Cape Agulhas, Regen und die Gardenroute

L'Agulhas - das Dorf am südlichsten Punkt Afrikas

L’Agulhas – das Dorf am südlichsten Punkt Afrikas

Tag 28: Cape Agulhas – der südlichste Punkt Afrikas

Die Fahrt von Muizenberg bis Cape Agulhas dauert etwa vier Stunden. Da sich die Stadt am südlichsten Punkt Afrikas nicht an der berühmten Gardenroute befindet und es drum herum nicht besonders viel zu sehen gibt, ist es nicht verwunderlich, dass es hier etwas ruhiger zugeht. Unser Hostel befindet sich in Struisbaai und auch hier sind nur wenige Gäste.

Als wir ankommen, ist noch nicht mal die Rezeption besetzt, so dass wir vor dem einchecken noch ein bisschen warten müssen. Wir nutzen die Zeit und fahren zum Strand, der nur ca. 200 Meter entfernt ist.

Juhu! - Jetzt gibt's eine Erfrischung im indischen Ozean

Juhu! – Jetzt gibt’s eine Erfrischung im indischen Ozean

Ich nutze die erste Möglichkeit im indischen Ozean zu baden und sprinte in’s Meer. Auch den mehrere hundert Meter  langen Sandstrand haben wir für uns alleine.

Nachdem wir am Nachmittag im Hostel eingecheckt haben, leihen wir uns Fahrräder und machen uns mit ein paar Snacks und einer Flasche Wein bewaffnet zum südlichsten Punkt Afrikas in etwa 7km Entfernung auf.

Leider haben wir heftigen Gegenwind und zudem funktioniert meine Gangschaltung nicht richtig, so dass ich nur die niedrigen Gänge zur Verfügung habe und ordentlich in die Pedale treten muss. Der südlichste Punkt, wo sich indischer und atlantischer Ozean treffen, gefällt uns gut. Hier wurden vor einige Zeit ein paar Wege ausgebaut und es gibt eine Markierung, an der wir natürlich ein paar Fotos machen. Leider ist der Wind (der jetzt Rückenwind wäre) auf dem Rückweg verflogen (Gemeinheit!) und wir fahren zügig zurück in’s Hostel. Wir kochen selbst, trinken die angebrochene Flasche Rotwein aus und lassen den Tag ausklingen.

Tag 29: Mossel Bay und eine Nacht im Zug

Unser Hostel - ein ausrangierter Zug

Unser Hostel – ein ausrangierter Zug

Auf unserer Reise entlang der Gardenroute nutzen wir den „Coast to Coast“, ein Reiseführer für Backpacker, und haben uns für die nächste Nacht ein besonderes Hostel rausgesucht. Einen stillgelegten Zug mit umgebauten Schlafwagons direkt am Meer.

Was im Reiseführer schon gut klang entpuppt sich in der Tat als schöne Unterkunft. Unser Abteil ist ca. 4m² groß, aber das reicht dank ausklappbarer Ablagen aus.

Unser Schlafabteil – klein aber fein

Den heutigen sonnigen Tag verbringen wir am Strand, genießen die Sonne und werfen uns die Welt (einen Weltkugelball) am Strand und im Wasser zu. Das Wasser ist erstaunlicherweise ganz angenehm, so dass auch Yvonne ihr erstes Bad im Meer unternimmt. In den nächsten Tagen ist das Wetter leider schlechter angesagt, so dass wir jetzt noch die Sonne nutzen.

Am Abend machen wir einen kurzen Abstecher in die Stadt, gehen dann Essen und setzen uns danach in unseren Zugabteil und lauschen bei geöffnetem Fenster dem Meer… Eine schöne Abwechslung zu den sonstigen Übernachtungen.

Tag 30: Wilderness und „The Wild Farm“

Kurz hinter Mossel Bay liegt die kleine Stadt namens „Wilderness“.

Das war's mit schönem Wetter. Über eine Schotterpiste geht's zum Hostel

Das war’s mit schönem Wetter. Über eine Schotterpiste geht’s zum Hostel

Auch hier haben wir uns wieder ein besonderes Hostel ausgesucht „The Wild Farm“.

