Ein guter Start in Neuseeland

Tag 201: Regen in Christchurch

Die Container-City in Christchurch

Die Container-City in Christchurch

Mit wenigen Minuten Verspätung landen wir in Christchurch und kassieren den zwölften Einreisestempel unserer Reise. Da wir unseren Campervan erst am Morgen abholen können, haben wir eine Nacht in einer Schlafkabine auf einem nahegelegenen Campingplatz gebucht. Die kurze Taxifahrt kostet uns aber (dank Flughafengebühr) trotzdem noch 30$. Mist! Um halb 2 sind wir dann endlich im Bett.

Halbwegs ausgeschlafen schnappen wir uns unsere Rucksäcke und wollen bis zum Camperverleih laufen (nicht noch ein überteuertes Taxi!). Diesmal kommt es aber im positiven Sinne anders und eine Frau vom Campingplatz fährt uns freundlicherweise kostenlos zum Camperverleih. Kurz darauf sind wir in unserem neuen Heim auf der Straße und fahren als erstes zu einem „Pak’n Safe“ (eine günstigste Supermarktkette) um unserem Camper mit Lebensmitteln zu bestücken.

Die Innenstadt wurde wiederbelebt

Die Innenstadt wurde wiederbelebt

Gut gerüstet fahren wir in die City von Christchurch. Die Stadt wird häufig von Erdbeben heim gesucht und wir staunen nicht schlecht als wir die Innenstadt erreichen. Viele Gebäude sind eingestürzt und überall sind Schutthalden. Kreativ wurde im Zentrum die „Container-City“ gebaut und viele Läden, Restaurants und selbst Banken befinden sich nun in den quadratischen Containern. So wurde aber immerhin die Innenstadt gerettet. Eigentlich wollten wir zum Botanischen Garten und dem dort befindlichen DOC-Office (DOC = Department of Conservation, die neuseeländische Naturschutzbehörde und zuständig für alle Nationalparks und Wanderwege), doch mal wieder kommt es anders. Der Wind nimmt zu und auf einmal fängt es heftig an zu regnen. Wir flüchten in ein Café und informieren uns über das Internet, während draußen die Welt untergeht und Sonnenschirme umgeweht werden. Da es nicht besser wird, laufen wir irgendwann durch den strömenden Regen zurück zum Auto. Hoffentlich wird das Wetter bald wieder besser.

Im Regen durch Christchurch

Im Regen durch Christchurch

Im Regen geht‘s durch die mit baustellenreiche Innenstadt und wir halten an einem weiteren Shoppingcenter, wo wir uns eine lokale Prepaid-SIM-Karte kaufen und vergebens auf besseres Wetter hoffen. Wir fahren im Regen los und nach einer guten Stunde wird er endlich schwächer und wir erreichen nach weiterer Fahrt das Dörfchen Geraldine, wo wir auf einem dem Campingplatz einchecken. Dank der Handyapp WikiCamps sind wir über die Campingplätze immer bestens informiert und können einen Download wärmstens empfehlen. Während wir zu Abend essen, versuche ich unsere SIM-Karte zu aktivieren. Dies will jedoch nicht funktionieren und ich muss über eine halbe Stunde mit der Serviceberaterin diskutieren, da sie der Meinung ist, dass wir diese günstige Karte eigentlich nur in Kombination mit einem neuen Handy hätten kriegen sollen. Irgendwann gibt sie aber nach und wir bekommen unser Guthaben. Die Telecom hat wohl das beste Netz in Neuseeland, doch der Start war ziemlich (unnötig) kompliziert.

Tag 202: Lake Tekapo

Die erste Nacht im Camper ist kühl

Die erste Nacht im Camper ist kühl

Im Gegensatz zu den Nächten in Australien ist es hier richtig kühl. Auf dem Weg zum Frühstück können wir unseren Atem sehen und die feuchte Kälte kriecht in die Klamotten. Tatsächlich ist das Wetter in Neuseeland aber sehr wechselhaft und auf der Fahrt zu unserem heutigen Tagesziel werden wir freudig überrascht. Es wird immer besser und gegen Mittag erreichen wir den See und haben traumhaften Sonnenschein und bestimmt 20°C. Der Campingplatz liegt direkt am Lake Tekapo und von hier starten mehrere Wanderwege.

Wandern am Lake Tekapo

Wandern am Lake Tekapo

Eine tolle Kulisse zum wandern

Eine tolle Kulisse zum Wandern

Bei dem schönen Wetter entscheiden wir uns für eine 3-stündige Wanderung am See und zu einem Aussichtspunkt. Ein kleiner Vorgeschmack auf die atemberaubenden Landschaften Neuseelands. Das Wasser im See ist blau und in der Ferne können wir die Berge erblicken. Die Luft ist herrlich frisch und wir lassen die Natur auf uns wirken. Der Aussichtspunkt ist zwar mit Café und Sternenwate etwas touristischer, aber die 360° Aussicht lohnenswert.

