Birmingham, Nashville & Washington D.C.

Tag 256: Swamp Tour

Die Sümpfe von Lousiana

Die Sümpfe von Louisiana

Zu einer Reise durch Louisiana gehört eine Swamp Tour. In den Sümpfen wimmelt es von Alligatoren und nach Angabe des Bootsführers gibt es alleine in Louisiana über 2 Millionen. Wir sind erst wenige Minuten auf dem Boot, als sich der erste Alligator blicken lässt. Kein Zufall, denn diese Reptilien können schon geringe Erschütterungen im Wasser wahrnehmen und ein ankommendes Boot ist natürlich nicht zu überhören. Damit die Touristen die Alligatoren in Aktion erleben, haben die Bootsführer immer ein paar Hotdogs dabei. Es ist interessant zu beobachten, wie hoch die Reptilien für ein Würstchen aus dem Wasser springen können.

Hier wimmelt es von Aligatoren

Hier wimmelt es von Alligatoren

Im Gegensatz zu Krokodilen sind Alligatoren weitestgehend friedlich und nicht sonderlich aggressiv. An den Flüssen und Sumpflandschaften leben viele Menschen und in den Gewässern wird gelegentlich sogar geschwommen. Die (reicheren) Anwohner haben ihre Pools sicherheitshalber aber umzäunt und auch auf Haustiere wird hier besonders Acht gegeben. Wie uns der Bootsführer berichtet, kann ein bellender Hund am Ufer schnell das Schicksal eines Hotdogs erleiden.

Die Aligatoren mögen Hotdogs

Die Alligatoren mögen Hotdogs

Der falsche Campingplatz verbessert nicht gerade die Stimmung

Der falsche Campingplatz verbessert nicht gerade die Stimmung

Nach der Tour durch den Sumpf geht es weiter. Wir haben eine lange Fahrtstrecke vor uns und kommen erst spät abends an unserem Campingplatz an. Unser Campingplatz ist ziemlich steinig und schräg und wenig später wird uns auch klar warum. Aus irgendeinem Grund wurde versehentlich ein Parkplatz für Wohnmobile anstatt eines Zeltplatzes reserviert. Nach der späten Ankunft haben wir aber schon alles aufgebaut und keine Lust nochmal zu wechseln, zumal sich unser Tourguide Liv ohnehin schon mit einer Teilnehmerin verdrückt hat und wir den Umzug selbst organisieren müssten. Die Stimmung ist leicht angespannt und ein klärendes Gespräch angebracht.

Tag 257: Birmingham & Nashville

Der Besucht im Civil Rights Museum lohnt sich sehr

Der Besuch im Civil Rights Museum lohnt sich sehr

Nicht weit von unserem Campingplatz befindet sich mit Birmingham eine Stadt mit einer interessanten Geschichte. Wir machen eine Pause im „National Rights Museum“, wo die Geschichte der Bürgerrechte farbiger Amerikaner präsentiert wird. Birmingham spielte in dieser Entwicklung eine zentrale Rolle. Die Stadt in Alabama wurde aufgrund der hier lagernden Bodenschätze gegründet und „Schwarze“ wurde in den Minen wie Arbeitstiere behandelt. Die Rassentrennung war so extrem, dass es für Farbige und Weiße unterschiedliche Wohnblocks, Schulen und Bezirke gab. Selbst sanitäre Einrichtungen und Sitzplätze in den Bussen wurden nach Hautfarbe getrennt. Im Museum erfahren wir von den ersten Widerständen (eine mutige farbige Frau, die ihren „weißen Sitzplatz“ verteidigt und dafür ins Gefängnis muss), Widerstandskämpfern wie den „Freedom Riders“ (Weiße, die für die Gleichberechtigung gekämpft und ihr Leben riskiert haben), dem Kampf um das Wahlrecht bis zum ersten schwarzen Bürgermeister in Birmingham und die berühmte Rede von Martin Luther King Jr. in Washington D.C.. Die Inhalte werden mit einer Kombination aus Infotafeln, nachgebauten Szenen (wie Klassenräume, Busse) und zahlreiche Videosequenzen sehr plastisch dargestellt und gut vermittelt. Der Begrüßungssatz „Dieses Museum verändert Menschen“ klang beim Betreten noch etwas übertrieben, aber nach dem Besuch kann ich zustimmen. Wir haben auf jeden Fall etwas mitgenommen.

Bei der Weiterfahrt gibt es eine kurze „Kaffee-Eskalation“, als Tourguide Liv einen kurzen Umweg macht um für sich und eine weitere Teilnehmerhin Kaffee zu organisiert, ohne den Rest der Gruppe zu fragen. Nachdem wir auf unserem Campingplatz in Nashville angekommen sind, setze ich mich mit ihr zusammen und erläutere unseren Unmut über derartige Aktionen, die Enttäuschung über das schlechte Equipment, die Highway-Campingplätze und das nur übereinander- und nicht miteinander geredet wird. Sie nimmt sich der Punkte zwar wenig an, aber jetzt liegen die Karten zumindest auf dem Tisch.

