageie auf die Hand nehmen.

Yvonne mit neuem Freund

Yvonne mit neuem Freund

Endlich sehen wir auch eine Anaconda

Endlich sehen wir auch eine Anaconda

Neben vielen Papageien und Vögeln wird der Vogelpark durch ein Schmetterlingsgehege, einen kleinen Pool mit Krokodilen und ein Terrarium für Anacondas ergänzt. Wir verbringen fast 2 Stunden im Park und fahren dann wieder zurück in die Stadt.

35kg Gepäck? Was hat es damit auf sich?

35kg Gepäck? Was hat es damit auf sich?

Am Nachmittag lassen wir uns von einem Taxi zum Busbahnhof bringen. Heute steht unsere letzte lange Busfahrt an. Die Tickets konnten wir im Vorfeld schon über das Internet buchen (im Vergleich zu Bolivien ist hier alles hochmodern). Während wir anstehen, um unser Gepäck zu verstauen, sind wir etwas verwundert. Jedes Gepäckstück wird gewogen und fast alle Brasilianer haben riesige Taschen mit 35kg dabei. Wir erhaschen einen Blick in eine offene Tasche und stellen fest, dass die ganze Tasche mit Spielzeugautos gefüllt ist. Offensichtlich sind die meisten Mitreisenden Händler, die möglicherweise Waren aus Argentinien in Sao Paulo verkaufen wollen.

Unsere Vermutung, was die Händler angeht, scheint nicht ganz falsch zu sein. In der Nacht werden wir zweimal von der Polizei angehalten. Offensichtlich ist der Import von Waren aus Argentinien auf diese Weise nicht ganz legal. Das Problem wird relativ einfach gelöst. Einer der Händler läuft durch den Bus und sammelt von allen Insassen Geld ein, mit dem die Polizisten dann vermutlich geschmiert werden. Wir stellen uns sicherheitshalber schlafend und lassen die Einheimischen machen. Damit haben wir nix am Hut.

Tag 327: Ankunft in Sao Paulo

Hochmoderner Busbahnhof in Brasilien

Hochmoderner Busbahnhof in Brasilien

Am Morgen halten wir an einer hochmodernen Bushaltestelle, wo wir frühstücken können. Der Busbahnhof ist sehr modern, und es gibt ein reichhaltiges Buffet, einen Supermarkt und sogar kostenloses Internet.

Nach weiteren vier Stunden erreichen wir den Busbahnhof „Tiete“ in Sao Paulo. Das Busterminal gilt als das größte der Welt und gleicht eher einem Flughafen als einem Busbahnhof. In Sao Paulo haben wir uns mit unserem Freund Caue verabredet, ein Brasilianer, den wir aus unserer Heimatstadt Ratingen kennen und der jetzt wieder in Sao Paulo wohnt. Wir folgen der Ausschilderung und werden wenig später freudig empfangen und abgeholt.

Caue arbeitet in der brasilianischen Niederlassung eines Ratinger Unternehmens und ist vor kurzem erst wieder nach Brasilien zurückgekehrt. Er hat zwar noch keine eigene Wohnung, aber wir können für zwei Nächte bei seinen Eltern schlafen. Die Wohnung ist sehr schön, aber relativ klein. Der Lebensraum ist in der Riesenmetropole nicht nur knapp, sondern auch teuer. Während wir uns von der langen Busfahrt erholen und die Familie kennenlernen, muss Caue noch arbeiten.

In dieser Pizzaria haben Caues Eltern schon vor 30 Jahren gespeist

In dieser Pizzaria haben Caues Eltern schon vor 30 Jahren gespeist

Am Abend ziehen wir gemeinsam los. Als erstes geht es in eine kleine einheimische Pizzeria, wo wir eine frittierte Pizza essen. Die Pizza kann man sich als eine frittierte Calzone vorstellen, und nach anfänglicher Skepsis stellen wir fest: Lecker! Caue berichtet uns von seiner Heimkehr nach Brasilien mit Wohnungssuche und Akklimatisierung. Wir können uns gut in seine Lage versetzten, denn das gleiche Spiel kommt auf uns bald auch zu.