Beeindruckende Berge und Seen

Beeindruckende Berge und Seen

Bis auf ein paar Zäune ist hier Natur pur

Bis auf ein paar Zäune ist hier Natur pur

Wir entspannen in den Hot Pools mit Bergblick

Wir entspannen in den Hot Pools mit Bergblick

Am Nachmittag entscheiden wir uns nach kurzer Überlegung mal das R vom sonstigen Spa(r)kurs zu streichen und gönnen uns einen Aufenthalt in den Lake Tekapo Hotpools inkl. Sauna. Einen entspannteren Nachmittag hätte man sich nicht wünschen können. Am Abend kommen wir mit ein paar Leuten ins Gespräch und holen uns ein paar Tipps für die nächsten Tage.

Tag 203: Mount Cook

Wir fahren weiter

Wir fahren weiter

Auch heute ist das Wetter wieder fantastisch und wir haben passend dazu nur eine kurze Weiterfahrt. Nur einige duzende Kilometer weiter erreichen wir den Lake Pukaki, der im Vergleich zum Lake Tekapo noch blauer glänzt. In der Ferne können wir schon den Mount Cook erkennen und das Bergpanorama ist wundervoll.

Wir wandern zum Gletscher am Fuße des Mount Cook

Wir wandern zum Gletscher am Fuße des Mount Cook

Am Fuß des Mount Cook gibt es einen Gletschersee und einen entsprechenden Wanderweg, den wir uns heute vorgenommen haben. Dafür müssen wir zwar eine knappe Stunde vom Highway abfahren, aber der Umweg lohnt sich sehr. Die Nationalparks und Wanderwege sind in Neuseeland ausgezeichnet organisiert und so wundert es wenig, dass es wieder einen gut ausgeschilderten Carpark (Parkplatz) und ausgebauten Weg zum Gletschersee gibt.

Eine gefährliche Gegend für Bergsteiger

Eine gefährliche Gegend für Bergsteiger

Die Wanderung macht Spaß. Vorbei an reißenden Gletscherbächen und über Hängebrücken wandern wir durch die Berge. Zwischendurch hören wir das Eis knacken und einmal können wir an einem Berggipfel eine Lawine beobachten. Dass die Berge hier nicht ungefährlich sind zeigt ein Mahnmal mit zahlreichen Tafeln von verstorbenen Bergsteigern. Viele haben das dreißigste Lebensjahr nicht erreicht. Auf den Wanderwegen sind wir aber mehr als sicher.

Der Gletschersee, im Hintergrund ist der Mount Cook

Der Gletschersee, im Hintergrund ist der Mount Cook

Die Wanderung macht Spaß

Die Wanderung macht Spaß

Nach etwa eineinhalb Stunden erreichen wir den Aussichtspunkt und erblicken den Gletscher, der in einen See mundet. Regelmäßig brechen hier ganze Eisbrocken ab und fallen ins Wasser. Der See ist mit zahlreichen Eisschollen übersät, die ganz langsam in der Sonne schmelzen. Das Wasser ist entsprechend eiskalt. Im Wasser spiegelt sich das umliegende Bergpanorama. Ein toller Anblick.

Ein eiskaltes Fußbad

Ein eiskaltes Fußbad

Ich liebe es, meine Füße nach einer mehrstündigen Wanderung in eiskaltem Wasser zu kühlen und kann auch bei dem Gletschersee nicht widerstehen. Das Wasser ist nur knapp über 0°C und ich kann nur kurz verweilen, aber danach werden die Füße ausgezeichnet durchblutet und ich fühle mich gut. Auch Yvonne lässt sich auf ein kurzes eisiges Fußbad ein, ein neuer Gletscherfußbadfan kann aber nicht gewonnen werden.

Auch der Rückweg ist schön

Auch der Rückweg ist schön

Ein traumhafter Campingplatz direkt am See

Ein traumhafter Campingplatz direkt am See

Frisch und guter Dinge machen wir uns auf den Rückweg und genießen die Wanderung bei makellosem Sonnenschein. Der Lake Pukaki begleitet uns bei der Rückfahrt und dank Wikicamps und den Tipps der letzten Nacht finden wir einen ausgezeichneten Campingspot. In Neuseeland gibt es drei verschiedene Arten von Campingplätzen: Offizielle Caravanparks (offizielle Campingplätze mit Rezeption, sanitären Einrichtungen und Küche, 15-30$/Person), DOC-Campingplätze (offizielle Campingplätze der Naturschutzbehörde mit Toilettenhäusschen, 6-12$/Person) und freie ausgeschriebene Campingplätze (nichts, dafür kostenlos), die unter der Prämisse genutzt werden dürfen, keine Abfälle oder Abwässer zu hinterlassen. Unser Campingplatz gehört zur letzten Sorte und liegt traumhaft am Lake Pukaki mit Blick auf die Berge.