Livemusic und gute Laune in Nashville

Livemusik und gute Laune in Nashville

Am Abend fahren wir in die sehr lebhafte Innenstadt von Nashville. Auch hier gibt es zahlreiche Bars und jede Menge Livemusik. Die Gruppe hat sich zwar in zwei Gruppen aufgeteilt, aber die Laune ist trotzdem gut. Wir hören ein Konzert und gehen dann in die „Old Spaghetti Factory“, wo wir ein ausgezeichnetes Abendessen und einen netten und unterhaltsamen Kellner vorfinden.

"Total eclipse of the heart" ist der Hit

„Total eclipse of the heart“ ist der Hit

Livemusic in Nasville

Livemusik in Nasville

Nach dem Essen geht es in die nächste Bar, vor der wir uns mit dem Rest der Gruppe wieder vereinen. Gemeinsam geht es auf die Karaoke-Bühne und die Stimmung ist wieder besser. Nashville ist wirklich eine coole Partystadt.

Tag 258: Ein richtiger Campingabend

Wir dürfen ausschlafen, was für den ein- oder anderen auch bitter nötig ist. Ein paar Mädels haben gestern kräftig ins Glas geschaut und sind leicht verkatert. Den Tag verbringen wir heute weitestgehend im Auto, so dass dieser Umstand im Laufe des Tages aber wenig Nachteile bringt. Am Abend erreichen wir unseren Campingplatz, der endlich auch mal schön ist. Wir schlagen unsere Zelte in einem Waldstück hinter den Parkplätzen auf und wenig später liefert ein freundlicher Angestellter Feuerholz. Nach über zwei Wochen Camping machen wir heute zum ersten Mal ein Lagerfeuer. Die nächste Premiere ist ein Gruppengespräch, in dem die von mir genannten Punkte nochmal angesprochen werden. Laut Liv ist ihr Reiseunternehmen (das schlechte Ausrüstung zur Verfügung stellt und seine Mitarbeiter ausbeutet) hauptsächlich schuld, aber zumindest dem Punkt „Fehlende Kommunikation mit der ganzen Gruppe“ hat sie sich heute angenommen. Nach dem offiziellen Gespräch sitzen wir mit Mashmellows am Feuer und es wird wieder gelacht.

Tag 259: Spaß im Auto, Party am Abend

Wird sie "Barrack Oh Barma" jemals treffen?

Wird sie „Barrack Oh Barma“ jemals treffen?

Wie wertvoll ein klärendes Gespräch sein kann, erfahren wir am nächsten Tag im Auto. Die Gruppe ist wie ausgewechselt und die Autofahrt ein großer Spaß. Wir beantworten Quizfragen zu Allgemeinbildung und lustigen Reiseanekdoten und spielen mehrere Runden „Wer bin ich“. Mein persönliches Highlight ist das Facebook-Posting einer Teilnehmerin, die der Community verkündet „Barack Oh Barma“ in Washington D.C. treffen zu wollen und kurz darauf auch bei „Wer bin ich“ den Präsidenten erraten muss. Wir verbringen heute wieder viele Stunden im Auto, aber die Zeit vergeht wie im Flug.

Auch am Abend ist die Stimmung wieder gut und ein paar (viele)  Becher Weißwein tun ihr übriges. Am späten Abend bekommen wir sogar noch Zuwachs von „Jeremy“, ein Amerikaner der mit einem Uzi-Tattoo unsere Aufmerksamkeit erregt. Er berichtet uns von seiner Zeit als „Badboy“, aber mittlerweile ist er Familienvater und recht umgänglich.

Tag 260: Washington D.C. am Memorial Day

Heute ist Memorial Day

Heute ist Memorial Day

Wir haben einen ganzen Tag in Washington D.C. und einen Besonderen dazu. Heute ist „Memorial Day“, der Ehrentag für alle Veteranen und Kriegsopfer der USA. Es gibt eine riesige Parade und selbst Präsident Obama lässt sich am Morgen auf dem Militärfriedhof blicken (davon erfahren wir leider erst später). Auch ohne den Memorial Day hat Washington D.C. viel zu bieten. Wir starten beim „The Mall“, ein riesiger Platz an dem sich das Kapitol und zahlreiche Museen und historische Gebäude befinden. Natürlich werfen wir ein Blick in das ein- oder andere der prunkvollen Gebäude.

Das Kapitol

Das Kapitol

Während wir auf „The Mall“ entlang spazieren, können wir in der Ferne das Monument erkennen, ein riesiger Obelisk den man noch besser vom Lincoln Memorial bewundern kann. Auf dem Weg zum steinernen Lincoln passieren wir einige Kriegsdenkmäler und bleiben vor dem Vietnam-Denkmal stehen. Heute, am Memorial Day, wird hier an die vielen gefallenen Soldaten gedacht und einige ranghohe Offiziere halten Reden. Es ist interessant zu erleben, welchen Stellenwert das Militär in Amerika hat. Jeder Soldat wird als Held gefeiert, der sich im Krieg für den Schutz und die Freiheit des „besten Landes der Welt“ (so wurde es wortwörtlich gesagt) aufopfert. Patriotisch wäre noch fast untertrieben.