Blick über Sao Paulo

Blick über Sao Paulo

Wir nehmen einen Drink in der Skybar

Wir nehmen einen Drink in der Skybar

Nach dem Essen geht es zu einem weiteren Highlight in Sao Paulo. Wir fahren zu einer Skybar auf einem Wolkenkratzer und genießen ein kühles Getränk mit Blick über die Stadt. Mit Blick auf die Uhr bleibt es aber bei einem Drink. Die Busfahrt steckt uns noch ein wenig in den Knochen und Caue muss morgen wieder arbeiten.

Tag 328: Ein Tag in Sao Paulo

Ein Spaziergang durch Sao Paulo

Ein Spaziergang durch Sao Paulo

Während Caue arbeiten geht, haben wir heute etwas Zeit, um die Stadt zu erkunden. Die Fahrt mit Bus und U-Bahn von Sao Bernado do Campo ins Stadtzentrum klappt gut, auch wenn wir hier mit unserem frisch gelernten Spanisch nicht viel anfangen können.

Avenue Paulista

Avenue Paulista

Wir fahren bis zur zentral gelegenen „Av. Paulista“ und starten unseren Spaziergang durch die Stadt. Sao Paulo ist im Zentrum keineswegs arm und heruntergekommen. Überall sehen wir internationale Shoppingketten, Büro-Wolkenkratzer, kleine Geschäfte und Restaurants. Die Straßen sind sauber und von Kriminalität ist nichts zu spüren. Selbst der Verkehr fließt geordnet, und wir können festhalten, dass die Stadt wesentlich schöner ist als wir angenommen haben. Kein Vergleich zu den chaotischen Metropolen in Indien.

Parque do Ibirapuera

Parque do Ibirapuera

Ein grüner Fleck in Sao Paulo

Ein grüner Fleck in Sao Paulo

Auch der Spaziergang durch den „Parque do Ibirapuera“ ist sehr schön. Wir laufen durchs Grüne mit Blick auf die Skyline der Stadt. Offensichtlich ist der Park ein beliebter Rückzugsort für Pärchen, die hier alle paar Meter auf der Wiese liegen und schmusen. Wir Deutschen sind in der Hinsicht doch etwas prüder.

Am Nachmittag meldet sich Caue zurück, und wir treffen uns an einer U-Bahn Haltestelle. Wir wollten eigentlich zu einer alten Markthalle, wo es landestypische und leckere Baguettebrötchen gibt. Wir sind aber leider etwas zu spät und können lediglich den Händlern beim Verladen der Ware zuschauen. Stattdessen gibt es Abendessen im Kneipenviertel Sao Paulos. Wir finden eine nette Bar, in der eine Sambaband das Publikum zu unterhalten weiß. Nach einer Weile gesellen sich noch zwei weitere Freunde dazu, und wir verbringen einen angenehmen Abend zu fünft.

Tag 329: Favelas und Weiterreise

Am nächsten Morgen brechen wir zur letzten Station unserer Reise auf. Wir müssen in den Norden der Stadt, zum internationalen Flughafen in Guarulhos. Caue hat sich extra den Vormittag freigenommen und fährt uns. Welch ein Service! Auf dem Weg zum Flughafen fahren wir über den äußeren Ring und sehen in den Hügeln am Stadtrand nun auch die weniger schönen Seiten von Sao Paulo. Wie in vielen Großstädten haben sich hier sogenannte „Favelas“ gebildet. Als Favela werden Siedlungen bezeichnet, die ohne Genehmigung oder Grundbesitz mehr oder weniger illegal entstehen. Die Siedlungen werden aus einfachen Materialien gebaut, und in Brasilien leben mittlerweile einige Millionen Menschen in diesen mehr- oder weniger autonomen Städten.

Die letzte Station wartet auf uns

Die letzte Station wartet auf uns

Da die Regierung die Entstehung nicht verhindern kann, werden die älteren und größeren Favelas mittlerweile an die Infrastruktur angeschlossen und zu Stadtteilen erklärt. Als Tourist sollte man sich in diesen Stadtvierteln aber nicht unbedingt aufhalten.

Wir verabschieden uns von Caue und laufen zu unserem Terminal. Dabei wird uns bewusst, dass wir (für unsere Verhältnisse) lange nicht mehr geflogen sind. Von Sao Paulo geht es jetzt nach Fortaleza und von dort aus weiter zur letzten Haltestelle unserer Reise: Paracuru.