Ein kühles Bad nach einem fantastischen Lauf

Ein kühles Bad nach einem fantastischen Lauf

Trotz Wanderung gehe ich noch eine kleine Runde joggen und kann das erste Mal die unendlichen Weiten der neuseeländischen Hochebenen erleben. Die Bilder aus „Herr der Ringe“ erwachen in meinem Kopf und zeigen die Heldengruppe, die über die Ebenen zum Schicksalsberg rennt. Mein Lauf ist aber deutlich entspannter, da ich 1) keinen Ring versenken muss und mich 2) keiner umbringen will. Da wir auf einem freien Campingplatz sind, gibt es keine Duschen, aber wer braucht sowas schon, wenn ein wunderschöner Bergsee direkt vor der Haustür ist. Nach dem eiskalten Bad genießen wir gemeinsam den Sonnenuntergang und später in der Nacht noch einen klaren Sternenhimmel und einige Sternschnuppen. Unsere Wünsche schicken wir an zwei liebe Freunde nach Deutschland!

Sonnenuntergang am Lake Tekapo

Sonnenuntergang am Lake Tekapo

Tag 204: Ankunft in Queenstown

Der Morgen beginnt genauso schön wie der Abend. Wir wachen auf, schieben die Gardine unseres Campers zur Seite und erblicken den See und das Bergpanorama im Morgengrauen. So schön dieser Platz auch ist, wir wollen weiter und nach einem leckeren Frühstück fahren wir los.

Farbenspiel am morgen

Farbenspiel am Morgen

Frischer Berglachs für das Abendessen

Frischer Berglachs für das Abendessen

Nach einigen Kilometern machen wir die erste Pause an einer Lachsfarm. In einem der Bergseen werden Lachse gezüchtet und frischer als hier kann man frischen Berglachs wohl kaum bekommen. Wir kaufen uns ein handliches Filet und freuen uns auf das Abendessen. Wenig später passieren wir eine Landschaft in der reichlich Obst angepflanzt wird und wird decken uns mit den hier angebauten Pflaumen, Pfirsichen und Äpfeln ein.

Die Fahrt nach Queenstown ist abwechselungsreich

Die Fahrt nach Queenstown ist abwechselungsreich

Auch die weitere Fahrt nach Queenstown ist sehr schön. Über kurvige Bergstraßen fahren wir durch die grüne Hügellandschaft und halten zwischendurch, um die Landschaft zu bewundern. Durch die vielen Kurven dauert die Fahrt zwar oft länger als geplant (100km auf der Karte können auch mal 2 Stunden dauern), aber die Fahrtzeit ist hier gleichzeitig Ausflugszeit.

Hier kann man Bungyjumpen

Hier kann man Bungyjumpen

Wir fahren durch das Weingebiet „Gibsons Valley“ und machen unsere Mittagspause am ältesten Bungyjump der Welt (behauptet zumindest deren Werbung). Wir stürzen uns aber nicht in die Tiefe, denn solche Highlights kosten hier fast 200$ Dollar und das ist uns für einen kurzen Adrenalinkick zu teuer.

Queenstown

Queenstown

Nach einer weiteren Dreiviertelstunde erreichen wir Queenstown. Die Stadt wurde uns als Abenteuer und Adrenalinparadies Neuseelands beschrieben und an der Beschreibung ist was dran. Touristenbüros und Tourenanbieter tummeln sich hier wie Sand am Meer und die Auswahl ist gigantisch. Die Stadt liegt direkt am Lake Wakatipu und neben Aktivitäten in den Bergen gibt es hier auch ein breites Wassersportangebot. Wir buchen für den morgigen Tag eine Tour zu den Milford Sounds um die berühmten Fjorde der Westküste Neuseelands zu sehen. Man kann zwar auch selbst mit dem Auto hierhin fahren, aber die Spritkosten sind fast genauso teuer und 10 Stunden im Bus sind besser als 10 Stunden hinterm Steuer.

Der Stadtstrand von Queenstown

Der Stadtstrand von Queenstown

Da wir morgens früh raus müssen, bleiben wir im städtischen Campingplatz und können uns keinen einsamen Platz am See suchen. Am Abend essen wir dann den frisch gekauften Berglachs und es ist köstlich! Wir sind schon gespannt und voller Vorfreude auf Milford Sounds und die weitere Reise!