Das Washington Monument

Das Washington Monument

Präsident Lincoln

Präsident Lincoln

Wir erreichen das Denkmal des sechszehnten Präsidenten Amerikas und haben von hier einen wunderbaren Ausblick auf das Monument und das davor liegende Wasserbecken. Wenige Tage zuvor haben wir ein Video von Martin Luther King Jr.‘s Rede auf diesen Treppen gesehen, heute stehen wir selbst darauf.

Das Washington Monument vor dem Reflecting Pool

Das Washington Monument vor dem Reflecting Pool

Wir sehen eine Militrparade

Wir sehen eine Militärparade

Pünktlich um 14:00 Uhr startet die große Parade zum „Memorial Day“. Zahlreiche Blaskapellen und Fußgruppen marschieren an uns vorbei, gefolgt von Reitern und einigen Wagen. Auch viele Kinder und Jugendliche laufen mit und werden begeistert von ihren Eltern gefeiert.

Ist das etwa Barack Obama?

Ist das etwa Barack Obama?

Noch stehen wir vor dem weißen Haus

Noch stehen wir vor dem weißen Haus

Nach der Parade gehen wir etwas essen und laufen dann zum Weißen Haus. In den Filmen wirkt das Gebäude immer sehr groß, aber es ist kleiner und weniger prunkvoll als ich angenommen hatte. Auch der Zaun wirkt harmlos. Wir klettern im Schatten eines Baumes darüber und schleichen uns in das Gebäude. Die Wachen machen offensichtlich ein Nickerchen, denn wir stoßen auf keinerlei Widerstand und finden nach einiger Suche das Regierungsbüro, wo wir an Obamas Schreibtisch ein Beweisfoto schießen 😉

Beweisfoto: Yvonne am Schreibtisch des Präsidenten

Beweisfoto: Yvonne am Schreibtisch des Präsidenten

Erschöpft geht es mit der Metro zurück zu unserem Treffpunkt und dann auf den Campingplatz. Der letzte Abend fällt recht nüchtern aus. Wir essen noch einmal gemeinsam und dann verläuft sich der Abend. Wir sitzen noch eine Weile mit Sabine und Deyn am Lagerfeuer und gehen dann auch schlafen. Die Nächte auf billigen Isomatten und Autobahnlärm im Hintergrund werden wir am wenigsten vermissen.

Tag 261: Philadelphia und das Tourende

Lydia und Jules (die beiden Party-Britten) zuliebe brechen wir heute sehr früh auf. Die beiden haben am Abend Karten für den Broadway und wollen die Show natürlich nicht verpassen. Bevor die Tour endet, haben wir aber noch einen Zwischenstopp im Philadelphia, wo wir die Liberty Bell und die Rocky-Steps sehen werden. Es ist recht viel Verkehr und die Fahrt ist alles andere als entspannt. Die beiden Mädels sitzen auf heißen Kohlen, wollen so schnell wie möglich nach New York und Tourguide Liv lässt sich mitreißen und wird immer hektischer.

In Philadelphia haben wir nur wenig Zeit

In Philadelphia haben wir nur wenig Zeit

Die "Rocky-Steps"

Die „Rocky-Steps“

Die Liberty Bell lassen wir aufgrund der langen Schlange und fehlenden Parkplätzen komplett ausfallen und auch bei den Rocky-Steps ist es alles andere als entspannt. Philadelphia scheint eine schöne Stadt zu sein, aber viel konnten wir heute nicht erleben.

Rocky kann kommen!

Rocky kann kommen!

Unser Mittagessen findet auf einem Parkplatz statt und als Yvonne unseren Tourguide freundlich darauf hinweist, dass der Tagesablauf so für die meisten nicht angenehm ist, ist sie völlig fix und fertig und macht sich im Beisein der ganzen Gruppe Sorgen um ihre Abschlussbewertung.

Der Abschied der Gruppe ist unspektakulär. Wir haben uns mit ein paar Leuten sehr gut verstanden, aber alles in allem lief vieles nicht ideal und hat die Gruppe in der zweiten Hälfte entzweit. Wir sind wenig zufrieden mit TrekAmerika (schlechtes Material, wenig Inklusivleistungen) und auch die Leistung unseres Tourguides (nett, aber schlecht organisiert) war mäßig. Alles in allem war es aber trotzdem eine schöne Reise. Wir haben viele Städte und Nationalparks gesehen und hatten tolle Erlebnisse. Jetzt freuen wir uns aber auf ein richtiges Bett und ein paar Tage in New York!