Das im Reiseführer als „idyllische Farm in den Bergen mit netten Abenden auf der Terrasse“ beworbene Hostel könnte dieser Beschreibung tatsächlich gerecht werden, wenn es nicht total verregnet wäre und das Hostel bis auf vier weitere Gäste total verlassen wäre. Auf unsere ursprünglich geplante Kanu-Tour haben wir bei diesem Wetter auch keine Lust und stattdessen wandern wir erst einmal vom „idyllischen“ Hostel los. Der Weg bis in die Stadt ist eine steinige Straße und über 8km lang. Nach zirka einem Kilometer kehren wir wieder um und holen doch das Auto.

Eine schöne Wanderung sieht anders aus und so fahren wir einige Kilometer zu einem Hikingtrail, der zu einem Wasserfall führt und den wir auch bei schlechtem Wetter in Angriff nehmen werden.

Mit grüner Regenjacke im Dschungel - wer findet mich?

Mit grüner Regenjacke im Dschungel – wer findet mich?

Die Wanderung ist trotz des grauen Wetters ganz schön. Durch den Regen ist die Luft herrlich frisch. Zunächst folgen wir einen Trampelpfad durch den Dschungel (nennen wir es einfach mal so) und finden ein paar nette Stellen wo wir kurz pausieren. Das letzte Stück zum Wasserfall ist dann sogar mit einem Holzweg befestigt. Der Wasserfall selbst ist ganz nett, aber unspektakulärer als erwartet. Wir sind aber trotzdem froh, noch eine nette Tour und Wanderung gefunden zu haben. Auf dem Rückweg fahren wir noch an einem über 800 Jahre alten Baum vorbei, der überall als „Big Tree“ beschrieben wird und dieser Beschreibung auch gerecht wird.

Am Abend machen wir noch einen Stopp im „Cocomo“, eine Bar die wir uns auch im Reiseführer rausgesucht haben. Der Laden ist gut besucht und macht auch einen guten Eindruck, zumal wir pünktlich zu Happy Hour dort sind. Leider ist unser Hostel aber am *rsch der Welt, so dass wir nur einen kurzen Abstecher machen, um die Schotterpisten zurück nicht im Dunkeln fahren zu müssen.

Tag 31: Knysna – ein weiterer verregneter Tag

Die Bucht von Knysna

Die Bucht von Knysna

Der nächste Tag beginnt wieder grau und regnerisch. Wir gehen einkaufen und machen einen kleinen Ausflug zur Bucht von Knysna. Der Anblick bei traumhaftem Wetter ist sicherlich beeindruckend, aber bei unserem Wetter leider nur ganz nett.

Ursprünglich wollten wir auch heute auch ein bisschen Wandern und hatten uns eine etwa 10km lange Route rausgesucht, aber irgendwie sind wir ziemlich müde und erschöpf, so dass wir die Wanderung ausfallen lassen und stattdessen einen Kaffee an der Waterfront trinken gehen.

Gute Laune trotz mäßigem Wetter

Gute Laune trotz mäßigem Wetter

Der Rest des Tages wird genutzt, um unsere letzten Tage in Afrika zu planen. Heute wird uns erst so richtig bewusst, dass sich unsere Reise durch den Süden Afrikas bald Zu Ende ist.

Da wir die letzten Abende selbst gekocht haben, wollen wir heute essen gehen und haben nichts eingekauft. Ein schlechtes Timing, da es mittlerweile in Strömen regnet. Da wir hungrig sind, machen wir uns raus in den Regen. Zumindest wird der Regen die Autoknacker abschrecken, vor denen man uns im Hostel gewarnt hat und weswegen wir alle Wertsachen aus dem Auto räumen mussten. Zumindest dachten wir das… In der Nacht ist die Polizei vor Ort (vermutlich aber nur, um einen betrunkenen Australier zum Hostel zu bringen) und vom Fenster können wir Leute beobachten, die mit Taschenlampen in die Autos leuchten. Am nächsten Morgen steht das Auto aber noch unbeschadet auf dem Parkplatz. Wir können also weiterfahren.